Lobedaer Saaletalschüler geben Vorstellung im Circus Aron

Jena  Am Donnerstag 18 Uhr und Freitag 16 Uhr zeigen die Mädchen und Jungen der Saaletalschule von Lobeda in zwei Vorstellungen alles , was sie gelernt haben beim Circus Aron, der seit Montag mit ihnen geprobt hat.

Mit dem Circus Aron konnten sich die Schüler der Saaletalschule in vielen artistischen Tricks ausprobieren. Foto: Michael Groß

Mit dem Circus Aron konnten sich die Schüler der Saaletalschule in vielen artistischen Tricks ausprobieren. Foto: Michael Groß

Foto: zgt

Zirkusluft schnuppern ist zurzeit in der Emil-Wölk-Straße in Lobeda angesagt. Daran wollen die 370 Saaletalschüler nun auch ihre Eltern, Geschwister, Omas und Opas teilhaben lassen, indem sie ihnen am Donnerstag und Freitag Kostproben ihres im Schnellverfahren erworbenen Könnens bei Circus Aron vorführen. Dafür haben sie unter Anleitung erfahrener Trainer dieses auf Schulprojekte spezialisierten Berliner Zirkus-Unternehmens seit Dienstag geprobt. Und nun soll alles so gut sitzen, dass es unter der Zirkuskuppel live gezeigt werden kann.

Dabei hatte es am Anfang gar nicht so ausgesehen, als hätte Aron sein Viermaster-Zelt in Lobeda aufschlagen können. Mit dem Sportplatz hinter der Saaletalschule in der Alfred-Diener-Straße hatte es nicht geklappt. Nirgends fand sich eine Möglichkeit. Und aus der Stadtverwaltung kam sogar der kuriose Vorschlag, doch wie alle Zirkusse auf den Gries zu gehen.

Für jedes Kind etwas Passendes gefunden

Doch die Saaltalschule ist nun mal in Lobeda, und hier geht es um Grundschulkinder. Dank der Unterstützung des städtischen Eigenbetriebs Kommunale Immobilien und des Handballvereins (HBV) Jena wurde schließlich doch eine Lösung gefunden, berichtet Rainer Herzig, stellvertretender Schulleiter, und zwar auf dem alten Sportplatz hinter der HBV-Sporthalle in der Emil-Wölk-Straße. Das brachte sogar ein Wiedersehen für die Lehrer, denn dort hatte sich einst die Saaletalschule befunden, bevor sie in die Karl-Marx-Allee umzog.

In das Zirkusprojekt sind alle Schüler der Saaletalschule eingebunden, betont Herzig. Und Andrea Tabak von Aron bestätigt aus ihrer Erfahrung mit den Schulprojekten, dass sich wirklich für jedes Kind etwas Passendes findet. „Da haben unsere Trainer ein Auge dafür“, sagt sie. Und ihr Trainerkollege Adrian bestätigte nach den ersten Trainingsrunden auch schon, dass er einige Talente unter den Schülern gesehen habe.

Doch zum Auftakt der Projektwoche gab es erstmal eine Vorstellung des Zirkus-Teams für die Kinder, bei der das Familien-Unternehmen von Adrian und Sascha Endres fürs Publikum alle Register der Zirkuskunst zog – von Akrobatik unter der Kuppel über Clownerie bis hin zum Feuerschlucker.

Doch am Dienstag starteten dann die Trainingsrunden im Zelt, auf dem Gelände und in der Sporthalle. Da wurden menschliche Pyramiden mit bis zu zehn Teilnehmern gebaut, Seiltanz geprobt, waghalsige Übungen im Ring über der Manege einstudiert, geschickt mit dem Hula-Hoop-Reifen getanzt, mit Tellern jongliert, mit bunten Bändern schwungvolle Übungen gezeigt, Zauberkünste ausprobiert und auch das Einmaleins eines Clowns erlernt.

Und es klappte alles ganz gut. Jeder fand sein besonderes Eignungsfeld und alle hatten viel Spaß, wie deutlich zu sehen war.

Seit zwölf Jahren an Schulen unterwegs

Spaß war eines der Ziele dieses Zirkusprojektes, bestätigen Endres und Herzig. Ein weiteres Ziel sei die Schulung von Sozialverhalten. So sollen sich die Schüler auch untereinander helfen, wenn es bei manchem nicht gleich so perfekt läuft. Es komme auch oft vor, so Andrea Tabak, dass schüchterne Kinder plötzlich mehr Selbstbewusstsein erhalten, weil sie etwas ganz besonders gut können in der Manege. Sie selbst habe schon erlebt, dass zum Beispiel bei Kursen für Hula-Hoop-Reifen gar nicht immer die Schlanksten die besten waren, sondern durchaus auch mal die etwas Dickeren. Aber auch das Wissen soll erweitert werden. So arbeiten die Kinder das Thema Zirkus im Unterricht auf – zwischen ihren Trainingsrunden mit ihren Lehrern, die beim Zirkusprojekt ansonsten in den Hintergrund treten.

Diese Art von zirzensischen Erlebnissen macht der Circus Aron schon seit zwölf Jahren möglich. Seitdem hat er sich ganz der Schularbeit verschrieben, ist das gesamte Jahr über deutschlandweit auf Schultour.

In Lobeda hat es jedenfalls schnell gefunkt zwischen den Kindern und Aron-Leuten. Die Begeisterung bei der Auftaktvorstellung schlug rasch um in die Trainingsrunden, zumal es in den Pausen war wie im richtigen Zirkus: Es gab Zuckerwatte, und das auch noch von der „Zirkus-Oma“ Inge Endres.

Dank einiger Sponsoren und des Schulfördervereins konnte auch der Teilnahme-Obolus für die Kinder von zehn auf fünf Euro gedrückt werden.

Mehr Informationen zum Circus Aron hier

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