Was der Jenaer Philharmonie-Knabenchor im Ferienkurs erarbeitet hat

Afrikanischer Rhythmus sorgt für den Höhepunkt.

Knabenchor der Jenaer Philharmonie mit Früphlingskonzert zum 35-jährigen Bestehen des Ensembles. Foto: Anna Schroll/Archiv

Knabenchor der Jenaer Philharmonie mit Früphlingskonzert zum 35-jährigen Bestehen des Ensembles. Foto: Anna Schroll/Archiv

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Jena. Eltern, Großeltern, Geschwister und die Jenaer Musikfreunde sind jedes Jahr gespannt, welches Programm der Knabenchor der Jenaer Philharmonie unter Leitung von Berit Walther in seinem Ferienkurs erarbeitet hat. Im Sommerkonzert am Sonntagvormittag war es im großen Saal des Volkshauses wieder soweit. Geistliche Chorwerke von der Renaissance bis in die Gegenwart prägten den musikalischen Inhalt des Programmes. Ein frisches Halleluja von Knut Nystedt wies bereits die klangliche Geschlossenheit aller Stimmregister des Chores aus. Man könnte nun jeden einzelnen Titel aus einer Folge von 19 Werken aufzählen, doch sollen hier mit der Würdigung einiger die Vielfalt und der musikalische Reichtum aus Erbe und Gegenwart anklingen.

Bei den Knabenchören in Leipzig und Dresden darf Heinrich Schütz nicht fehlen, so auch in Jena. Sein doppelchöriges "Jauchzet dem Herrn alle Welt" für zwei Chöre beeindruckte akustisch zusätzlich, als der Echo-Chor aus dem Treppenhaus gesungen wurde. Wie immer boten Männerchorsätze eine willkommene Abwechslung für den Hörgenuss, ob "O bone Jesu" des Italieners Marco Antonio Ingegneri, einem Abendsegen von Felix Mendelssohn Bartholdy oder "Der Herr ist mein Hirt" aus der Feder des weniger bekannten Bernhard Klein. Werke von Grieg, Rachmaninow, Bruckner und vielen anderen boten eine Fülle kompositorischer Vielfalt des Lobes für den Gesamtchor. Die jüngsten Chormitglieder kamen beim "Laudate dominum" von Knut Nystedt auf der Bühne dazu.

Beim doppelchörigen "Ave Maria" von Franz Biebl stieß man besonders in den Sopranen an die Grenzen reiner Intonationen. Doch was wären die Konzerte des Knabenchores ohne Ausflüge in den Sound von Rock und Swing, die Männer mit "Swing low, sweet chariot", Soli und Chorusse. Wenn dann am Ende bei einem "Missa afrikana Gloria" von Michael Schmoll oder "Sijahamba" Konrad Selle dazu auf der Djembe - einer afrikanischen Standtrommel - den Rhythmus schlägt, dann erreicht die Begeisterung im Saal ihren Höhepunkt. Dirigentin Berit Walther und Stimmbildner Stefan Puppe werden gefeiert, und das Sommerkonzert klingt nicht ohne Zugabe aus.

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