684 000 Euro für Thüringen in Rudolstadt zugesagt: Handwerk erhält Fördermittel für Flüchtlinge

Rudolstadt  Mit rund 684 000 Euro unterstützt der Freistaat Thüringen das Handwerk bei der beruflichen Integration von Flücht­lingen. In der Bildungsstätte in Rudolstadt sind derzeit 18 Teilnehmer in einem Kurs.

Gestern überreichten Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (2.v.li.) und Arbeitsministerin Heike Werner (3.v.li.; beide Linke) in Rudolstadt einen Fördermittelbescheid in Höhe von knapp 684 000 Euro Fördermittel für Berufsorientierung von Flüchtlingen im Thüringer Handwerk. Klaus Nützel, Präsident der Handwerkskammer für Ostthüringen(re.) nahm den Scheck entgegen. Foto: Heike Enzian

Gestern überreichten Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (2.v.li.) und Arbeitsministerin Heike Werner (3.v.li.; beide Linke) in Rudolstadt einen Fördermittelbescheid in Höhe von knapp 684 000 Euro Fördermittel für Berufsorientierung von Flüchtlingen im Thüringer Handwerk. Klaus Nützel, Präsident der Handwerkskammer für Ostthüringen(re.) nahm den Scheck entgegen. Foto: Heike Enzian

Foto: zgt

Sie kommen aus ­Syrien, dem Irak oder Eritrea. In ihren Heimatländern haben sie als Schneider oder Frisöre gearbeitet. Ihre bisherigen Bildungswege können unterschiedlicher kaum sein. Jetzt werden die Flüchtlinge in einem Kurs in der Bildungsstätte Rudolstadt der Handwerkskammer auf eine mögliche berufliche Perspektive im Handwerk vorbereitet.

Analoge Maßnahmen finden auch in den Standorten Gera-Aga und Zeulenroda der Handwerkskammer statt. In einer ersten Phase werden die Kompetenzen der Teilnehmer fest­gestellt. Hierbei werden Allgemeinwissen, rechnerische und sprachliche Kenntnisse getestet. Dem schließt sich eine Berufsfelderprobung an. Geeignete Teilnehmer – man geht hier von einer Quote zwischen 30 und 50 Prozent aus – erhalten im Anschluss die Möglichkeit, eine Qualifikation in den Bereichen Metall/Elektro und Bau/Holz zu absolvieren. Insgesamt ist diese Maßnahme auf zirka 220 Teilnehmer ausgerichtet.

Gestern überreichten Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow und Arbeitsministerin Heike Werner (beide Linke) in Rudolstadt einen Fördermittelbescheid in Höhe von knapp 684 000 Euro aus dem Programm „Arbeit für Thüringen“, mit denen der Freistaat diese Maßnahmen fördert. Weitere ­etwa 76 000 Euro kommen unter anderem von der Arbeitsagentur und dem Jobcenter.

„Heute runden wir einen Prozess ab, der vor etwa einem halben Jahr aus einer Notsituation heraus begann und nun in echte Integration mündet“, so der ­Ministerpräsident. Jetzt gelte es, aus der Talentsuche eine Talentförderung zu machen. Ramelow verwies darauf, dass Thüringen in den nächsten Jahren etwa 280 000 Fachkräfte benötigt. „Es ist nicht nur in humanitärer Hinsicht gut angelegtes Geld. Die Integration wird auch zur Existenzfrage für uns selber. Wenn wir die Fachkräfte nicht gewinnen, dann drohen Unternehmensabwanderungen.“

„Das Handwerk ist offen für Integration. 60 Prozent der Unternehmer könnten sich vorstellen, Flüchtlinge zu beschäftigen. Das A und O dabei aber ist die Sprache“, so Klaus Nützel, Präsident der Handwerkskammer für Ostthüringen.