Azubi des Monats: Felix Friedel will Anlagenmechaniker werden und gern in Gera bleiben

Gera-Zwötzen  Er macht die Lehre mit seinem Freund bei dessen Vater

Felix Friedel lernt im 2. Lehrjahr Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Hier hält er eine Rohrzange in der Hand.

Felix Friedel lernt im 2. Lehrjahr Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Hier hält er eine Rohrzange in der Hand.

Foto: Peter Michaelis

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„Wenn ich zur Kundschaft gehe, bin ich noch aufgeregt. Tief durchatmen sage ich mir. Dann klappt es“.

So motiviert sich Felix Friedel. Der 17-Jährige will Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik werden. Das weiß er seit der neunten Klasse. Da hatte er die Idee vom Fernfahrer schon verworfen. „Zu stressig“, meint er. Die zehnte Klasse beendete er an der Integrierten Gesamtschule in Lusan. Mit ihm sein Freund Tom Steinmetzger, der nicht nur zeitweise sein Banknachbar war, sondern den er auch schon aus dem Kindergarten kennt. Er ist der Sohn des Klempnermeisters in der Pfarrstraße. „Der Betrieb liegt gleich um die Ecke, ich kenne die Familie und ich finde es gut, so engen Kontakt zum Chef zu haben“, erzählt der junge Mann. Wie sich das anfühlt, hatte er in den Ferien getestet. „Das ist persönlicher und lockerer als in einer großen Firma. Aber auch nicht Larifari“, beschreibt er. „Ich habe einen guten Griff gemacht“, meint auch der Meister. „Felix ist sehr interessiert an der Technik. Wissbegierig und willig und bringt eigene Ideen ein“. Frank Steinmetzger hat seine Methode, wie die jungen Leute einmal Gezeigtes anwenden. Den vierten und neuesten Kleintransporter im Betrieb fährt der 18-jährige Tom Steinmetzger. Felix Friedel ist noch Co-Pilot. Er ist gerade dabei seine Fahrerlaubnis zu machen, die ihm sein Chef – wie allen Auszubildenden vorher auch – finanziert.

Mit dem Fahrzeug voller Werkzeug und Material steuern die Beiden leere Wohnungen an. Dort, wo kein Kunde jeden Handgriff verfolgt und wo es eben auch möglich ist, falsch verlegte Rohre zurückzubauen oder den Anschluss von Waschbecken oder Toilettenschüssel ein zweites Mal zu montieren. „Wenn sie Probleme selber lösen, identifizieren sie sich viel mehr mit der Aufgabe“, erlebt der Meister. Natürlich können sie ihn anrufen und fragen. „Manchmal schicken wir auch ein Foto per WhatsApp, wenn wir gar nicht weiter wissen“, erzählt Felix Friedel. Dass das selten vorkommt, ist ihr Bestreben.

„Wenn man es möchte, erreicht man es“, sagt der junge Mann und es klingt wie sein Credo. Ein Glücksfall für den Zwötzener ist, dass er mit seinem Freund lernen kann. „Wir gleichen uns aus“. Wo die Stärken des anderen liegen, mag keiner so genau definieren. „Wir erklären uns, was zu tun ist, ohne viel Fachgerede“, sagt der Jüngere, der wegen seiner Körpergröße bei seinem Freund oft nur Kurzer heißt. Jener revanchiert sich bei dem über 1,80 Meter großen mit dem Spitznamen Langer.

Beide haben im Wechsel zwei Wochen Praxis und eine Woche Theorie in der Berufsschule in Jena-Göschwitz. Auch, weil die gut mit der Bahn erreichbar ist. Im zweiten Lehrjahr verdienen sie nach Tarif 500 Euro. 200 Euro Leistungszulage packt der Chef dazu. Dass die Noten in der Berufsschule besser sind, wundert den 17-Jährigen. „Ich interessiere mich eben komplett für das Thema“, erklärt er sich das.

Am liebsten installiert Felix Bäder. „Das ist sauberer als im Keller rumzukriechen und ich sehe, was ich geleistet habe.“ Nach der Arbeit ist er gern mit dem Mountainbike unterwegs und plant erneut, beim Festival Sonne, Mond und Sterne dabei zu sein. Mit seiner Freundin will er in Gera bleiben. „Hier hat man alles, auch nicht so viel Stress wie in Großstädten“, meint er. Manchmal auch anerkennende Worte von Kunden. „Es ist etwas Gutes, ein Handwerk zu lernen“, habe kürzlich ein älterer Herr zu ihm gesagt. „Da hat man immer zu tun.“

Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

Voraussetzungen

- Hauptschulabschluss oder mittlerer Schulabschluss - Interesse an einem technischem Beruf - sicheres Wissen und Können in Mathematik und Physik - Fähigkeit zur genauen und sorgfältigen Arbeit - handwerkliches Geschick - Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit - Verantwortungs­bewusst­sein

Ausbildungsinhalte

- Fertigung von Bauelementen mit handgeführten Werkzeugen und Maschinen - Montage und Herstellung von Baugruppen - Instandhaltung von Technischen Systemen - Installation von Trinkwasser-, Entwässerungs- und Wärmeverteilanlagen - Ausstattung von Sanitärräumen - Installation von Wärmeerzeugungsanlagen für gasförmige, flüssige und feste Brennstoffe - Ressourcenschonende Installation von Anlagen - Installation von Raumlufttechnische Anlagen - Einstellung und energetische Optimierung versorgungstechnischer Anlagen

Berufsschule

Staatliches Berufsbildendes Schulzentrum Jena-Göschwitz oder Berufliches Schulzentrum für Gewerbe und Technik Altenburg

Ausbildungsdauer

42 Monate

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