Bei Geraer Firmen hinter die Kulissen schauen

Morgen von 14 bis 17 Uhr veranstalten die Stadt Gera und die Industrie-und Handelskammer Ostthüringen gemeinsam mit Unternehmen aus dem Gewerbepark Keplerstraße den ersten Tag der Ausbildung.

Jugendliche können sich informieren über Berufe in Geraer Firmen.

Foto: zgt

Gera. Schüler der Klassen 9 bis 12 haben die Möglichkeit, Firmen und Berufe kennenzulernen und Interessantes über Lehrstellen, Praktikumsplätze und Studienmöglichkeiten zu erfahren.Auch die Firma LFG Leiterplatten, Feinmechanik und Geräte gewährt einen Blick hinter die Kulissen. Wir sprachen mit Inhaber Eckhard Oertel.

Welche Erwartungen haben sie an den Tag der Ausbildung?

Wir bilden seit 2003 aus und es wird jedes Jahr schwieriger , geeignete Jugendliche für die Ausbildung zu finden. So ein Tag der offenen Tür ist gut geeignet, den jungen Leuten die Industrietätigkeit nahezubringen.

Bilden Sie für den eigenen Bedarf aus?

Ausschließlich. Und alle der bisher zwölf Azubis, wurden übernommen, wenn sie das wollten.

Welche Ausbildungsrichtungen bietet Ihre Firma an?

Mit dem Elektroniker für Geräte- und Systeme bieten wir eine dreieinhalbjährige Ausbildung an, die sehr anspruchsvoll ist. Realschulabschluss oder Abitur ist Voraussetzung. Für die Ausbildung zum Industrieelektriker reicht aber auch ein guter Hauptschulabschluss. Außerdem bieten wir als Praxispartner der Berufsakademie ein BA-Studium an. Alle drei Ausbildungsrichtungen sind übrigens auch sehr gut für Mädchen geeignet.

Welche Voraussetzungen sollten die Bewerber unbedingt mitbringen?

Auf jeden Fall gute naturwissenschaftliche Kenntnisse, also in Mathe, Physik und Chemie. Denn es ist ein rein technischer Beruf. Aber auch Ausdauer, Geduld und eine gute Feinmotorik sind Voraussetzungen und natürlich das Interesse für Elektronik und deren Hintergründe.

Wo erfolgt die theoretische Ausbildung?

Im ersten Jahr in Gera, im zweiten und dritten in Ilmenau oder Altenburg.

Ein Wort zum Firmenprofil?

Wir sind Kleinserienhersteller von Leiterplatten und elektronischen Baugruppen, die kundenspezifisch gefertigt werden.

Was haben Sie bislang unternommen, um geeigneten Berufsnachwuchs zu finden?

Wir sind seit Jahren auf der Messe "Berufe aktuell" präsent. Dort haben sich letzte Woche auch vier, fünf Schüler für einen Besuch bei uns angemeldet. Aber ansonsten gibt es kaum ein Podium, bei dem wir den Jugendlichen unsere Tätigkeitsprofile nahebringen können. Der Tag der Ausbildung ist sicherlich eine weitere gute Möglichkeit.

Würden Sie auch an Schulen gehen?

Das wäre kein Problem. Man könnte in 9. bis 12. Klassen Vorträge halten, um Interesse an diesen Berufen zu wecken. Bisher ist aber noch keine Schule an uns herangetreten.

Die meisten wissen offenbar gar nicht, was es in Gera für interessante Firmen gibt.

Interview: Sigrun Broschardt

Am Tag der Ausbildung beteiligen sich morgen unter anderen auch die Firmen Präzisionsoptik Gera, die UGN Umwelttechnik sowie das Technologie- und Gründerzentrum Gera.

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