Dank großzügiger Spenden: Christliche Gemeinschaftsschule Gera erhält Neubau statt Sanierung

Gera  Die Bildungseinrichtung startet neu am Bahnhof. Schüler lernen vorerst noch im Containerpavillon.

Adrian, Fabius, Gregor und Marie (von links) haben die neuen Räumlichkeiten gestern in Besitz genommen.

Adrian, Fabius, Gregor und Marie (von links) haben die neuen Räumlichkeiten gestern in Besitz genommen.

Foto: Peter Michaelis

Was ein Traum war, muss keiner bleiben. Im Gegenteil, wenn man geduldig dran bleibt, an einem Vorhaben, wird aus einer Idee Wirklichkeit. So ­geschieht es gerade in der Franz-Mehring-Straße 2 am Geraer Hauptbahnhof. Die per Vertrag bis 31. Juli im G26 residierende Christliche Gemeinschaftsschule Gera ist auf dem Gelände eingezogen, auf dem in den kommenden Jahren Stück für Stück ein besonderer Schulstandort wachsen wird. Noch verstellen Bauzäune den Blick. Doch mit etwas Vorstellungskraft erahnt man, was sich hinter dem bereits angelegten Schulhof unter großen Bäumen tun wird.

Ein auf dem Platz einer abgerissenen Baracke aus Containern platzierter Schulpavillon beherbergt schon jetzt bis zu 20 Ferienkinder, die neugierig die Bauarbeiten an den benachbarten Gebäuden beäugen. Noch im April hatten Schulleitung und Trägerverein die Sanierung der Häuser in Aussicht gestellt.

Da ahnten sie noch nicht, dass sie ihre Schule nun komplett neu bauen können.

In zwei bis drei Jahren soll die Schule stehen

„Die Friedhelm Loh Group hat uns mit großzügiger finanzieller Unterstützung überrascht und auch weitere große Unternehmen haben teils beachtliche ­Beträge gespendet. Dadurch sind wir jetzt in der komfortablen Situation, die alten Häuser abreißen und unsere Schule auf unser Konzept abgestimmt neu aufbauen zu können“, verriet Schulleiterin Nicole Scheffel-Türpisch.

Zwei Jahre Zeit habe man nun, die Bauplanungen an die neue Perspektive anzupassen – mit einem Jahr Puffer und Flexibilität je nach Anzahl dazu kommender Klassen in den Klassenstufen. Schließlich müssen ­zuerst ein großes Fabrikgebäude in der Mitte des Grundstücks und dann die mehrgeschossige ehemalige Berufsschule mit Wohnheim in der Franz-Mehring-Straße dem Erdboden gleich gemacht werden.

Die Abrissarbeiten und alles andere, das Lärm verursacht, werden ausschließlich in den ­Ferienzeiten stattfinden, betont aber Bernd Bergner, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Schulfördervereins. „Wir werden auch von außen architektonisch deutlich machen, dass wir eine christliche Schule sind“, kündigt er an und spricht von Holzpavillons als Außenklassenzimmer mit Hochbeeten und von einem großen Gemeindesaal für ökumenisch ausgerichtete Veranstaltungen.

Grundschulklassen schon voll

Doch bis dahin werden die Schüler in den großen, hellen Containern lernen. Es stehen drei Klassenräume, ein Gruppenraum und ein Lehrerzimmer zur Verfügung. Im nächsten Schuljahr soll eine zweite Etage mit bis zu vier Klassenräumen aufgestockt werden. Am nächsten Donnerstag starten hier 63 Schüler ins Schuljahr, allein für Klasse 5 sind noch Anmeldungen möglich. „Auch für das nächste Schuljahr sind die Grundschulklassen schon voll“, berichtet Scheffel-Türpisch über den Andrang. Seit Beginn der Bauarbeiten am neuen Standort hätten sich die Anmeldezahlen verdoppelt und man habe sogar Absagen aussprechen müssen.

„Nach drei Jahren Erfahrung im Schulbetrieb im tollen Interimsdomizil G26, zahlt es sich aus, dass wir dran geblieben sind an unserer Vision“, ist die Schulleiterin trotzdem überrascht über die plötzlich gestiegene ­Resonanz. Die Unterstützung durch die Friedhelm Loh Group sei ein Glücksfall gewesen, sagt sie, der weitere Spenden nach sich ziehe. Auch hinsichtlich der Bewerbungen von kompetenten Pädagogen verspricht sie sich jetzt einen Auftrieb und ist erleichtert, dass ihr fürs operative Schulgeschäft ab sofort der neue hauptamtliche Geschäftsführer Philipp Seidel zur Seite steht.

Im Kultusministerium will Bernd Bergner nun noch die staatliche Anerkennung erwirken, dann wäre auch der Weg frei, im eigenen Hause Lehrer auszubilden. Und letztlich sei mit der neu gewonnenen baulichen Freiheit auch der angedachte Kindergarten auf dem Schulareal jetzt wieder intensiver in die Planungen einbezogen. Die Entscheidung über ­separate Schulbereiche für Grundschüler und die Sekundarstufe soll nun in aller Ruhe getroffen werden.

Am 8. August, von 8 bis 16 Uhr, können Eltern die Räume im Schulpavillon besichtigen. Ein Tag der offenen Tür für alle Interessenten mit festlichem Einsegnungsgottesdienst findet am 22. September, ab 15 Uhr statt.

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