Erstes Schuljahr der besonderen Art in der Schillerschule in Neustadt

Neustadt  Dominik Klein wurde mit dem Down-Syndrom geboren. Nun ist er Schüler der 1. Klasse der Neustädter Schillerschule – und seine Mutter ist über alle Maßen dankbar, dass er hier eine solch intensive Förderung bekommt.

Dominik Klein (2.v.l.) genießt jeden Tag an seiner Schillerschule. Der Achtjährige, der mit dem Down-Syndrom geboren wurde, wird an der Grundschule speziell gefördert. Neben seiner Klassenleiterin sind die Sonderpädagogische Fachkraft Grit Schau und die Schulassistentin Annette Kemfert (r.) für ihn da. Foto: Brit Wollschläger

Dominik Klein (2.v.l.) genießt jeden Tag an seiner Schillerschule. Der Achtjährige, der mit dem Down-Syndrom geboren wurde, wird an der Grundschule speziell gefördert. Neben seiner Klassenleiterin sind die Sonderpädagogische Fachkraft Grit Schau und die Schulassistentin Annette Kemfert (r.) für ihn da. Foto: Brit Wollschläger

Foto: zgt

„Es war die richtige Entscheidung, unseren Dominik in der Schillerschule anzumelden“, sagt Monika Klein überzeugt und erleichtert. Selbstverständlich war das nämlich nicht.

Ihr jüngster Sohn Dominik ist ein besonderes Kind, ein Kind, das mit dem Down-Syndrom auf die Welt kam, einer Genom-Mutation, die verschiedene Behinderungen hervorruft und mit der in Deutschland derzeit mindestens 30 000 Menschen leben.

Dominik ist ein richtig lieber Junge und hat ein fröhliches, aufgeschlossenes Naturell. Aufgrund seiner körperlichen und geistigen Besonderheiten lernt er aber anders und langsamer als andere Kinder, er lässt sich gern begeistern, staunt, passt gut auf, gilt als pfiffig. Ob er allerdings an einer ganz normalen Grundschule klarkommen würde – das war für Eltern wie Pädagogen eine spannende Frage.

„Wir haben hin und her überlegt, was wir machen“, erzählt die Mutti. Monatelang zog sich der Entscheidungsprozess zum Ende der Kindergartenzeit hin. Immer wieder gab es Beratungen in der Schule in Neustadt, im Förderzentrum in Pößneck, mit dem Schulamt, mit dem Sozialamt des Saale-Orla-Kreises – es musste auch die Frage der Schulbegleitung für den Jungen entschieden werden.

Schließlich war sich die Mutti sicher, dass ihr Sohn am Wohnort der Familie in Neustadt in der Schillerschule im Kreise der gesunden Kinder eine optimale Förderung bekommen würde. Und so ist es eingetreten. „Ich möchte die Schillerschule, die Lehrer und Erzieher und auch alle Mitschüler in größtem Maße loben“, sagt Monika Klein. „Er wurde vom ersten Tag an freundlich und ohne Vorbehalte aufgenommen, dafür sind wir sehr dankbar und Dominik fühlt sich sehr wohl, geht jeden Tag gern in die Schule“, sagt die Mutter begeistert. Im Unterricht bei Klassenleiterin Sabrina Grau wird Dominik zum einen von der Sonderpädagogischen Fachkraft Grit Schau speziell gefördert und ansonsten von Schulassistentin Annette Kemfert betreut. „Für uns als Pädagogen war die Aufnahme eines Schülers wie Dominik auch eine neue Situation“, sagt die Schulleiterin Petra Völkel. Sehr schnell seien jedoch die anfänglichen Bedenken zerstreut gewesen. Die Klassenleiterin, Sabrina Grau, habe sich vor Beginn des Schuljahres über den speziellen Förderbedarf von Dominik informieren können. Außerdem konnten spezielle Lernmittel angeschafft werden, zum Beispiel Bildkärtchen. „Dominik lernt mit allen Sinnen. Es ist ganz erstaunlich, was er in diesem einen Jahr für Fortschritte gemacht hat“, sagt die Schulleiterin. Er lerne nach einem speziellen Lehrplan mit dem Ziel der Lebensbewältigung, erklärt Petra Völkel. Kinder mit einer Diagnose wie bei Dominik können bis zu sechs Jahre an der Grundschule unterrichtet werden. Danach werde über den weiteren Bildungsweg entschieden. Für den fröhlichen Dominik stellt sich die Frage, was in ein paar Jahren sein wird, erstmal nicht. Dominik genießt jeden Tag in der Schule inmitten der Kinder, die ihn nehmen, wie er ist, die ihm helfen, wo sie können. Er freut sich ebenso, wenn Mama und Papa ihn – meistens mittags – abholen, er fällt beiden vor Freude um den Hals. „Als erstes bekommt er jetzt im Sommer sein heiß geliebtes Eis und dann gehen wir oft im Park spazieren und dann in unseren Garten. Dort gibt es für ihn einen kleinen Pool, eine Rutsche, eine Schaukel. Da tobt er sich richtig aus, das liebt er“, berichtet Mutti Monika „Nur leider hat er auch vor nichts Angst, das kann manchmal gefährlich sein“, weiß Monika Klein. „Dominik ist unser kleiner Sonnenschein“, schwärmt die Mutter. „Alles, was man ihm an Liebe und Zuneigung gibt, gibt er zehnfach zurück“, sagt sie gerührt.

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