Greiz: Elstertalschule feierte die staatliche Anerkennung als Ersatzschule

Greiz  Zudem erhielten fünf Abiturienten, sechs Regelschüler und drei Hauptschüler im Oberen Schloss ihre Abschlusszeugnisse.

Heike Wenk vom Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport überreicht Thomas Bretschneider, Vorsitzender des Schulträgervereins der Elstertalschule, inmitten von Pädagogen, Abiturienten und Schülern die Anerkennungsurkunde als staatliche Ersatzschule. Foto: Karsten Schaarschmidt

Heike Wenk vom Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport überreicht Thomas Bretschneider, Vorsitzender des Schulträgervereins der Elstertalschule, inmitten von Pädagogen, Abiturienten und Schülern die Anerkennungsurkunde als staatliche Ersatzschule. Foto: Karsten Schaarschmidt

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Mit einem bewegenden Festakt im Oberen Schloss feierten Schüler, Pädagogen und Organisatoren der Elstertalschule sowie zahlreiche Gäste die Bestätigung als staatlich anerkannte Ersatzschule. Zudem erhielten fünf Abiturienten, sechs Regelschüler und drei Hauptschüler ihre Abschlusszeugnisse.

Viele Tränen der Rührung, der Freude, des Glücks, aber auch des Abschieds flossen im Fürstensaal des Oberen Schlosses Greiz. Wie selten spiegelte der Festakt der Greizer Elstertalschule die ganze Emotionalität über das Erreichte wider. Thomas Bretschneider, Vorsitzender des Schulträgervereins „Mandala“, erinnerte berührend an die lange Wegstrecke von den Anfängen als Freie Grundschule in Elternträgerschaft 2002 bis zur staatlichen Anerkennung als Gemeinschaftsschule im Februar 2016, die sie mit staatlichen Bildungseinrichtungen gleichstellt hatte und ihr gestattete, sowohl Prüfungen selbst abzunehmen, als auch Zeugnisse auszustellen.

Und so standen nicht nur die Erinnerungen an Wegmarken und Meilensteine im Mittelpunkt, sondern vor allem die fünf Abiturienten Marike Bretschneider, Mia Herrmann, Francesca Harms, Laura Riedel und Franz Neubert sowie die neun Regel- und Hauptschüler, die ihre Prüfungen erstmals nicht mehr extern, sondern dank der staatlichen Bestätigung als Ersatzschule in der Elstertalschule absolvierten.

Dass Gymnasiasten, Regel- und Hauptschüler gemeinsam ihre Zeugnisse entgegennahmen, ist ein Beleg für die in der Elstertalschule gelebte Praxis einer Gemeinschaftsschule, in der Schüler von der ersten bis zur zwölften Klasse gemeinsam lernen und entsprechend ihrer Individualität gefördert und unterrichtet werden.

Anne Veit, Leiterin des Schulteils in der Zeulenrodaer Straße, schuf dafür das Gleichnis von „Meilensteinen“ und „Wegrandkieseln“.

So sei es pädagogisches Konzept der Elstertalschule, einerseits die Einmaligkeit der Schüler, die bunt und vielfältig geformt wie Wegrandkiesel seien, zu fördern, und andererseits den gesellschaftlichem Ansprüchen von Prüfungen und Abschlüssen zu genügen. Herausforderung sei es dabei, die Kluft zwischen beiden Polen kreativ zu gestalten und Brücken zu bauen.

Dass dies in Greiz sehr gut gelinge, bestätigte Heike Wenk, zuständige Referatsleiterin im Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport. Die Elstertalschule, die eine von 18 von der Politik ausdrücklich erwünschten Gemeinschaftsschulen im Freistaat sei, spiele in der Region eine „wichtige Rolle“ und sei aus „der Schullandschaft nicht mehr wegzudenken“.

Zusammenlegung Schulteile als Ziel

Sie wünschte der Schule, dass sie weiter wachse und als „pädagogische Werkstatt“ fungiere. Gemeinsam mit Heike Wenk gratulierte Anke Schmidt vom Schulamt zur staatlichen Anerkennung.

Den Glückwünschen schlossen sich in Grußworten unter anderem Ulrich Zschegner (CDU) als Vertreter der Stadt Greiz sowie Tilmann Kern vom Bundesverband der Freien Alternativschulen an.

Seinen Dank sprachen Vereinschef Bretschneider wie auch der Vorstand allen Wegbegleitern für ihre „zupackenden Hände und aufmunternden Worte“ in den vergangenen Jahren aus. In diesen sei „mit Bedacht und in kleinen Schritten“ nach den ersten Überlegungen 1999 zunächst 2002 die Freie Grundschule Elstertal gegründet worden und ab 2012 die „immense Herausforderungen und einmalige Chance“ genutzt worden, die Schule zu einer Gemeinschaftsschule zu erweitern. Besonderer Dank gebühre unter anderem der Familie Frank Schlegel und Gisela Harms, die den Werdegang der Elstertalschule finanziell bedeutend unterstützt haben. Bretschneider erwähnte aber auch, dass der Weg noch nicht zu Ende gegangenen sei. Schließlich sollen perspektivisch die beiden Schulteile in der Goethestraße und in der Zeulenrodaer Straße an einem Standort zueinanderfinden. Und dass auch dieser Meilenstein erreicht wird, davon ist er überzeugt.

„Ecken und Kanten zu akzeptieren, kann eine Sache auch rund machen“, dankte Abiturientin Francesca Harms Lehrern und Mitarbeitern. Für sie sei ein Traum in Erfüllung gegangen, dass sie wie Marike Bretschneider und Laura Riedel ihre gesamte Schulzeit an der Elstertalschule verbringen durfte. Der Schule wünschte sie deshalb, dass an ihr noch „viele Träume geträumt werden können“.

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