Jugend forscht: Biogasanlage in Mülltonnengröße

Kreative Ideen liegen vorn beim Landeswettbewerb Jugend forscht : Jenaer Studenten entwickeln einen Handschuh, mit dem Taubblinde kommunizieren können. Abiturienten bauen eine Biogasanlage in der Größe einer Mülltonne.

Landeswettbewerb Jugend forscht Sieger in der Kategorie Arbeitswelt mit einem Handschuh, mit dem sich blindtaube Menschen verständigen können: Gregor Sauer, Malte Brammerloh und Philipp Jagusch (von links)

Landeswettbewerb Jugend forscht Sieger in der Kategorie Arbeitswelt mit einem Handschuh, mit dem sich blindtaube Menschen verständigen können: Gregor Sauer, Malte Brammerloh und Philipp Jagusch (von links)

Foto: zgt

Jena. Zwei Teams aus Jena haben sich beim Landesfinale "Jugend forscht" für den Bundeswettbewerb qualifiziert.

Drei Physikstudenten im ersten Semester entwickelten einen Handschuh, mit dem Taubblinde kommunizieren können. Normal nehmen diese Menschen Mitteilungen auf, indem der "Sprechende" eine Tastbewegung in der Handinnenfläche des "Hörenden" vollführt. Verschiedene Finger und Regionen stehen für die Buchstaben des Lorm-Alphabetes.

"Das Lormen braucht aber viel Übung", sagt Gregor Sauer (19), dessen Gastgeber bei einem Freiwilligen Sozialen Jahr in Ecuador betroffen waren. Schon während des Aufenthaltes machte er sich an die Arbeit, einen Handschuh zu entwickeln, der Computerbotschaften in die Tastbewegungen übersetzt. Den ersten Prototypen stellte er mit zwei Kumpels bei "Jugend forscht" vor. Doch dieser mit vielen Kabeln ausgerüstete Handschuh erwies sich noch nicht als alltagstauglich, berichten die Tüftler.

Zu oft brechen die Kabel, so dass sie doch zu einer starren Form neigen. Die Gruppe will aber Kontakt zu Thüringer Textilforschern aufnehmen, die Stoffe mit integrierten Kabeln anbieten, um eine elegantere Variante herzustellen. Ein Patent haben sie vorsorglich angemeldet. Mit ihrem Arbeitswelt-Projekt stehen die Chancen gut, den Bundeswettbewerb, der in Erfurt stattfindet, zu gewinnen.

Fürs Finale haben sich auch Sebastian Wendt, Frank Kühmstedt und André Krause vom Angergymnasium Jena qualifiziert. "Die Eltern von André beschwerten sich über den hohen Energieverbrauch im Bastelkeller", berichtet Sebastian Wendt. Eine Biogasanlage im Miniaturformat soll Abhilfe schaffen. Kaum größer als eine Mülltonne, mit Fleischwolf, Gasbehälter und Autobatterie bauten sie ein Minikraftwerk, das immerhin pro Tag fünf Kilowattstunden Strom und zudem Wärme produziert. "Ein normaler Haushalt verbraucht elf Kilowattstunden täglich", sagt Wendt. Über effizientere Generatoren wollen sie die Leistung ihres Prototypen erhöhen. Doch schon jetzt würde sich ein solches Gerät lohnen. Bei kalkulierten Kosten von 6000 Euro brauche es sechs Jahre und acht Monate, bis sich die Investition rentiert, sagen die Jungforscher.

Erstmals veranstaltete die Jenoptik AG als Wettbewerbspartner auch das Landesfinale "Schüler experimentieren". "Die Jüngeren haben richtig gute Leistungen gezeigt", lobt Patenbeauftragte Melanie Jaklin.

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