Junge Leute preisen in Aga das Handwerk

Gera-Aga  Ausbildungsevent der Handwerkskammer Ostthüringen in Aga mit mehr als 400 interessierten Besuchern

Felix Beerbaum (v.l.), Installateur- und Heizungsbaumeister im Betrieb seines Vaters in Gera, erklärt den Geschwistern Simon und Alina Ostmann aus Ronneburg, dass der Anlagenmechaniker für Sanitär- Heizungs- und Klimatechnik die Brennwert-Heizung mit Tablet prüft.

Felix Beerbaum (v.l.), Installateur- und Heizungsbaumeister im Betrieb seines Vaters in Gera, erklärt den Geschwistern Simon und Alina Ostmann aus Ronneburg, dass der Anlagenmechaniker für Sanitär- Heizungs- und Klimatechnik die Brennwert-Heizung mit Tablet prüft.

Foto: Sylvia Eigenrauch

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Alina Ostmann aus Ronneburg lernt Medientechnologin in Plauen. Trotzdem in­formierte sie sich am Sonnabend gemeinsam mit ihrem Bruder ­Simon, der jetzt in der neunten Klasse ist, über Handwerksberufe.

Zum dritten Mal lud die Handwerkskammer für Ost­thüringen zum Ausbildungsevent in die Bildungsstätte in Gera-Aga ein. Insgesamt 39 Handwerksbetriebe aus der Region stellten dort 26 unterschiedliche Berufe vor.

„Das ist nur ein kleiner Ausschnitt. Insgesamt 140 Ausbildungsberufe gibt es im Handwerk“, macht Katja König, Referatsleiterin für Berufsausbildung bei der Handwerkskammer, die Möglichkeiten deutlich. Reichlich 400 Gäste zählten die Veranstalter. Dabei, so resümierte Sprecher André Kühne, sei aufgefallen, dass die Schüler viel intensiver als sonst nachfragten oder sich selbst versuchten. Beim Pflastern, Baggerfahren oder Mosaiklegen zum Beispiel.

Fasziniert war Alina Ostmann, dass junge Leute Handwerksberufe vorstellten. Felix Beerbaum zum Beispiel. Der 26-Jährige ist schon Installateur- und Heizungsbaumeister und hängt jetzt noch einen Master in Gebäude- und Energietechnik an der Fachhochschule Erfurt dran. „Wir schrauben nicht jeden Tag Klos an“, sagt er und will so mit einem Klischee des Klempnerberufes aufräumen.

70 Prozent gehen in zehn Jahren in Rente

Mit gleich sieben Handwerksfirmen war die Innung für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik vertreten, zu der auch der Betrieb seines Vaters in Gera gehört. „In den nächsten zehn Jahren sind 70 Prozent unserer Belegschaften weggerentnert“, sagt Kai-Uwe Kühn. Der 53-Jährige ist seit einem Jahr Obermeister der Innung, zu der aktuell 44 Betriebe gehören. Tatsächlich, so bestätigt Katja König, sei die größte Nachfrage nach Nachwuchs derzeit bei den Anlagenmechanikern für Sanitär- Heizungs- und Klimatechnik und auch bei den Elektrikern festzustellen.

Johannes Scheibe hat im Betrieb seines Vaters erstgenannten Beruf erlernt. Voriges Jahr erhielt er seinen Gesellenbrief. Inzwischen hat er ein duales Studium in Gebäude- und Energietechnik angehängt. Er baute am Sonnabend mit Gästen eine Klempnerpfeife. Nein, nicht weil er sich mit seinen Kollegen mit ihr verständigt, sondern weil sie mit dem für diesen Beruf typischen Material und Werkzeug hergestellt wird. Aus Titanzinkblech gebogen, entlockte er ihr tatsächlich einen Pfiff und leitete Gäste im Selbstbauen an.

„Cool“, jubelte Max Eisel aus Weida als er aus dem Traktor sprang, den er gerade selbst über eine Wiese gelenkt hatte. „Da hat man richtigen Überblick“, meinte der 19-Jährige, der immerhin 2,40 Meter hoch gesessen hatte. Felix Frank, Lehrling im dritten Lehrjahr in der Firma Laremo Langenwetzendorf, war der Fahrlehrer für diese Probefahrt. Mit ihr wollte der Betrieb neugierig auf den Beruf des Land- und Baumaschinenmechatronikers machen.

Das nächste Ausbildungsevent soll für kommendes Frühjahr geplant werden.

Mehr Fotos: www.otz.de/gera

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >