PolenMobil weckt in der Freien Schule Elstertal Interesse für Kultur und Geschichte

Greiz  Ob Komponist Frédéric Chopin, Physikerin und Chemikerin Marie Curie oder Mark Forster als derzeitiger Chartstürmer, der bürgerlich eigentlich Mark Cwiertnia heißt – berühmte Persönlichkeiten mit polnischen Wurzeln gibt es viele.

Auf der Karte des Deutsch-Polnischen-Länderknotens platzierten sich die Elstertalschüler, um mehr über die Beziehungen zu erfahren. Foto: Rebecca Rech

Auf der Karte des Deutsch-Polnischen-Länderknotens platzierten sich die Elstertalschüler, um mehr über die Beziehungen zu erfahren. Foto: Rebecca Rech

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Auch wenn die Acht- bis Zehntklässler der Freien Schule Elstertal einige davon bereits kannten, überraschte sie doch die Verbindung über die polnische Herkunft, die Carolina Ott und Malgorzata Cebulska gestern beim Besuch mit dem PolenMobil herstellten.

Das Projekt des Deutschen Polen-Instituts und der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit versuchte spielerisch Wissen über die deutsch-polnischen Länderbeziehungen zu vermitteln, um so bei den Schülern Neugierde für das Nachbarland zu wecken. "Die Reaktionen sind sehr positiv. Oft wissen die Schüler vorher nicht so viel, erfahren aber so, dass es kein langweiliges Land, sondern ein gerade für junge Leute interessantes Land ist", so die Erfahrung von Carolina Ott.

So näherten sich die Schüler spielerisch der Historie, Kultur und den politischen Entwicklungen in Polen und gemeinsam zog man die Parallele zu Deutschland, ob durch gemeinsame Flüsse wie Oder und Neiße als Grenzmarkierung oder die Unterteilung in 16 Bundesländer beziehungsweise Woiwodschaften. Dabei konnten die Schüler selbst aktiv werden und die Regionen auf einer großen Landkarte auf dem Fußboden erforschen.

Mit ersten Sprachkenntnissen konnte unterdessen nur eine Schülerin überzeugen, die auch als einzige das Land bereits bereist hatte. Doch das änderte sich schnell, als die Schüler kleine Konversationen und Vorstellungsfloskeln auf Polnisch, von "czesc" (hallo) bis "jak sie masz" (wie geht es dir), lernten. Bereitete die Buchstabenanordnung anfangs einigen Schülern noch gehörige Probleme bei der Aussprache, wurde es in kleinen Sprachkreisen einfacher, so dass am Ende jeder die kleinen Sätze meisterte.

Munteres Raten war unterdessen bei den mitgebrachten Gegenständen angesagt, wie einem Drachen als Zeichen für die Legenden um die Stadt Krakau und Wawel als ehemalige Residenz der polnischen Könige oder bei einem überdimensional großen Stift als Symbol für den Arbeiteraufstand und die Solidarnosc-Bewegung der ­1980er-Jahre. So wurde Wissen zur Kultur und Geschichte vermittelt und die Brücke zum aktuellen Unterricht geschlagen.

Denn dort dominiert derzeit bei Florian Häckel, dem Fachlehrer für Geschichte/Sozialkunde, auf dessen Initiative das PolenMobil anrückte, das Thema zwischenstaatliche Konflikte, die die Beziehungen von Deutschland und Polen schon lange prägen.

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