Schiller-Gymnasium Eisenberg: Mahnung an die verjagten Dichter

Lesung und Gespräch mit Eisenberger Gymnasiasten in der Stadtbibliothek zum Thema Bücherverbrennung vor 80 Jahren.

Mädchen und Jungen des Stammkurses waren gestern zu einer Lesung und einem Gespräch zumThema "Bücherverbrennung vor 80 Jahren" im Veranstaltungsraum "Gotthard-Papst-Saal" der Eisenberger Stadtbibliothek zusammengekommen. Foto: Dieter Urban

Mädchen und Jungen des Stammkurses waren gestern zu einer Lesung und einem Gespräch zumThema "Bücherverbrennung vor 80 Jahren" im Veranstaltungsraum "Gotthard-Papst-Saal" der Eisenberger Stadtbibliothek zusammengekommen. Foto: Dieter Urban

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Eisenberg. Schüler des Stammkurses 11-Conrad vom Friedrich-Schiller-Gymnasium waren gestern zu einer Lesung zum Thema "Bücherverbrennung vor 80 Jahren" in den Gotthard-Papst-Saal der Eisenberger Stadtbibliothek gekommen.

Der Publizist und Schriftsteller Dr. Ulrich Kaufmann referierte zum Thema "Die verjagten Dichter". Die Landeszentrale für politische Bildung Thüringen und der Thüringer Literaturrat veranstalten diese Reihe im gesamten Freistaat. Rita Conrad vom Gymnasium sagte: "Wir bekamen als Schule das Angebot, an so einer Lesung mit Diskussion teilzunehmen und haben sofort zugesagt. In der elften Klasse behandeln wir gerade die Literatur in den Epochen. Da passt das Thema gut zu."

Der Schwerpunkt der Aus­führungen Kaufmanns bezog sich auf die von den Nazis inszenierte Bücherverbrennung am 10. Mai vor 80 Jahren in Berlin. Aber auch in anderen Städten wurden die "Scheiterhaufen" entzündet. "Die Bücherverbrennungen trugen kultischen Charakter", sagte Kaufmann. "Es wurden Volksfeste zelebriert, die mit den Aktionen einhergingen." Er ließ wissen, dass bereits im frühen China Druckwerke dem Feuer geopfert wurden. Und auch aus der deutschen Geschichte nannte er verschiedene Beispiele solcher Zerstörung. Er wolle die Ereignisse des 10. Mai 1933 aber nicht relativieren, so Kaufmann.

Mit der 1933 durchgeführten Verbrennung der Werke von Autoren wie Oskar Maria Graf, Berthold Brecht, Anna Seghers oder Heinrich Heine hätten die Nazis diesen einen "Todesstoß" versetzt, so dass die noch Lebenden nichts anderes tun konnten, als das Land zu verlassen, so Kaufmann. Mit der Lesung und den Gesprächen soll erreicht werden, dass diese Freveltaten im Bewusstsein der jungen Menschen wach bleiben und sich etwas Derartiges nicht wieder­holen mag.

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