Schleizer Gymnasiasten stellen ihre Forschungsarbeiten vor

Schleiz  Junge Gymnasiasten aus Schleiz leisteten in ihren Seminarfacharbeiten wieder anspruchsvolle Forschungsarbeit. Drei interessante ­Themen stellten sie selbst vor großem Publikum auch öffentlich in der Aula vor.

Sarah Wurziger während ihres Vortrags. Foto: Renate Klein

Sarah Wurziger während ihres Vortrags. Foto: Renate Klein

Foto: zgt

„Nichts auf der Welt ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist“, meinte ­der Schriftsteller Victor Hugo. Dass man schon in jungen Jahren die Welt ein wenig aufklären und vielleicht auch verbessern kann, das bewiesen am Dienstagabend zum Auftakt des Schulfestes ­Jugendliche des Schleizer Gymnasiums mit der Vorstellung ihrer Seminarfacharbeiten. Zum 22. Vortragsabend dieser Art unter dem Titel „Was Sie schon immer wissen wollten…“ hatte das Staatliche Gymnasium „Dr. Konrad Duden“ gemeinsam mit der Kreissparkasse Saale-Orla eingeladen.

Konrad Bunzmann begrüßte Akteure und Gäste der gut besuchten Veranstaltung. Gemeinsam mit Dietlind Schott moderierte er den Abend, dessen Niveau durch die hochrangigen musikalischen Beiträge von Elisabeth Enders und Paul Funk angenehm abgerundet wurde. Dem Anlass entsprechend feierlich war das Outfit der jungen Akteure. Den Anfang machten Tobias Füg, Lukas Langer, Matthias Poser und Alexander Schmidt mit ihrer Seminarfacharbeit „Untersuchung zur Effizienz der Energiespeicherung mit Pumpspeicherkraftwerken und Brennstoffzellentechnologie“. Sie hatten das aktuelle Problem Energiespeicherung aufgegriffen und akribisch auf diesem Gebiet geforscht. Mit zahlreichen Tabellen an einer Videowand und Erklärungen hatten sie die Pumpspeicherwerke Bleiloch sowie Goldisthal untersucht und mit anderen Techniken verglichen.

Ihre Arbeit führte sie zu folgenden nachvollziehbaren Thesen: 1. Energiespeichersysteme sind eine wichtige Grundlage für die Energiewende. 2. Stromverbraucherzeiten stimmen nicht mit Erzeugerzeiten überein. 3. Pumpspeicherkraftwerke sind zur Zeit leistungsstärker als Brennstoffzellen. 4. Brennstoffzellentechnologie ist ein Energiespeicher der Zukunft.

Über ein schon lange diskutiertes Problem hatten sich Alexander Kögler, Maximilian Lautenschläger und Clemens Rüdiger Gedanken gemacht. Ihre Arbeit trägt den Titel „Vorkommen von Elektrosmog durch Geräte des täglichen Gebrauchs im Raum Schleiz“. Auch hier war umfangreiche Forschungsarbeit nötig mit Zusammentragen von Werten und vielen Versuchen. „Elektrosmog gibt es schon immer“, erfuhr man. Dafür habe schon das Erdmagnetfeld gesorgt. Der Begriff Elektrosmog sei etwa zu erklären mit elektrischer Schutznebel, ließen die Schüler wissen. Sie hatten die Werte an verschiedenen Geräten in unserer Umgebung untersucht und waren zu dem Ergebnis gekommen, dass man einige Regeln zum eigenen Schutz beachten sollte. Unter anderen sollten Telefone, Radiowecker und Handys sowie Steckdosen sich nicht in unmittelbarer Nähe der Schlafstätte befinden. Von einer eingeschalteten Mikrowelle sollte man Abstand halten, und auch das Handy in der Hosentasche könnte zumindest bei Vertretern des männlichen Geschlechts Schaden verursachen. Unterschiedliche Auswirkungen hat der Elektrosmog nach den noch jungen Forschungen bei verschiedenen Menschen. Registriert wurden Störungen des Hormonhaushaltes, Erschöpfung, Konzentrationsschwächen, erhöhtes Krebsrisiko und Verlust des Schlafhormons Melatonin, also Schlafstörungen. Zu diesem Thema gab es viele Fragen aus dem Publikum.

Nicht weniger interessant war der Vortrag von Elisabeth Enders, Moritz Voigt und Sarah Wurziger mit dem Titel „Der Flavonoidgehalt in Heidelbeeren vor und nach Anwendung ausgewählter Methoden der Verarbeitung“. Die drei Gymnasiasten bezogen einen Teil des Publikums in ihre Forschungen ein. Männer und Frauen durften am Rande des Vortrages selbst experimentieren. Sehr lebendig und humorvoll präsentierten die Jugendlichen den Verlauf und die Ergebnisse ihrer Arbeit. Heidelbeeren sollte man demnach trocknen oder in Alkohol aufbewahren. So erhält man die gesundheitsfördernden Flavonoide. Beim Kochen und Backen gehen sie größtenteils verloren. Auch diese Schülergruppe untermalte alles mit sachlich fundierten Tabellen auf der ­Videowand. Der Beifall fiel am Schluss entsprechend stürmisch aus. „Toll, was die Schülerinnen und Schüler für Ideen haben und was sie daraus machen“, sagte Dirk Heinrich stellvertretend für viele andere in der Aula.