Schüler der Grundschule Knau bei den Waldjugendspielen: In Waldkunde lauter Einsen verdient

Neustadt  170 Schüler der vierten Klassen der Region bewiesen gestern bei den vom hiesigen Forstamt organisierten Waldjugendspielen in Neustadt sehr gutes Waldwissen, Geschicklichkeit und Balance.

170 Schüler der vierten Klassen der Region erlebten am 3. Juni einen gelungenen Unterrichtstag im Wald. Das Forstamt Neustadt, unterstützt durch acht Revierförster der Region, hatte acht spannende Stationen vorbereitet, bei denen eine Menge Wald-Wissen gefragt war. Die Schüler der Grundschule Knau bewiesen exzellente Kenntnisse bei den Baum- und Tierarten. Foto: Brit Wollschläger

Foto: zgt

Im Heimat- und Sachkundeunterricht an der Grundschule in Knau haben die Schüler der vierten Klasse offenbar immer sehr gut zugehört. Die 19 Mädchen und Jungen dieser Klassenstufe, die gestern zu den Akteuren der Waldjugendspiele gehörten, konnten fast alle Fragen zu den Baumarten perfekt beantworten. Sie wussten nicht nur Zweige von Eichen und Birken, Kiefern und Weißtanne richtig zuzuordnen, auch die Douglasie, die Zitterpappel, Eschen und Weymouth-Kiefer sortierten sie fehlerfrei den Baumarten zu. Insgesamt 19 Baumarten. „Das gibt die volle Punktzahl“, lobte Max Weickert, Praktikant im Forstamt. Der Schüler der Abiturstufe will einen Beruf in der Forstwirtschaft ergreifen und lernt derzeit in einem dreiwöchigen Praktikum beim Strößwitzer Revierförster Torsten Veckenstädt, wie interessant das sein kann. Auch die Waldfestspiele gehören zum spannenden Alltag dazu.

Für insgesamt 170 Schüler der Grundschulen der Region – unter anderem aus Triptis, Neustadt, Neunhofen, Moßbach – stand gestern ein Unterrichtstag in der Natur auf dem Programm. An acht Stationen, die von Revierförstern aus der Region betreut wurden, konnten sie ihr Wissen testen, mussten aber auch Treffsicherheit – zum Beispiel beim Zielwurf mit den Zapfen von Nadelbäumen – beweisen. Mit Ferngläsern von einem Hochstand aus entdeckten die Schüler einige Tiere des Waldes – darunter einen Fuchs, einen Habicht, einen Hasen, ein Eichhörnchen und einen kleinen Waschbären. Sie wussten auch, dass das Schwarzwild Rotten bildet und dass der Ort, wo die Bache ihre Jungen bekommt, Kessel heißt. Nur dass die Rehe in einem „Sprung“ unterwegs sind, das wussten sie noch nicht. Der Friedebacher Revierförster Eckhardt Broska hielt für die Schüler einige kuriose Begriffe aus dem Lexikon der Waidmannssprache bereit.

Wissen über Bäume und Tiere des Waldes gefragt

Wenn es ein eigenes Unterrichtsfach Waldkunde gäbe, hätten die Knauer Schüler auf jeden Fall lauter Einsen verdient. Sie holten sich auch eine Menge Punkte in der Bewertung, weil sie die Zusatzfragen der Förster richtig beantworten konnten. Zum Beispiel, welches der Baum des Jahres ist – es ist der Feldahorn. Sie kannten natürlich auch den Vogel des Jahres, den Habicht, und sogar das Insekt des Jahres 2015, den Silbergrünen Bläuling, hatten sie drauf. „Viele unserer Schüler sind sehr naturverbunden“, erklärte die Knauer Lehrerin Ilona Müller. Bereits zum vierten Mal war sie mit einer vierten Klasse bei den Waldjugendspielen in Neustadt dabei und lobte, wie gut die Veranstaltung vorbereitet wurde und dass es jedes Mal etwas Neues zu erleben gibt.

Neu war zum Beispiel die sportliche Herausforderung des Balancierens auf einer Slackline. Dafür wurden über Kreuz zwei Gurtbänder zwischen Bäumen gespannt, auf denen man auf die andere Seite laufen konnte. Zum Festhalten wurden außerdem Halteseile gespannt. Die Aufgabe war nicht nur, sicher zu balancieren, sondern auch gegenseitig Rücksicht zu nehmen und sich immer abwechselnd durchzulassen.

Beim Zählen der Jahresringe einer über 70 Jahre alten Lärche bewiesen die Kinder sehr gute Augen und anschließend viel Geschick und Schnelligkeit beim Nageln in einen Holzstamm. „Das geht leicht“, meinten John-Luka und Daniel. Auch Johanna zum Beispiel traf mit jedem Hammerschlag. In sechs Minuten schafften die Knauer Schüler 57 Nägel einzuschlagen. Ebenfalls um Schnelligkeit ging es beim dreidimensionalen Puzzeln von Holzskulpturen, zum Beispiel Riesen-Zapfen. Hier agierten die Kinder hervorragend im Team. Carolin Schulz, die als Mutti dabei war, bezeichnete den tollen Tag in der Natur bei fantastischem Frühsommerwetter für die Kinder als super und sprach damit wohl allen Teilnehmern aus dem Herzen. Am Start- und Zielort am Neustädter Bismarckturm gab es am Ende noch eine gute herzhafte Verpflegung vom Forstamtsteam für alle Kinder.

Die Waldjugendspiele werden mit dem Thüringer Forst und dem Thüringer Kultusministerium bereits seit 1993 organisiert. Die ideenreiche Kombination zwischen Wissensvermittlung und spielerischer Entdeckung, hat sich offenbar bewährt.

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