Weichen für die Zukunft in Schmölln gestellt

Schmölln  53 Aussteller beraten fast 250 Schüler an der Regelschule Am Eichberg zu Berufsausbildung

Über Ausbildungsmöglichkeiten nach Beendigung der 9. und 10. Klasse in der Schmöllner Region, im Raum Gera und dem nahegelegenen Sachsen informieren sich am Mittwochnachmittag die Schüler

Über Ausbildungsmöglichkeiten nach Beendigung der 9. und 10. Klasse in der Schmöllner Region, im Raum Gera und dem nahegelegenen Sachsen informieren sich am Mittwochnachmittag die Schüler

Foto: Renée Grötsch

Mehr geht kaum. Renommierte alteingesessene Schmöllner und Gößnitzer Firmen, bekannte aus Löbichau und auch aus Gera und Sachsen, Vertreter aus berufsbegleitenden Schulen, Bundeswehr und Kreishandwerkerschaft fanden sich am Mittwochnachmittag von 16 bis 18 Uhr in der Schmöllner Regelschule Am Eichberg ein.

Breite Palette an Ausbildungsberufen

Knapp 250 Schülern stellten sie ihre Ausbildungsberufe und betrieblichen Entwicklungsmöglichkeiten vor, machten ihnen Praktika schmackhaft. 53 Aussteller, darunter über 45 Unternehmen, beantworteten zahlreiche Fragen der Schüler. Auf so kleinem Raum so komprimiert so viele und vor allem völlig unterschiedliche Berufe kennenzulernen, die speziell für Regelschüler interessant sind, das ist schon eine Leistung. Hut ab vor den Organisatoren, der Schulleitung und allen Lehrern der Regelschule, den Kooperationspartnern Schule – Wirtschaft, die die Vorbereitung stemmen, mit den Firmenvertretern Absprachen treffen und mit Verantwortlichen weiterführender Bildungseinrichtungen ins Gespräch kommen. Über Handwerk, Landwirtschaft, einer breiten Palette von Berufen in der Industrie, in der Lebensmittelbranche, soziale und Pflegeberufe informierten sich die Schüler der siebten bis zehnten Klassen. Und wenn man bedenkt, dass manche Betriebe vier oder fünf verschiedene Berufsbilder vorstellten, dann dürften es fast an die 80 bis 100 Ausbildungsmöglichkeiten gewesen sein, direkt in der Region, die den Regelschülern offenstehen. „Es ist eine angenehme, konstruktive Atmosphäre und eine tolle Aktion“, sagte Ronny Thurau von voestalpine Automotive Components in Schmölln kurz vor Toresschluss, gegen 18 Uhr. „Die Schüler kommen auf uns zu, stellen Fragen und hören sich geduldig und interessiert an, was wir ihnen berichten“, resümiert er. Immerhin hat voest­alpine die vier Ausbildungsberufe Mechatroniker, Industriekaufmann, Werkzeugmechaniker und Fachkraft für Lagerlogistik in petto und bietet darüber hinaus drei Studiengänge an der Berufsakademie Glauchau an. Auch für Regelschüler ist es eine Option, nach der Lehre weiterzumachen.

Dieses Jahr im Herbst könnten im Schmöllner Betrieb noch fünf bis sechs Regelschüler eine Ausbildung beginnen. „Aber“, betont Ronny Thurau, „wir suchen Regelschüler mit guten Abschlüssen. Auch wenn wir noch freie Stellen haben, wir machen keine Abstriche bei unseren Anforderungen an die künftig Auszubildenden.“ Immerhin knapp 40 individuelle Gespräche haben die Mitarbeiter von voestalpine geführt.

Rege Nachfrage nach Praktika

Sie waren zuversichtlich, auch wegen der Nachfrage nach Praktika. Andere Firmen warteten ebenfalls mit mehreren Ausbildungsangeboten auf. Ob Euro Akademie oder private Fachschule, die unter anderem Berufe wie Kinderpfleger und Erzieher vorstellten, waren die Vertreter angetan von der Hausmesse. Carola Schwentzer lobte die sehr gute Organisation und brachte ihrer Wertschätzung gegenüber dem Lehrerteam zum Ausdruck, das seine Schüler auf diese Hausmesse sehr gut vorbereitet und stark motiviert hatte. Lehrerin Elke Rohn und Lehrer Veit Ortlepp fanden den ­Nachmittag klasse, weil es eine gute Möglichkeit sei, den ­Schülern Berufe vorzustellen und weil sich die Hausmesse in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt habe.

Auch die Schüler waren größtenteils angetan. Für Willy war die Veranstaltung informativ. Johanna und Marie fanden es praktisch, so viel über Berufe direkt in den altvertrauten Räumen vermittelt zu bekommen. Während es für die Siebtklässler eher noch der Schnupperkurs und ein erstes Orientieren auf kommende Praktika war, gingen die Neunt- und Zehntklässler durchaus sehr zielgerichtet vor.

Die Elternsprecherin Kathrin Lorenz war begeistert, wie gut die Hausmesse angenommen ­wurde. „Es macht Spaß, zu sehen, wie die jungen Leute sich heute hier wohlfühlen, zumal in der Schule Am Eichberg viel Wert auf die berufliche Entwicklung gelegt wird. Und in den Praktika, wofür ein Teil der Schüler heute die Weichen gestellt hat, können sich die Jugendlichen ausprobieren und erste Erfahrungen sammeln. Das ist toll.“ Auch seitens der Eltern, die ­zahlreich der Einladung gefolgt waren, gab es lobende Worte.

Zu den Kommentaren