Arbeiten im Park und hinter Kulissen von Reinhardsbrunn

Reinhardsbrunn  Der Förderverein richtet am Samstag wieder einen Frühjahrsputz aus. Das Land Thüringen strebt eine Mischnutzung für das Schlossanwesen an.

Andreas Paasche präsentierte bei einem Subbotnik um Schloss Reinhardsbrunn Fundstücke wie dieses Paar Skier aus DDR-Produktion, das im Gras lag. Archiv-

Andreas Paasche präsentierte bei einem Subbotnik um Schloss Reinhardsbrunn Fundstücke wie dieses Paar Skier aus DDR-Produktion, das im Gras lag. Archiv-

Foto: Claudia Klinger

Seit Wochen treibt Andreas Paasche die Sorge um die Pflege von Schloss Reinhardsbrunn um. Diesen Samstag kann tatkräftig Hand angelegt werden. Die Mitglieder des Fördervereins Schloss und Park Reinhardsbrunn richten wieder einen Arbeitseinsatz aus.

Es wartet ein großes Betätigungsfeld. Der Winter mit seinen Stürmen habe Spuren hinterlassen, berichtet Reinhardsbrunn-Freund Paasche. Die Wege seien von Bruchholz zu befreien, das Laub der uralten Bäume müsse geräumt werden.

Polizei soll öfters auf Gelände Streife gehen

Auch hinter den Kulissen hat sich einiges bewegt – ausgelöst durch das erfolgreiche Enteignungsverfahren. Die Löschung der im Grundbuch eingetragenen Sicherungsrechte der Gläubiger der bisherigen Besitzerin ist anhängig. Nach Zahlung der Entschädigung und des Erlasses einer Änderungsanordnung durch das Landesverwaltungsamt könne der Freistaat Eigentümer werden, teilte Maria-Theresa Meißner, Sprecherin der Staatskanzlei, auf Anfrage mit (wir berichteten am 16. März).

Vor wenigen Tagen hat sich Gothas Landrat Onno Eckert (SPD) mit Benjamin-Immanuel Hoff (Linke), Chef der Thüringer Staatskanzlei und auch zuständig für Denkmalschutz, getroffen. Bei dem Gespräch sei es um den weiteren Fortgang der Arbeiten am Schloss Reinhardsbrunn gegangen, berichtet Eckert. Nur ein Zwischenbescheid stehe dem Eigentümerwechsel im Weg. Voraussichtlich im Mai könne die Übertragung des Besitzes in Landeshoheit erfolgen. Bis dahin sei der Freistaat noch nicht Eigentümer, sagt er.

Mit dem Eigentumswechsel gehe die denkmalrechtliche Zuständigkeit an das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie über. Bis dahin stehe der Landkreis dafür in der Pflicht. Es gebe ein gemeinsames Interesse, dass während dieses Status quo Schloss und Park keinen weiteren Schaden nehmen.

Ferner werde an einer tragfähigen Lösung für eine spätere Nutzung des fürstlichen Anwesens gearbeitet. Verschiedene Modelle seien im Gespräch. Eckert beschreibt sie mit Mischnutzung, die öffentliche und wirtschaftliche Belange berücksichtigen solle. Konkreter werde es im Laufe des Jahres.

Verabredet sei, dass das Landratsamt das Gespräch mit den Akteuren an Ort und Stelle moderiere. Mit den Mitgliedern des Fördervereins werde sondiert, wer wo wie was leisten könne, sagt Eckert.

Klar sei: Der Freistaat übernehme die Gebäudesicherung. Geld für dringende Bauarbeiten werde noch dieses Jahr fließen, um die Gebäude vorm nächsten Winter zu schützen.

Mit Innenminister Georg Maier (SPD) sei verabredet worden, dass die Polizei auf dem Gelände öfters Streife geht. Eckert: „Wer sich unerlaubt Zutritt verschaffe, macht sich strafbar.“ Ohnehin sei in den Gebäuden nichts mehr zu holen. Sie seien komplett ausgeräumt.

Wer das Schloss und Park sehen wolle, könne öffentliche Führungen nutzen. Die sollen fortgeführt werden, sagt Eckert.

Dafür ebnet am Samstag der Subbotnik auch den Weg. Für Essen und Trinken wird gesorgt und für kleine kulturelle Überraschungen, kündigt Andreas Paasche an.

Arbeitseinsatz im Park Reinhardsbrunn: Samstag, 30. März, 9 bis ca. 15 Uhr. Die Einsatzzeit kann jeder individuell festlegen. Treffpunkt ist das Kavaliershaus; Arbeitsgeräte mitbringen.