Berlin. Die Qualität des Schlafs beeinflusst die Gesundheit am Tag. Australische Forscher haben herausgefunden, dass dies auch für Demenz gilt.

Regeneration, Entgiftung, Lernen: Im Schlaf laufen eine ganze Reihe von Prozessen ab, die für die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit entscheidend sind. Wer zu wenig schläft, fühlt sich im Alltag erschöpft und müde. Auch unser Gehirn und unser Nervensystem können durch zu wenig Schlaf Schaden nehmen: Laut einer australischen Studie erhöht bereits ein leicht verminderter Tiefschlaf das Demenzrisiko deutlich.

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Forscher warnen: Schon ein Prozent weniger Tiefschlaf pro Jahr kann das Demenzrisiko erhöhen

Das Forscherteam um den Psychologen Matthew Pase vom Turner Institute der Monash University führte eine Langzeitstudie mit 346 Personen über 60 Jahren durch. Die Teilnehmer nahmen an zwei Schlafstudien teil, wobei die zweite Studie durchschnittlich fünf Jahre nach der ersten stattfand. Anschließend wurden die Teilnehmer bis 2018 auf Demenzsymptome hin beobachtet.

Die Ergebnisse zeigten, dass ein Rückgang der Tiefschlafphasen um nur ein Prozent pro Jahr das Risiko, später an Demenz zu erkranken, um 27 Prozent erhöhen kann. Diese Ergebnisse blieben auch nach Anpassung an Faktoren wie Alter, Geschlecht, Raucherstatus und Medikamenteneinnahme gültig. Gleichzeitig wies das Team darauf hin, dass auch eine Umkehrung ihrer Ergebnisse denkbar sei, etwa durch die Förderung oder Aufrechterhaltung des „Slow-Wave-Sleeps“ im Alter.

Was ist Tiefschlaf und wie beugt er Demenz vor?

Mit „Slow-Wave-Sleep“ sind die dritte und vierte Schlafphase gemeint: der traumlose Tiefschlaf und die traumreiche REM-Phase. In diesen Schlafphasen sind alle Merkmale des Wachzustandes besonders schwach ausgeprägt – Puls, Atemfrequenz, Muskelspannung und Sinneswahrnehmung sind auf ein absolutes Minimum reduziert. Vor allem im Tiefschlaf ist der Körper maximal entspannt.

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Laut Matthew Pase vom Turner Institute der Monash University soll der Tiefschlaf auch die Gedächtnisleistung fördern: „Wir wissen, dass Schlaf die Beseitigung von Stoffwechselabfällen aus dem Gehirn steigert, einschließlich der Beseitigung von Proteinen, die sich bei der Alzheimer-Krankheit ansammeln“, schreibt Pase in der Fachzeitschrift JAMA Neurology.

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Alzheimer: Genetische Veranlagung beeinflusst Tiefschlaf

Die Forscher untersuchten weiter, ob das genetisch bedingte Risiko, an Alzheimer zu erkranken, mit einer Abnahme des Tiefschlafs und des Gehirnvolumens einhergeht. Auch hier zeigte sich, dass die genetische Veranlagung für Alzheimer zu einer beschleunigten Abnahme des Tiefschlafs im späteren Leben führt, nicht aber zu einer Abnahme des Hirnvolumens.