Anwohner fühlt sich von Rettungshubschrauber bei Sonntagsfrühstück „genervt“ - So gut reagiert die Polizei

Leipzig  Immer wieder kommt es zu Zwischenfällen bei lebensrettenden Einsätzen von Polizei und Feuerwehr, weil sich Unbeteiligte von den Rettern gestört fühlen. Jetzt antwortet die Polizei den Nörglern.

Auch in Thüringen gibt es immer wieder Anfeindungen gegen die Polizei, weil sich Menschen durch Hubschrauber und Martinshorn gestört fühlen.

Auch in Thüringen gibt es immer wieder Anfeindungen gegen die Polizei, weil sich Menschen durch Hubschrauber und Martinshorn gestört fühlen.

Foto: Kai Mudra

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„Wenn unsere Hubschrauber im Einsatz sind, dann hat das Gründe“, so beginnt die Polizei Sachsen einen emotionalen Bericht, der am Dienstag bei Facebook für viel Diskussionsstoff sorgte.

Die Polizei schildert hier einen Vorfall vom Samstagabend, bei dem eine 78-jährige Bewohnerin eines Leipziger Pflegeheims vermisst wurde. Für die Frau bestand aufgrund der nächtlichen Bekleidung und der kühlen Temperaturen Lebensgefahr. Dementsprechend groß war der Rettungseinsatz der Polizei mit Hubschrauber, zahlreichen Beamten zu Fuß und einem Suchhund. Der Einsatz dauerte bis in die Sonntagmorgenstunden an.

Sonntägliches Frühstück gestört

Zu viel Radau für einen Twitter-Nutzer. Öffentlich prangerte dieser unter den Schlagworten „So geht sächsisch“ an, dass die Polizei mit dem Hubschrauber sein sonntägliches Frühstück störe und er sich belästigt fühle.

„Nein, wir entschuldigen uns nicht für den Einsatz unseres Hubschraubers“ kontert die Polizei auf Facebook. „Wenn man keine anderen Sorgen hat, als eine Geräuschbeeinträchtigung während andere in Sorge um Leib und Leben ihrer Angehörigen sind, dann verkennt man scheinbar die Realität. Regen sich solche Menschen dann auch über Martinshorn von Streifenwagen, Feuerwehr und Rettungsdienst auf?“, heißt es weiter.

Eine Einstellung, die anscheinend viele Nutzer teilen. „Leider gibt es viel zu viele die leider überhaupt keinen Respekt vor Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr haben. Solche sind dann auch die ersten die sich beschweren wenn sie warten müssen. Es ist eine schlimme Gesellschaft geworden, viele denken nur noch an sich.“ schreibt Nutzer „Barkas SMH2“.

Frank Thierbach schreibt in den Kommentaren: „Hier gibt es überhaupt nichts zum Aufregen. Und zum entschuldigen gleich gar nichts. Die Bürger welche hier ihre Ruhe haben wollen, sind an Egoismus nicht zu überbieten. „

Viele Nutzer sprechen den Rettungskräften auch Dank aus, wie Silke Seemann, die schreibt: „Ich bin so froh das es euch gibt und möchte auf diesem Weg einfach mal „Danke“ sagen, denn es ist schön das es euch gibt!!“

Übergriffe und Anfeindungen auch in Thüringen

Auch in Thüringen kommt es immer wieder zu Zwischenfällen oder sogar Übergriffen auf Polizei- und Rettungskräfte während Einsätzen. Jüngst drehten Unbekannte während eines Großbrandes in Gera drei Hydranten der Feuerwehr ab und brachten damit die Feuerwehrleute in Lebensgefahr.

In Suhl hat ein Rentner mehrere Sanitäter im Rettungseinsatz beschimpft und geschlagen, weil er sich vom lauten Martinshorn gestört fühlte.

Geschichte mit Happy End

Im Fall der Leipziger Vermissten hatte der Einsatz übrigens ein gutes Ende. Die Frau konnte am Sonntag leicht unterkühl, aber ansonsten wohlbehalten gefunden werden.

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