Niemand will deutscher Feuerwehrpräsident werden

Berlin/Erfurt.  Der Job des Feuerwehrpräsidenten scheint nach den Querelen in 2019 nicht mehr sehr beliebt - hier die Hintergründe.

Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) wird derzeit vom ständigen Vertreter des Präsidenten geführt. Denn ein neuer Präsident ist nicht in Sicht.

Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) wird derzeit vom ständigen Vertreter des Präsidenten geführt. Denn ein neuer Präsident ist nicht in Sicht.

Foto: Ingo Herzog

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Die Nachfolgesuche gerät ins Stocken. Nach dem Rückzug von Hartmut Ziebs als Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) kann im April in Erfurt kein Nachfolger gewählt werden. „Es sind keine Bewerbungen eingegangen“, bestätigte eine DFV-Sprecherin auf Anfrage dieser Zeitung.

Die Frist zur Bewerbung um die Nachfolge von Ziebs war am 10. Januar abgelaufen. Deshalb könne in Erfurt nicht gewählt werden.

Lange als aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge von Hartmut Ziebs war auch der Arnstädter Rechtsanwalt Lars Oschmann gehandelt worden. Der führt derzeit noch den Thüringer Feuerwehrverband und ist einer der DFV-Vizepräsidenten, die zum Jahresende 2019 die Ablösung von Ziebs gefordert hatten. Dass nun im 30. Jahr der deutschen Wiedervereinigung erstmals ein „Ostdeutscher“ den Deutschen Feuerwehrverband führen könnte, scheint damit vorerst vom Tisch.

Ob nun der außerordentliche Delegiertentag in Erfurt am 4. April überhaupt stattfindet, wird sich wohl erst bei der nächsten Präsidialratssitzung im Februar entscheiden. Denn schon im Juni steht die nächste ordentliche Delegiertenversammlung im Rahmen der Fachmesse „Interschutz“ in Hannover auf dem Programm. Nach Informationen dieser Zeitung wollen Vertreter aus den Landesverbänden bis dahin eine Lösung für den vakanten Präsidentenposten präsentieren. Wie die aussehen kann, das ist derzeit offen.

Anders beim Thüringer Feuerwehrverband, der parallel zum Bundesverband ebenfalls einen neuen Präsidenten braucht. Denn Lars Oschmann will bei der Delegiertenversammlung nicht wieder antreten, was er schon zeitig während der laufenden Legislatur angekündigt hat. Zudem war er vor der Landtagswahl 2019 in Thüringen in Bedrängnis geraten, weil ihm vorgeworfen wurde, sein Amt zu sehr politisiert zu haben. Auch die Frist für die Bewerbung zur Nachfolge Oschmanns ist am 10. Januar abgelaufen. Anders als beim Deutschen Feuerwehrverband gibt es mindestens einen Bewerber für die Nachfolge, der nach Informationen dieser Zeitung aus Mittelthüringen stammt.

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