Noch kein entscheidender Hinweis zum Geleitbrunnen

Weimar.  Böller-Attacke passierte wohl Silvester gegen 21.30 Uhr. Bürgermeister bringt generelles Feuerwerk-Verbot in der Innenstadt ins Gespräch.

Die Schale des Geleitbrunnens, der Silvester Opfer einer Böller-Attacke geworden ist. Die Säule soll aus Sicherheitsgründen abgebaut werden.

Die Schale des Geleitbrunnens, der Silvester Opfer einer Böller-Attacke geworden ist. Die Säule soll aus Sicherheitsgründen abgebaut werden.

Foto: Susanne Seide

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Zwei Wochen nach der Böller-Attacke, bei der der Geleitbrunnen am Schwarzbierhaus stark beschädigt wurde, hat die Stadtspitze noch keinen zielführenden Hinweis zum Ergreifen des Verursachers erhalten. Das bestätigte Bürgermeister Ralf Kirsten. Für den entscheidenden Tipp hatte die Stadt eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt.

Allerdings lässt sich die vermutliche Tatzeit inzwischen eingrenzen. Demnach wurde am Tatort Silvester gegen 21.30 Uhr ein Böllerknall gehört, der über den üblichen Krach hinausgegangen sei, so Ralf Kirsten weiter. Er und Oberbürgermeister Peter Kleine hatten die Attacke auf den Brunnen scharf verurteilt. 2018 war der Löwenbrunnen am Graben ebenso vermutlich durch einen Polen-Böller stark beschädigt worden. Die Stadt hatte rund 40.000 Euro für die Reparatur aufbringen müssen. „Aber es wurde niemand zur Verantwortung gezogen“, sagte Peter Kleine. „Ich erwarte, dass die Polizei den Übeltäter findet“, fügte er zum neuerlichen Zwischenfall hinzu. Vorfälle wie dieser seien Zeichen einer „traurigen Entwicklung, bei der Sachwerte irrelevant“ für die Verursacher seien. Dieser dürfte sich wegen Sachbeschädigung und des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz verantworten müssen.

Die Zerstörung am Kulturgut hat eine Diskussion entfacht, wie die Stadt das verhindern könne. Ein Vorschlag ist, alle Brunnen über den Winter einzuhausen. Der Löwenbrunnen ist so geschützt. Allerdings auch, weil sich im Sandstein, aus dem die neue Schale besteht, noch durch Kalk aus dem Wasser die Poren schließen müssen, damit das Material bei Frost nicht platzt. Die Kosten für das Einhausen betrugen in etwa 10 Prozent dessen, was für die Reparatur aufgewendet werden musste.

Bürgermeister Ralf Kirsten kann sich auch ein generelles Böller-Verbot in der Innenstadt vorstellen. Zumal bereits auf vier Plätzen kein Silvester-Feuerwerk erlaubt ist. Als Alternative brachte er die Variante ins Gespräch, die etwa in Paris üblich ist: Dort gibt es ein kurzes Feuerwerk der Stadt und eine fulminante Lasershow.

Hinweise zum Geleitbrunnen an die Polizei, Telefon 03643/8820, oder das Büro des Bürgermeisters, Telefon 03643/762300

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