Vermisster 10-jähriger Patrick aus Erfurt gesund und munter

Die intensive Suche eines ausgerissenen zehnjährigen Jungen hielt am Dienstag Angehörige und Polizei aus Erfurt in Atem. Die Polizei meldete abends den Fahndungserfolg. Patrick sollte offenbar zu seiner leiblichen Mutter zurück.

Die Polizei brachte in Erfurt – wie hier in der Blumenschmidtstraße – Steckbriefe mit dem Bild des vermissten Patrick an. Zahlreiche Beamte suchten nach ihm im Stadtgebiet. Ein Einwohner entdeckte ihn dann am Abend. Foto: Sascha Fromm

Die Polizei brachte in Erfurt – wie hier in der Blumenschmidtstraße – Steckbriefe mit dem Bild des vermissten Patrick an. Zahlreiche Beamte suchten nach ihm im Stadtgebiet. Ein Einwohner entdeckte ihn dann am Abend. Foto: Sascha Fromm

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Erfurt. Nach einem dramatischen Suchappell am Nachmittag kam gestern Abend die erlösende Nachricht. Der seit anderthalb Tagen gesuchte zehnjährige Patrick aus Erfurt wurde "gesund und munter" gefunden. Laut Polizei hatte ein "aufmerksamer Bürger" den Jungen entdeckt, als er im Süden durch Erfurt gestapft war. Offensichtlich wollte er sich unter einer Brücke ein Nachtquartier suchen.

Noch gestern Nachmittag hatte sich die Polizei mit einem dramatischen Appell direkt an den Zehnjährigen gewandt: "Sollte der Patrick diese Nachricht selber hören, dann möchte er sich bitte ganz schnell bei seiner Pflegemutter oder der Polizei melden", hieß es in dem Aufruf, der an alle Radiostationen, aber auch die Zeitungen gegeben wurde. Patrick brauche keine Angst zu haben, es werde eine Lösung für seine Unterkunft gefunden werden, hieß es. Die Bedingung dafür sei aber, dass er sich umgehend melde.

Der zehnjährige Jungen war vorgestern gegen 12.15 Uhr auf einem Spielplatz in der Nähe der Erfurter Eugen-Richter-Straße von seiner Pflegemutter davongelaufen. Bereits gegen 13 Uhr meldete die Pflegemutter das Kind bei der Polizei als vermisst. Kurz darauf wurde ein Suchhund, der speziell zum Aufspüren von Personen ausgebildet ist, eingesetzt. Das Verfolgen der Spur blieb aber genauso erfolglos, wie das Einbeziehen der Bus- und Straßenbahnfahrer sowie der Taxis in die Suche.

Zugleich befragte die Polizei ab Montagnachmittag Freunde und Bekannte von Patrick und seinen Pflegeeltern. Doch auch Verwandte konnten bei der Suche nicht weiterhelfen. Gestern wiederholten die Beamten diese Befragung noch einmal.

Sogar der Vermutung, dass der Zehnjährige vielleicht allein auf dem Weg nach Leipzig sein könnte, wurde nachgegangen, ohne Erfolg. Zudem suchte eine Polizeihundertschaft gestern erneut das Terrain um den Spielplatz in der Eugen-Richter-Straße ab, von dem der Junge ausgerissen war.

Nach Informationen unserer Zeitung sollte der Zehnjährige in den nächsten Tagen wieder zu seiner leiblichen Mutter zurückgehen. Sie wird außerhalb von Thüringen in einem Krankenhaus behandelt. Das aber wollte Patrick offenbar nicht und lief somit womöglich genau aus diesem Grund davon. Das Erfurter Jugendamt äußerte sich mit Blick auf die Suche nicht zu der familiären Situation. Auch zum Umzug zur leiblichen Mutter des Jungen gab es keine Stellungnahme.

Gegen 20 Uhr informierte die Polizei Bus- und Straßenbahnfahrer aber auch die Medien per SMS-Kurzmitteilung auf die Handys, dass der Ausreißer gefunden ist und es dem Jungen gut gehe. Was er in der Zeit genau getrieben hat, in der er verschwunden war, konnten die Beamten noch nicht sagen. Der Junge wurde erst einmal in die Obhut des Jugendamtes gegeben. Für alle Beteiligten überwog die Freude über das glückliche Ende der Fahndung.

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