Zwei Familien verlieren im Eichsfeld ihre Häuser

Dingelstädt/Wachstedt.  Mehr als 150 Einsatzkräfte kämpfen bei Großbränden in Dingelstädt und Wachstedt gegen die Flammen. Zwei Familien können nicht mehr in ihre Häuser zurück.

Die Löscharbeiten dauerten in Wachstedt bis in die frühen Morgenstunden. Am Sonntagvormittag waren die Feuerwehrleute weiterhin vor Ort, um bei einem erneuten Aufflammen schnell Eingreifen zu können.

Die Löscharbeiten dauerten in Wachstedt bis in die frühen Morgenstunden. Am Sonntagvormittag waren die Feuerwehrleute weiterhin vor Ort, um bei einem erneuten Aufflammen schnell Eingreifen zu können.

Foto: Feuerwehr Heiligenstadt

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Das erste Wochenende im neuen Jahr wird bei vielen Eichsfeldern in trauriger Erinnerung bleiben. Gleich zwei Familien stehen nach diesem vor der Frage: Wie geht es jetzt weiter? Das traute Heim fiel dem Feuer zum Opfer. Es wird nie wieder so sein, wie es vor dem 4. und 5. Januar war. In beiden Fällen konnten die Bewohner die Häuser rechtzeitig und unverletzt verlassen. Einer musste Sonntagnacht ins Krankenhaus gebracht werden, da er Rauchgas eingeatmet hatte.

Zwei Brände sorgten für Großeinsätze der Feuerwehren in Dingelstädt und Wachstedt. Viele der Einsatzkräfte waren nur wenige Stunden nach dem Brand eines Einfamilienhauses im Dingelstädter Wendener Weg am Samstag ein wenig zur Ruhe gekommen, da schrillten die Sirenen schon wieder. Sonntagnacht um 1.28 Uhr alarmierte die Zentrale Rettungsleitstelle des Landkreises die Feuerwehren Wachstedt und Dingelstädt zu einem Gebäudebrand.

„Als wir in der Feldstraße ankamen, stand das Wirtschaftsgebäude im Vollbrand. Ich habe sofort weitere Kräfte nachalarmiert“, sagt Mathias Lins, zuständiger Kreisbrandmeister und Ortsbrandmeister für Wachstedt. Man habe zunächst versucht, das Wohngebäude noch zu retten, aber dies gelang nicht. „Das Feuer hat zu schnell auf den Dachstuhl übergegriffen. Es war nichts zu machen.“ Mehrere Angriffstrupps bekämpften die Flammen. Wie schon beim Einsatz am Samstagnachmittag im Wendener Weg kam die Drehleiter der Dingelstädter Feuerwehr zum Einsatz. Mehrere Strahlrohre wurden in Stellung gebracht, um das Ausbreiten des Feuers auf benachbarte Gebäude zu verhindern. Die Witterung war ein großes Problem. „Wir waren permanent am Streuen. Es hat sich immer wieder Eis gebildet“, blickt Lins am Sonntagmorgen um 10.30 Uhr auf den nächtlichen Einsatz zurück. Auch die nachalarmierten Wehren hatten mit der Glätte auf den Straßen zum Einsatzort zu kämpfen. Während des Einsatzes unter Atemschutzmasken konnte eine Schildkröte gerettet werden.

Großeinsatz bei Brand in Wachstedt

Schnell reagiert haben auch die Gemeinde und viele Wachstedter. „In der alten Gemeindeschenke wurde ein Versorgungspunkt eingerichtet. Hier konnten wir uns aufwärmen, und Frauen aus dem Ort haben Kaffee gekocht und Brote geschmiert“, sagt Mathias Lins. Um 7.12 Uhr erfolgte die Meldung: „Feuer aus“. Bis um 13 Uhr wurde am Sonntag an der Unglücksstelle Brandwache gehalten, um bei einem möglichen erneuten Aufflammen schnell Eingreifen zu können. „Jetzt wird das Gebäude von der Polizei bewacht. Es muss die Brandursache geklärt werden“, berichtet der Ortsbrandmeister am Sonntagabend.

Rund 90 Kameraden der Feuerwehren Dingelstädt, Großbartloff, Heuthen, Kefferhausen, Kreuzebra, Küllstedt, Wachstedt, Heiligenstadt und Büttstedt bekämpften die ganze Nacht die Flammen. Mit im Einsatz waren Mitarbeiter des Rettungs- und Sanitätsdienstes sowie die Polizei.

Einfamilienhaus in Dingelstädt stand in Flammen

„Unklare Rauchentwicklung“, hieß es Stunden zuvor am Samstag, als die Dingelstädter Feuerwehr um 13.43 Uhr alarmiert wurde. „Beim Ausrücken bestätigte sich, dass ein Auto im Vollbrand steht“, sagt Stadtbrandmeister Ansgar Nolte, der alle Feuerwehren der Landgemeinde Stadt Dingelstädt zur Unterstützung anforderte. Und als die Feuerwehrleute im Wendener Weg ankamen, brannte ein Einfamilienhaus, neben dem ein Auto unter einem Carport in Flammen stand.

„Das Feuer ist sofort in den Dachstuhl gezogen“, so Nolte. Zudem sei der Einsatz aufgrund der engen Bebauung im Wohngebiet und des Bewuchses mit Bäumen und Hecken rings um das Grundstück eine große Herausforderung für die Einsatzkräfte gewesen. Aber diese konnten durch ihr schnelles und umsichtiges Handeln Schlimmeres verhindern. „Nachbarn haben selbst mit einem Schlauch versucht, eine Koniferenhecke zu löschen, als wir eintrafen“, berichtet Nolte. Dies habe wenig Wirkung gezeigt, da die Hecke schon stark in Flammen stand.

Zwei Trupps begannen umgehend mit der Brandbekämpfung. Ein Trupp schützte mit einem Schnellangriff das Nachbargebäude. Der zweite Trupp löschte den in Flammen stehenden Pkw. Parallel dazu wurden durch die Feuerwehrleute weitere Wasserversorgungen aufgebaut, um gegen die Flammen anzukommen. „Zur Sicherheit habe ich die Leinefelder Feuerwehr nachgeordert“, sagt Ansgar Nolte. Diese war mit einem Großtanker nach Dingelstädt gekommen, um im Notfall die Wasserversorgung sicher zu stellen. „Sie waren nicht im Einsatz, und konnten nach einer halben Stunde wieder abrücken“, berichtet der Stadtbrandmeister.

Als die Leinefelder eintrafen, hatten die Kameraden aus Dingelstädt, Silberhausen, Helmsdorf, Kefferhausen und Kreuzebra das Feuer unter Kontrolle. Mit Atemschutzmasken waren sie mehrfach im Einsatz, suchten zu diesem Zeitpunkt nach Glutnestern. Da sich solche in der Dämmung, den Zwischendecken und unter dem Dach gebildet hatten, dauerte der Einsatz circa zwei Stunden. Von der Drehleiter aus wurden Dachziegel entfernt, um die Glutnester an schwer zugänglichen Stellen ablöschen zu können. Gegen 16 Uhr war für ein Großteil der Feuerwehren der Landgemeinde der Einsatz im Wendener Weg beendet. Für einige Kameraden endet dieser erst gegen 22 Uhr, sie hielten Brandwache. Neben den 64 Feuerwehrleute waren der Rettungsdienst und die Polizei vor Ort. Die Anwohner versorgten die Einsatzkräfte mit Kaffee und heißem Tee. „Das war 1A“, spricht Dingelstädts Stadtbrandmeister einen Dank im Namen aller Einsatzkräfte aus.

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