Der wöchentliche Jena-Klatsch von Thomas Stridde

Anja Siegesmund steht unter besonderer Beobachtung in unserer Stadt. Nicht nur, dass die in Jena lebende Thüringer Umweltministerin als Bündnisgrüne bei der Kommunalwahl ein Stadtratsmandat gewonnen hat und dies, wie sie auf Nachfrage sagte, auch annehmen will. Also nix da – von wegen Schleppmandate produzieren, und dann tschüs, Stadtrat! „Ich freue mich auf die Stadtratsarbeit“, sagte sie, zumal die Grünen neun der 46 Mandate holten und sich die Arbeit somit gut verteilen lasse. Es scheint alles einigermaßen kompatibel mit dem Ministerin-Alltag. Interessant ist zudem die Frage, von welchem rhetorischen Blute Stadträtin Siegesmund ist? In der Nachbarstadt Gera zog ein gewisser Ingo Kaschta in den Stadtrat ein als Alleinkämpfer für die Satire-Partei „Die Partei“. Er ist Anja Siegesmunds Onkel (der Bruder des Vaters der Ministerin). Beherrscht auch seine Nichte die feine satirische Klinge – etwa mit Ironie, mit Übertreibung? Wir Journalisten raten, solche Mittel knapp dosiert zu verwenden. Ironie wird oft nicht verstanden.  ...

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Onkel Ingo

Europäischer Geist lebt

Politiker und Journalisten lamentieren noch, ob man sich die Idee vom vereinten Abendland nicht abschminken kann in Zeiten der rechtspopulistischen Morgendämmerung. Derweil sind die wahren Europäer auf dem Marsch. Zum Beispiel weilte jetzt der Cospedaer Verein „Freunde von Plomeur“ in der französischen Partnergemeinde. Seit 26 Jahren wird diese Freundschaft gepflegt; im Jahreswechsel besuchen sich die Vereine einander. Bei der Reise in die Bretagne hatten die Cospedaer diesmal Alt-OB Peter Röhlinger in ihrer Mitte.

Zum 200. Male auf der Tanne

Wahrlich, ein besonderes Jubiläum: Im Gasthaus „Grüne Tanne“ trafen sich in dieser Woche Damen und Herren, die 1955 an der Angeroberschule (später EOS Johannes R. Becher und nach der Wende Angergymnasium) gemeinsam ihr Abitur vollendet haben. Zwar sind mittlerweile acht Herren der damals 24-köpfigen Klasse verstorben und zwei Leute nicht mehr erreichbar. Aber: Neun Mitschüler haben sich seit Februar 2002 monatlich in der „Grünen Tanne“ am Stammtisch getroffen, und dies geschah nun zum 200. Male. Das sind die neun Getreuen: Anneliese Amthor, Ursula Fiedler, Gerhard König, Günter Krauß, Horst Luthardt, Kurt Meyer, Gerhard Weiß sowie die beiden Bürgermeister der Nachwende-Zeit – Dietmar Haroske und Günter Graupe. In summa können jene Schüler der Jahrgänge 1936, 1937 auf acht Goldene Hochzeiten und eine Diamantene Hochzeit verweisen. Besonders wird am Stammtisch wohl diskutiert worden sein, dass ein verwitweter Mitschüler wieder geheiratet hat.

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