Eröffnung 2020: Mühlhausen wird Heimstätte des Thüringer Bratwurstmuseums

Holzhausen  Das Bratwurstmuseum zieht um. Am frühen Mittwochnachmittag wurden in Holzhausen bei Arnstadt die Verträge unterschrieben. Neuer Eigentümer ist Jan Kratochwil mit der JKAG.DE GmbH, der die Marke und die Idee kauft. Der Mühlhäuser möchte das Museum auf dem Gelände des einstigen B-Lagers am Mühlhäuser Stadtwald wieder aufbauen – und erweitern.

2020 soll das Bratwurstmuseum in Mühlhausen eröffnen. Nach Saisonende werden die Gebäude in die Kreisstadt gebracht.

2020 soll das Bratwurstmuseum in Mühlhausen eröffnen. Nach Saisonende werden die Gebäude in die Kreisstadt gebracht.

Foto: Daniel Volkmann

Zum Unterschreiben waren auch Mühlhausens Oberbürgermeister Johannes Bruns (SPD) und Christian Fröhlich als Vertreter der Wirtschaftsförderung mit nach Holzhausen gekommen. Bruns sieht das Projekt als „touristisch hoch spannend“ an. Fröhlich rechnet damit, dass das Museum einen neuen touristischen Markt erschließt.

50.000 Gäste brachte das Bratwurstmuseum in der Vergangenheit jedes Jahr in den Vorort von Arnstadt. Eine Zahl, die wachsen dürfte angesichts des Vorhabens, das Museum dann in Mühlhausen elf Monate lang geöffnet zu haben statt wie bisher sechs Monate.

Um den neuen Standort haben der Vorsitzende des 350 Mann starken Vereins der Freunde der Thüringer Bratwurst, Uwe Keith, und sein Vize und Mit-Eigentümer des Museums, Thomas Mäuer, genauso wie Jan Kratochwil lange ein Geheimnis gemacht. Noch vor einer Woche hieß es: Man habe sich etwa 20 bis 25 potenzielle Standorte angesehen und viele Gespräche geführt.

Jetzt sind die letzten Details im dicken Vertragswerk mit dem Investor Jan Kratochwil, der eine siebenstellige Summe aufbringen wird, geklärt.

In Holzhausen sei man nun einmal an seine Grenzen gestoßen. 50.000 Besucher pro Jahr und 400 Reisebusse verkraftete das Dorf nicht. Zudem fehle es an der Barrierefreiheit. Man wolle künftig mehr für Kinder anbieten, besser zeigen, wie die Wurst entstehe. Innerhalb von zwei Jahren soll der Umzug erfolgen. In diesem Jahr geht es in Holzhausen weiter, auch an den Traditionsveranstaltungen wolle man festhalten.

Mit nach Mühlhausen umziehen wird auch das Bratwursttheater. Das bestreitet 2019 seine zehnte Spielzeit. Mühlhausens Bürgermeisterin Beate Sill (parteilos) kennt es bereits. Zweimal sei sie zu Vorstellungen dort gewesen. „Immer war es rappelvoll und wirklich schön.“ Für sie passt das Museum auch gut als Anschluss an die touristische Weiterentwicklung des Areals Schwanenteich / Popperöder Quelle.

Seit mehr als einem Jahr habe die Stadt Gespräche geführt. „Wir haben gehört, dass das Museum einen neuen Standort sucht und haben mit dem Verein das Gespräch gesucht“, sagt Oberbürgermeister Johannes Bruns (SPD). In der Stadt habe man mit verschiedenen Unternehmern das Gespräch gesucht.

In der ersten Ausbaustufe ist es geplant das Museum, die Gastronomie und alle Erlebnisstandorte zu verlegen. 110 Parkplätze für Pkw wird es geben, vier für Busse. „Das sollte für den Alltagsbetrieb reichen; für Sonderevents werden wir weitere Flächen nutzen“, so Thomas Mäurer.

Nach Ende der Saison werden die Gebäude nach Mühlhausen transportiert. Es solle möglichst keine Ruhepause geben. Vorerst solle sich das Gelände des Museums auf einer Fläche von einem Hektar befinden, erweiterbar auf 8 Hektar. Das gesamte Gelände ist 16 Hektar groß.

Das Gebäude des Bratwursttheaters wird seine Kapazität auf 300 Plätze verdoppeln. In weiteren Schritten sind Schau-Verwurstung und weiter kulinarische Projekte geplant. Verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten werden das Angebot dann komplettieren. Welche genau, das solle noch entschieden werden.

Der Stadtrat selbst will am heutigen Donnerstagabend einen Aufstellungsbeschluss fassen. Bruns rechnet mit etwa einem Jahr, die es für die Planungen und die Absprachen mit dem Landesverwaltungsamt braucht.

Der Investor, die JKAG.DE GmbH, betreibt bereits erfolgreich gastronomische Einrichtungen, ein Hotel und zwei Ferienparks an der Ostsee.

Der Verein Freunde der Thüringer Bratwurst bleibt im Amt Wachsenburg und behält die Trägerschaft für das Museums.

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