Farbanschlag auf Jenas Stadtkirche

Graffiti-Schmiererei an der Nord-Fassade der Stadtkirche. - Das anrainendes Areal wird neugestaltet.

Beschmierte STadtkirchen-Fassade:Das zweite "i" in dem Wort Religion hatten die Täter vergessen und später ergänzt. Fotos (2): Thomas Stridde

Beschmierte STadtkirchen-Fassade:Das zweite "i" in dem Wort Religion hatten die Täter vergessen und später ergänzt. Fotos (2): Thomas Stridde

Foto: zgt

Jena. Traurig, traurig! Schmierfinken haben die Nord-Fassade der Stadtkirche St. Michael verschandelt. Kirchmeister Friedrich Bürglen sagte gestern, dass die Graffiti-Sprayer am vorletzten Wochenende zu Werke gegangen seien. Entdeckt habe den Schaden zuerst eine Frau aus der Nachbarschaft. Auf das Gemäuer sind drei Schriftzüge gesprüht worden: mit roter Farbe "Satan" sowie mit schwarzer Farbe "Religion ist heilbar" und "Für mehr Disteln im Beton". Im Wort "Religion" hätten die Täter zunächst ein "i" vergessen gehabt und dies nachträglich hinzugefügt, berichtete Friedrich Bürglen.

Er bestätigte, dass die Tat zur Anzeige gebracht und mittlerweile Angebote der Denkmalpflegefirma Bennert zur Behebung des Schadens eingeholt wurden. Problem dabei: Der Stein sei sehr porig; "das ist nicht 100-prozentig wegzukriegen", sagte der Kirchmeister.

Klar ist: Die einem Hinterhof-Geviert zugewandte und nachts im Dunklen stehende Nord-Fassade lädt die Farb-Sprayer viel eher zur Untat ein. Insofern hofft Friedrich Bürglen, dass die städtische Fläche hinter der Stadtkirche "im sensiblen Denkmalpflegebereich" wie geplant bald neugestaltet "und sicher auch besser beleuchtet wird, so dass es die Schmierer eher abhält von ihrem Tun", sagte Friedrich Bürglen. Schon am heutigen Mittwoch hat er dazu einen Gesprächstermin mit Denkmalpflege-Experten.

Das Areal hinter der Stadtkirche ist planerisch ein Teil der "Eichplatz-Umfeldgestaltung", sagte gestern Kerstin Rietz, die Leiterin des Fachdienstes Stadtplanung im Stadtentwicklungsdezernat. Es werde gerade eine Vorplanung erarbeitet, die Anfang Dezember dem Stadtentwicklungsausschuss des Stadtrats vorliegen soll. Für die Vorplanung sei im Dezernat eigens eine Arbeitsgruppe gebildet worden, die in ihre Überlegungen zum Beispiel Standorte für Bänke, für Kunst und für einen Spielplatz einzubeziehen hat. "Das ist ein sehr komplexes Thema."