Testen wir uns krank? Antworten auf die wichtigsten Fragen zu den Corona-Tests

Erfurt.  Wann wird wo wer in Thüringen auf Corona getestet? Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Verzögerungseffekt: Was sind die besten Corona-Maßnahmen?

Die richtigen Corona-Maßnahmen brauchen Zeit, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Was wirklich hilft, sieht man oft erst später. In der Wirtschaftspolitik heißt dieses Phänomen "Verzögerungseffekt" und er greift auch bei der Coronapandemie.

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Zuletzt wurde in Thüringen 30.000 Tests pro Woche getestet. Wann und wie oft werden Corona-Tests durchgeführt, wie funktionieren sie – und beeinflusst die Anzahl der Tests die Zahl der Neuinfektionen? Die wichtigsten Fragen und Antworten, die zum Großteil auf Informationen des Thüringer Sozialministeriums beruhen. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Wann ist ein Test angeraten?

Bei den für dieses Coronavirus typischen Symptomen: Laut Robert-Koch-Institut sind dies Husten, erhöhte Temperatur oder Fieber, Kurzatmigkeit, Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns, Schnupfen, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen oder allgemeine Schwäche. Bei einem positiven Befund werden in der Regel auch die Personen getestet, die in engerem Kontakt mit dem Infizierten standen.

Muss ich mich testen lassen, wenn ich verreise?

Bei innerdeutschen Urlaubsreisen nur dann, wenn Sie in einer Region mit über 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen einer Woche leben und in ein Bundesland reisen, in dem ein Übernachtungsverbot für Einreisende aus Risikogebieten gilt, also etwa nach Mecklenburg-Vorpommern. Auch für viele Auslandsreisen muss inzwischen ein negativer Test vorgelegt werden.

Wie kommt man zu einem Test?

Bei Symptomen rufen Sie Ihren Hausarzt oder die zentrale Nummer 116 117 an. Getestet wird beim Arzt oder in einer Abstrichstelle der Kassenärztlichen Vereinigung. Auch für freiwillige Tests wenden Sie sich am besten an Ihren Arzt.

Wie wird getestet?

In Thüringen kommen vor allem sogenannte PCR-Tests zur Anwendung, sie gelten als besonders zuverlässig. PCR steht für Polymerase-Kettenreaktion, womit die Erbinformation in der RNA (Ribonukleinsäure) des Virus nachgewiesen wird. Dafür wird ein Abstrich im Nasenrachenraum oder aus Sekreten der unteren Atemwege vorgenommen. In der Regel liegen die Ergebnisse binnen 48 Stunden vor. Der Bund setzt neuerdings stärker auf Antigentests, die ein Eiweiß des Virus nachweisen und deren Ergebnisse nach 15 bis 30 Minuten vorliegen. Sie gelten als weniger sicher, weshalb hier ein positiver Befund derzeit mit einem PCR-Test bestätigt werden muss.

Was kostet ein Test?

Die Laborkosten bewegen sich bei einem PCR-Test zwischen 40 bis rund 170 Euro. Hinzu kommen die Kosten für den Abstrich, die sich zwischen zehn und 40 Euro bewegen. Ist der Test ärztlich verordnet, zahlt die Krankenkasse.

Wie viele Tests werden in welchen Laboren ausgewertet?

Die Kapazität in Thüringen liegt derzeit bei etwa 7500 Tests pro Tag. Die 16 zuständigen Labore befinden sich in Jena, Greiz, Altenburg, Suhl, Erfurt, Bad Langensalza, Mühlhausen, Nordhausen, Bad Berka, Eisenach, Bad Salzungen und Ritschenhausen nahe Meiningen. In der vergangenen Woche wurden dort knapp 30.000 Tests ausgewertet – das waren etwa so viele wie in den Wochen seit Anfang September. Gleichzeitig stieg jedoch zuletzt die Zahl der Neuinfektionen stark an.

Also ist die Anstieg der Neuinfektionen nicht auf eine steigende Zahl von Tests zurückzuführen?

Eher nicht. Allerdings lassen sich die allein in Thüringen durchgeführten Tests nicht einfach so mit den Neuinfektionen ins Verhältnis setzen, weil die Labore auch Aufträge aus anderen Bundesländern ausführen – und umgekehrt Tests von Auswärtigen in hiesigen Laboren ausgewertet werden. Dafür zeigen aber die Zahlen auf nationaler Ebene, dass der Anstieg der Neuinfektionen kaum auf eine höhere Anzahl von Tests zurückgeführt werden kann. Vielmehr ist der Anteil positiver Corona-Tests seit Anfang September von 0,74 Prozent auf aktuell 2,38 Prozent angestiegen.

So oder so lassen sich die aktuellen Infektionszahlen nicht mit denen im April gleichsetzen: Seitdem hat sich in Deutschland – und auch in Thüringen – die Zahl der Tests mehr als verdreifacht.

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