„Kuscheltierröntgen“ an Thüringens einziger Kinderradiologie am Uniklinikum Jena

Jena  Kinder können am 8. November selbst Ultraschalluntersuchungen an ihren geliebten Spielzeugen durchführen. Die Eltern sollen dabei sensibilisiert werden, denn ein gepflegter Röntgenpass ist wichtig.

Kinder können am 8. November am UKJ mithilfe von Ultraschall herausfinden, wie ihr Kuscheltier von innen aussieht. Foto: Uniklinikum Jena

Kinder können am 8. November am UKJ mithilfe von Ultraschall herausfinden, wie ihr Kuscheltier von innen aussieht. Foto: Uniklinikum Jena

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Wie sieht ein Kuscheltier eigentlich von innen aus? Das können Kinder am 8. November von 10 bis 12 Uhr in der Kinderklinik des Universitätsklinikums Jena (UKJ) herausfinden – ohne das geliebte Stofftier aufzuschneiden. Thüringens einzige Kinderradiologie lädt ein zum „Kuscheltierröntgen“ und anderen Aktionen. Anlass ist der „Internationale Tag der Radiologie“, der in diesem Jahr die Kinderradiologie in den Mittelpunkt stellt.

„Natürlich können die Kinder am 8. November auch selbst unter Anleitung einen Ultraschall durchführen. Und wer mag, kann sein Knochenalter bestimmen lassen“, erklärt Prof. Dr. Hans-Joachim Mentzel, Leiter der Sektion Kinderradiologie im Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am UKJ. Mit dem Aktionstag soll zum einen den Kindern die Angst vorm „Röntgen“ genommen werden, gleichzeitig aber auch die Eltern sensibilisiert werden: „Wir erleben häufig, dass Kinder mehrfach untersucht werden. Daher sollte jedes Kind unbedingt einen Röntgenpass besitzen, in dem alle Untersuchungen dokumentiert sind“, betont Mentzel.

Deutschlandweit 120 Kinderradiologien: Tendenz fallend

Es geht auch darum, die Fachdisziplin Kinderradiologie bekannter zu machen. „Bundesweit gibt es nur etwa 120 Kinderradiologen und die Zahl sinkt. Wer Kinderradiologe werden möchte, muss nach seinem Facharzt in Radiologie noch die entsprechende Schwerpunkt-Weiterbildung machen. Das dauert derzeit mindestens sieben Jahre und schreckt manche ab. Daher wollen wir als Fachgesellschaft hier eine Verkürzung erreichen“, so Mentzel.

Neben der exakten und schnellen Diagnose sei es gerade bei Kindern und Jugendlichen wichtig, die Strahlenbelastung so gering wie möglich zu halten. Prof. Mentzel: „Hier profitieren wir auch von der technischen Entwicklung der vergangenen Jahre. Eine Computertomografie kann heute schneller und mit einer deutlich geringeren Strahlendosis durchgeführt werden. Der Schwerpunkt in der Kinderradiologie liegt aber weiter bei Ultraschall und Magnetresonanztomografie.“

Die Kinderradiologen des UKJ führen jährlich rund 10.000 Ultraschalluntersuchungen durch, hinzu kommen 4.000 Magnetresonanztomografien (MRT) und natürlich Röntgen- und CT-Untersuchungen. Seit 2012 können sogar Früh- und Neugeborene per MRT untersucht werden. Möglich wird dies durch ein speziell ausgerüstetes Inkubatorsystem. Während der Untersuchung bleiben die Kinder dabei in dem speziellen Brutkasten. Das UKJ zählte zu den ersten drei Kliniken in Deutschland, die über ein solches System verfügen.