Gotha: Gute Laune trotz Abschiedsstimmung

Gotha  Mit dem 30. Tag der Begegnung setzt der Behindertenverband Gotha einen Schlusspunkt hinter das steig wachsende Fest.

Bei den Guggenmusikanten „Ohr gugge ma“ aus Ohrdruf hauen Corinna Lesser und Jens von Hof zum 30. Tag der Begegnung auf dem Neumarkt kräftig auf die Pauken. In diesem Rahmen wird es das wohl nicht wieder geben. Der 30. Behindertentag war voraussichtlich auch der letzte.

Bei den Guggenmusikanten „Ohr gugge ma“ aus Ohrdruf hauen Corinna Lesser und Jens von Hof zum 30. Tag der Begegnung auf dem Neumarkt kräftig auf die Pauken. In diesem Rahmen wird es das wohl nicht wieder geben. Der 30. Behindertentag war voraussichtlich auch der letzte.

Foto: Wieland Fischer

Auf der Bühne wird kräftig musiziert, auf dem Neumarkt dominiert gute Laune und an den Ständen rundum herrscht geschäftiges Treiben. Dennoch liegt Abschiedsstimmung über dem Tag der Behinderten, auch Tag der Begegnung genannt, weil dabei Menschen mit und ohne Behinderung zusammenkommen.

Das Programm hat viele Facetten. Das Fanfaren- und Showorchester Gotha spielt auf. Die Lauchaer Blasmusikanten schließen sich mit einem musikalischen Frühshoppen an. Michael Seitz führt kulinarisches Jonglieren à la „Tim Mälzer light“ vor. Die Guggenmusikanten aus Ohrdruf und die Laguna-Dance-Band setzen das bis in die Nachmittagsstunden fort.

100 Helfer tragen zum Gelingen bei

Bei allem Frohsinn: Die 30. Auflage ist aller Voraussicht nach auch die letzte Großveranstaltung dieser Art, die der Verband der Behinderten Gotha ausrichtet. „Wir haben den 30. zum Anlass genommen, die Veranstaltung in dieser Form zu beenden“, sagt Olaf Stiehler, der Vorsitzende des Behindertenver-bandes Gotha. Das Jubiläum solle ein krönender Abschluss sein. Dafür gebe es mehrere Gründe.

Am großen Zulauf, wie am Samstag zu sehen und zu erleben war, liege es nicht. „Der Aufwand ist zu groß geworden. Was mit einer kleinen Bühne aus Holzpaletten und Infostand begonnen hat, ist zu einem großen Volksfest geworden“, beschreibt Stiehler die Entwicklung. Die Helfer würden älter und für alle Beteiligten werde es immer anstrengender. Und neue, tatkräftige rücken nicht in gleicher Form nach.

Etwa 100 Tatkräftige haben zum Gelingen des Festes beigetragen. Einige kümmern sich an Ständen um die Versorgung. Verbände und Unternehmen in der Behindertenarbeit stellen Angebote zur Selbsthilfe vor.

Von den Akteuren wirken einige seit 30 Jahre mit. Dazu zählen Kerstin Horn und Ludwig Münch. „Unser erster Behindertentag war am 9. September 1990. Mit Ludwig Münch stand ich am Stand mit Luftballons und schon ging es los. Wir hatten weder eine große Bühne, noch sonst etwas. Aber die Menschen waren da. Wir waren von dem Zuspruch überrascht, wie sie auf uns zugekommen sind“, sagt die Frau, die auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Für die Behinderten sei es vor 30 Jahren neu gewesen, so in die Öffentlichkeit zu gehen. Für die Zukunft wünsche sie sich, dass die Leute auch in kleinerem Rahmen in die Damaschkestraße kommen. Dann könnte das Vereinsdomizil noch stärker zu einem Ort der Begegnung werden.

Großen Zuspruch fand zum Abschluss die Tombola. Schon vor dem Fest auf dem Neumarkt war etwa die Hälfte der insgesamt 10.000 Lose verkauft worden. Tausend Preise, die von Unternehmen und Privatpersonen aus der Region zur Verfügung gestellt worden sind, gibt es zu gewinnen. Hauptgewinn ist ein Fernseher.

Den Erlös setzt der Verband für seine Vereinsarbeit ein. Bisher wurde Geld davon auch als finanzieller Grundstock genutzt, um den nächsten Tag der Begegnung ausrichten zu können. Das entfällt nun.

Andererseits gibt es weitere Aufgaben, wofür der Erlös mit verwendet werden kann. „Behindertengerechte Wasserhähne und Teile der Heizung im Vereinshaus Damaschkestraße müssen erneuert werden“, sagt Stiehler. An neuen Herausforderungen mangele es nicht.

Gewinne der Tombola können bis 27. Juni beim Behindertenverband Gotha, Damaschkestraße 33, abgeholt werden; Tel.: (03621) 408080

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