Dobitschen: Pfarrerin Marine Mönnich möchte ein Kraftquell sein

Dobitschen  Am kommenden Wochenende findet die offizielle Amtseinführung von Marina Mönnich statt. Die neue Pfarrerin hat sich in Dobitschen schon eingelebt und auch ihre Familie nachgeholt.

Pfarrerin Marina Mönnich ist neu im Landkreis Altenburger Land. In der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Mehna-Dobitschen fühlt sie sich immer mehr zu Hause. Foto: Christine Schimmel

Pfarrerin Marina Mönnich ist neu im Landkreis Altenburger Land. In der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Mehna-Dobitschen fühlt sie sich immer mehr zu Hause. Foto: Christine Schimmel

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„Werden Sie bleiben?“ ist die häufigste Frage, die Marina Mönnich gestellt wird, seit sie nach Dobitschen kam. Seit 1. März lebt sie in der Gemeinde im Altenburger Land, vorerst um zu schauen, ob sie und die Gegend zusammenpassen. Doch mittlerweile ist das Kirchspiel Mehna-Dobitschen ihr neues Zuhause geworden. Die Menschen im Ort hatten sie bei den ersten Kennenlernen mit offenen Armen aufgenommen, also hat sie entschieden zu bleiben. Seit August ist sie auch offiziell per Einsegnung die neue Pfarrerin von Dobitschen, Lumpzig, Großröda, Mehna, Göllnitz, Dobraschütz und Tegkwitz.

Schon der erste große Gottesdienst am Ostersonntag, den sie in Lumpzig erlebt hat, hat ihr gefallen: „Da waren richtig viele Leute da. Ich würde schätzen, an die 50“, staunte sie über das rege Christenleben und die gewachsenen evangelischen Strukturen im Landkreis. Die aus Niedersachsen stammende Frau war das aus ihrer vorherigen Pfarrstelle in einem Dorf bei Magdeburg nicht unbedingt gewohnt. Dass die Ostthüringer so zahlreich in die Kirche kommen, stimmte sie zuversichtlich, den neuen Job in einer neuen Heimat anzutreten. Seit Mitte Juli ist auch ihre Familie angekommen. Im Pfarrhaus Dobitschen leben neben der Pfarrerin nun auch ihr Mann und zwei Kinder. „Meine Tochter hat noch ihr Abitur in unserem früheren Wohnort gemacht. Da sie in Leipzig studieren will, ist die Anlaufstelle in Dobitschen auch für sie günstig“, sagt Mönnich.

Acht Predigtstätten im Blick halten

Insgesamt acht Predigtstätten hat die Pfarrerin zu überblicken. Während sie eine davon in Wernsdorf nur einmal pro Jahr mit einem Sommergottesdienst bereist, muss sie in den anderen Kirchen regelmäßig vor Ort sein. „Das ist natürlich eine schöne Herausforderung. Ich werde versuchen, dass jede Dorfkirche und alle ihre Gemeindeglieder zu ihrem Recht kommen“, sagt Marina Mönnich. In gemeinsamen Planungsrunden bereitet sie die Gottesdienste vor. Das sei jeweils eine echte Teamarbeit mit den Kirchgängern, die sich zu ihrer Kirche jeweils besonders hingezogen fühlen. Die Kirchenältesten seien dabei stark engagiert. In Dobraschütz zum Beispiel kümmere sich der Älteste zuverlässig um den Gemeindeboten und nehme ihr damit eine Menge Arbeit ab.

Der Arbeitsalltag steckt voller Verwaltungsarbeit. Für die sechs selbständigen Kirchgemeinden sei immer etwas zu organisieren, sagt sie, auch wenn sich die Hauptaufgaben seit Jahrhunderten nicht verändert hätten. „Seelsorge und die Verkündung des Evangeliums sind mir das Wichtigste“, meint sie und erzählt von möglichst intensiven Kontakten zu den Gläubigen. Zu erfahren, wie es dem Einzelnen gehe, sei ihr Antrieb. Per Telefon oder Hausbesuch erkunde sie die Probleme und Wünsche der Menschen. Das nahende Lebensende sei beispielsweise ein wiederkehrendes Thema der Gespräche vor allem mit den älteren Bewohnern.

Um etwas Positives aus den Sorgen der Leute zu ziehen, schaffe sie sich hin und wieder eigene Kraftquellen. „Einmal im Jahr komme ich in einem Kloster für einige Einkehrtage zur Besinnung. Dabei kann ich meine Batterien wieder richtig aufladen.“ Doch auch intensive Zeiten mit der Familie sorgen für ihr eigenes Wohlergehen, verrät sie. Spaziergänge in der Natur mit dem Hund geben ihr Kraft – und neben allem natürlich die Besinnung auf Gottes Wort. Das alles helfe ihr, die Waage zu halten zwischen dem Für-andere-dasein und dem eigenen Gesundbleiben.

Durch die Neugier angetrieben, sucht sich Marina Mönnich stets neue Aufgaben, die eine Beschäftigung lohnen. Weil sie eine Touristengruppe aus dem Landkreis durch ihre Kirchgemeinde führen wollte, hat sie sich in die Geschichte der verschiedene Kirchen eingearbeitet. „Geschichtliche Wurzeln sind doch immer wieder spannend, das hat richtig Freude gemacht, sich in die Details einzulesen“, sagt sie.

Amtseinführung am kommenden Samstag

Die wenigen Monate, die sie in Dobitschen und Umgebung unterwegs ist, hat die Pfarrerin sich auch Gedanken über die Altersstruktur der Kirchgemeinde gemacht. Wie überall ist die ältere Generation in der Überzahl und junge Leute fehlen, weil sie in Gegenden abwandern, in denen es mehr Möglichkeiten für sie gibt. Trotzdem unternimmt man Ansätze, jungen Leuten die Kirchenarbeit schmackhaft zu machen. Im Pfarrbereich gebe es beispielsweise ein Familienfrühstück mit Kindern jeden dritten Samstag im Monat. „Ich würde sagen,, das findet regen Anklang. Hier kommen Kinder mit ihren Eltern und Großeltern zusammen und drei Generationen kommen miteinander ins Gespräch“, sagt Mönnich.

Wie dort sei es auch ihr persönliches Ansinnen, nah an den Menschen dran zu bleiben. Das Zwischenmenschliche sei ihr Metier als Seelsorgerin. „Trotz Nöten und Ängsten der Leute will ich ihnen die frohe Botschaft der Liebe Gottes verkünden“, sagt die 54-Jährige im Gespräch mit OTZ-Schmöllner Nachrichten. Aus diesem Grund dürften ihre Gottesdienste und Andachten auch locker gestaltet sein. Die Pfarrerin predigt also über Symbole, weil sie weiß, dass Menschen Bilder brauchen. Sie spannt in der Taufe schon mal einen Regenschirm auf, weil er Schirm und Schutz für das Neugeborene verkörpert und im Gottesdienst für Schulanfänger zieht sie gemeinsam mit den Kindern zu Musik durch das Gotteshaus.

Schon jetzt bekommt sie für ihren Einsatz viel zurück: „Wir fühlen uns hier wohl, weil wir wirklich nett empfangen wurden. Wir sind zu einem Teil der Dorfgemeinschaft geworden und dürfen Anteil am Leben der anderen nehmen, genau wie sie bei uns“, freut sich Mönnich. Dass einige Kirchgänger sie sogar mit Naturalien wie Eiern und Gemüse aus dem Garten versorgen, ist ihr Beweis genug. Überhaupt ist sie auch kulinarisch vom Altenburger Land überrascht worden. Mutzbraten aus Schmölln und Ostthüringer Backkunst sei dank, sagt Marina Mönnich und lädt zu ihrem offiziellen Amtseinführungsgottesdienst am kommenden Sonnabend um 14 Uhr in die Dobitschener Kirche ein.