Wildenbörtens Kirche kommt in Kur

Die Kirche in Wildenbörten kommt in die Kur, dazu fand am Dienstag die erste Bauberatung statt. Wie Dr. Maria Hoffmann vom gleichnamigen Geraer Bauingenieurbüro erläuterte, hatte der Hausschwamm die Kirche massiv geschädigt.

Vertreter des Planungsbüros, Bauleute, Pfarrer und Mitglieder der kirchgemeinde finden sich zur ersten Bauberatung. Foto: Knut Lechner

Vertreter des Planungsbüros, Bauleute, Pfarrer und Mitglieder der kirchgemeinde finden sich zur ersten Bauberatung. Foto: Knut Lechner

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Wildenbörten. "Da drohte der Dachreiter schon auf den Fußboden aufzusetzen", meinte sie mit Augenzwinkern. Auch sei der Kirchturm schief. Holzschutzmaßnahmen stehen an und ebenso eine "der Kirche ehrwürdige Dacheindeckung". Das heißt, dass der Dachreiter neu mit Schiefer gedeckt wird, das Schiff erhält hingegen eine doppelte Biberschwanzeindeckung.

Im ersten Bauabschnitt wird der Dachreiter saniert, Deckenbalken und die gesamte Tragkonstruktion des Dachreiters werden auf Vordermann gebracht. "Es handelt sich also um eine statische Ertüchtigung", so Hoffmann. "Wir hoffen, dass der 2. Bauabschnitt dann rasch folgen kann." In jener Phase wird der Deckenputz wiederhergestellt.

Bereits im Juli soll der erste Bauabschnitt fertig sein, der zweite möglicherweise noch in diesem Jahr. Dies bedarf allerdings noch weiterer Absprachen. Anderenfalls würde das Gotteshaus über den Winter in einen "abgedeckten Zustand" versetzt.

Das Projekt läuft zu 80 Prozent über Städtebauförderung. 20 Prozent sind Eigenanteile, die die Gemeinde aufbringt. Für jede der beiden Bauabschnitte wird mit rund 80 000 Euro Kosten gerechnet. Gestern verständigte sich die Runde mit Pfarrer Thomas Eisner, Maria Hoffmann, Zimmerer Klaus Reinhardt, Sven Veitel, der Firma Bindig aus Zwickau, dem stellvertretenden Bürgermeister Norbert Riedel und mit Horst Bräutigam sowie Gerald und Sabine Kirmse von der Kirchgemeinde über erste Sanierungsschritte.

Die Wildenbörtener Kirche blickt auf eine ereignisreiche Geschichte zurück. Hier bestand bis 1785 eine eigene Pfarrei. Wildenbörten und Hartroda wurden nach langwierigem Streit vereinigt. Dies geschah angeblich wegen Baufälligkeit sämtlicher Wohn- und Wirtschaftsgebäude der Parochie. Die Wildenbörtener Kirche samt Turm wurde 1821 fast ganz neu gebaut, nachdem die frühere 1682, 1704 und später mehrmals repariert worden war, berichtet die Chronik. Sie besaß eine Uhr, die jedoch "alt und von schlechter Beschaffenheit" war. Wie in der Kirchchronik weiter zu lesen ist, wurde die größere der beiden Glocken 1755 gegossen, die kleinere 1809 in Apolda umgegossen. Die Orgel wurde nach Kirchreparaturen von dem Orgelbauer Franke aus Teichwolframsdorf für 200 Taler gebaut und 1822 aufgestellt. Der Kirchhof diente auch zum Begräbnisplatz. Nahe stand das Schulhaus, das seinerzeit als "alt und unbequem" galt. Es befand sich jedoch immer noch in besserem Zustand als in Hartroda. Über ein Gut in Hartroda, einige Güter und Häuser in Wildenbörten standen die Erbgerichte der hiesigen Pfarrei zu.

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