150-jähriges Bestehen der Fuchsturm-Gesellschaft gefeiert

Jubiläum wird unter anderem mit Festgottesdienst und Stiftungsfest begangen. Jenaer OB würdigt in Ziegenhainer Kirche Verdienste der Fuchstürmler.

Stiftungsfest zum 150. Bestehen der Fuchsturm-Gesellschaft auf dem Fuchsturm. Foto: Michael Groß

Stiftungsfest zum 150. Bestehen der Fuchsturm-Gesellschaft auf dem Fuchsturm. Foto: Michael Groß

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Jena. Es war schon ein bewegtes Jahr, jenes 150. in der Geschichte der Jenaer Fuchsturm-Gesellschaft: Der Wirt – von den Fuchstürmlern auch "Burgvogt" genannt – hatte gewechselt, und das Gasthaus wurde umgebaut, wobei der frühere "Omnibus" als Gastraum im Erdgeschoss wieder neu entstand und sogar drei Zimmer für Übernachtungen hinzukamen. Außerdem hatte der Verein hunderte Besucher beim Thüringer Wandertag im Juni mit Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und im August viele Besucher beim Sommerfest mit historischen Rundgängen durchs Gelände rund um den Fuchsturm.

Grund genug am Dienstagabend zu feiern. Den Auftakt für das Geburtstagsfest zum 150. bildete ein Festgottesdienst in der Ziegenhainer Kirche. Dabei gab es gleich eine faustdicke Überraschung. Denn der Oberbürgermeister der Stadt Jena, Dr. Albrecht Schröter, leitete den Gottesdienst. Der Grund dafür lag nicht nur darin, dass der OB selbst Fuchstürmler ist, sondern zu dieser Kirche eine besondere Beziehung hat. Er war von 1986 bis 1997 Pfarrer des Luthersprengels, zu dem auch Ziegenhain gehörte. "Hier habe ich immer besonders gern gepredigt". Und hier würdigte er gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Fuchsturm-Gesellschaft, "Burgherr" Dr. Gerhard Endres, auch die Verdienste des Vereins.

Anschließend ging es hinauf auf den Hausberg, wo im Festsaal (Remter) und im Prunksaal gefeiert wurde. Dabei nahm Gerhard Endres die gut 140 Teilnehmer mit auf einen Exkurs durch die Geschichte des Vereins. Immerhin habe es die Fuchsturm-Gesellschaft geschafft, sich in allen Stürmen politischer Zeitalter zu behaupten – Deutsch-Französischer Krieg, Kaiserzeit, zwei Weltkriege, Weimarer Republik und 40 Jahre DDR, in der es gerade der legendäre Burgherr Friedrich Appenrodt geschafft hatte, dem Verein unterm Dach des damaligen Kulturbundes ein für viele Bürger anziehendes Nischendasein zu sichern.

Der Burgherr würdigte die Ahnengalerie seiner Vorgänger ebenso wie die aktiven Gastwirte, "Kaplane", "Säckel- und Fronermeister" sowie Wanderwarte auf dem Hausberg. Und er machte auch nicht ohne Stolz darauf aufmerksam: Die Fuchstürmler haben es immer geschafft, die Immobilie des Gasthauses und sein Umfeld gut zu erhalten, auszubauen sowie die Sanierung des Fuchsturms zu fördern.

Und das mache ja allen Fuchstürmlern auch viel Spaß, wie Frank Müller versicherte. Ihm war beim Fest-Stiftungsfest am Dienstag eine besondere Ehre zuteil geworden: Er erhielt den "Goldenen Fuchs" für seine Verdienste, zum Beispiel beim Bau der Toiletten und der Abwasserleitung. Als ehemaliger Tiefbauamtsleiter der Stadt und darüber hinaus habe er viel getan für die bauliche Werterhaltung am Fuchsturm. "Das ist für uns Heimat, eine Art solidarisches Zuhause", sagte Müller. Und er lobte den "liberalen Geist", der stets auf dem Berg herrsche. All diese Kraft habe dazu beigetragen, dass die Fuchstürmler in den 90-er Jahren ihr zu DDR-Zeiten enteig- netes Eigentum auf dem Hausberg nach zähem juristischen Kampf zurückerhielten.

Bei der Veranstaltung wurden auch Fuchstürmler für ihre Verbundenheit mit dem Verein geehrt: für 40 Jahre Dietlind Brendel, Manfred Geitner, Volker Herrnleben, Hedwig Oehler und Rolf Thieme; für 45 Jahre Alfons Födisch, Franz-Christian Hering, Michael Hering, Wolfgang Hönnger und Karl Oehler sowie für 50 Jahre Jörg Koch, Christine Sobko und Rolf Weidner.

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