30 Jahre CM in Gera: Vom Kellerkind zum Vorzeigeprojekt

Gera/Bieblach-Ost  Heute wird in Bieblach-Ost das 30-jährige Bestehen des Jugendclubs CM gefeiert

Max, Till, Paul und Christian sind gern im Jugendclub CM. Mal wird Billard gespielt, mal ist einfach nur Abhängen angesagt. Jörg Wesp (Bild rechts) ist Mitarbeiter im Club. An den Wänden im Flur ist die Chronik zu finden.

Max, Till, Paul und Christian sind gern im Jugendclub CM. Mal wird Billard gespielt, mal ist einfach nur Abhängen angesagt. Jörg Wesp (Bild rechts) ist Mitarbeiter im Club. An den Wänden im Flur ist die Chronik zu finden.

Foto: Katja Grieser

In den 1980-er Jahren entstand der Stadtteil Bieblach-Ost nach und nach. Auch an die Jugend wurde gedacht, ein Club musste her. Eingerichtet wurde der in Kellerräumen einer polytechnischen Oberschule. Das war 1987. Heute wird deshalb das 30-jährige Bestehen des Jugendclubs CM gefeiert, zunächst um 16 Uhr mit einem Festakt. Ab 17.30 Uhr sind dann alle früheren und aktuellen Nutzer des Clubs zur großen Party eingeladen. „Das wird wie ein Klassentreffen. Es gibt etliche Ältere, die als Jugendliche hier waren und sich bis heute nicht gelöst haben“, freut sich Leiterin Sylvia Buchert auf das Wiedersehen.

Die 53-Jährige ist seit 1993 im CM. Und sie verrät, was sich schon alles hinter dem Namen des Jugendclubs verborgen hat. Anfangs wurde er in Selbstverwaltung betrieben und zu den ersten Jugendlichen, die sich sehr engagiert haben, gehörten Cora und Michael – und so wurde die Einrichtung CM genannt.

Tanz- und Technik-Kurse für Senioren

Mit der Wende wurde aus der POS eine Förderschule, der Jugendclub musste raus. Auf der Suche nach neuen Räumen stieß man auf die leerstehende Kinderkrippe in der Fritz-Gießner-Straße, die schließlich umgebaut wurde. „Zwei oder drei Jahre wurde der Club als Übergangslösung im Container untergebracht“, erzählt Buchert. Bei den Umbauarbeiten halfen die Jugendlichen, die gern im Club waren, mit. Zwischenzeitlich standen die Buchstaben CM einmal für Classic Modern.

Amüsiert erzählt die Clubchefin, die sich gemeinsam mit Jörg Wesp und Heiko Sachse um die Besucher kümmert, welche Bedenken sie beim Umzug hatte. „Wir haben überlegt, wie wir die Räume voll bekommen. Heute könnten wir den benachbarten Kindergarten noch mit zustellen“, so Sylvia Buchert lachend.

Die räumliche Nähe zu Kindergarten und Familienzentrum führte zur Anpassung des Konzepts. Seit 2006 ist es ein Mehrgenerationenhaus, wofür es jährlich vom Bund eine Extra-Förderung gibt. Inhaltlich bedeutet das, dass der Jugendclub für alle Generationen Angebote bereit hält. So gibt es einen Sport- und einen „Technik 50 plus“-Kurs für Senioren, Tanzkurse werden von Jugendlichen und Erwachsenen gemeinsam besucht. Auch bei der Weihnachtsfeier sind Jung und Alt zusammen. „Am Anfang war das befremdlich, etwa, wenn ein Jugendlicher plötzlich seiner Mutter im gleichen Tanzkurs begegnete. Inzwischen hat sich das alles eingespielt“, weiß Sylvia Buchert. Es sei ein Geben und Nehmen. „Die Senioren backen beispielsweise für uns Plätzchen in der Weihnachtszeit, die die jungen Leute dann nur noch verzieren“, nennt die Clubleiterin nur ein Beispiel. CM steht seit dem generationsübergreifenden Ansatz nun für cooles Miteinander.

Das klappe, nach anfänglichen Schwierigkeiten, auch mit den Flüchtlingen, von denen viele in Bieblach-Ost leben, ganz gut. „Man begegnet sich hier, aber Deutsche und Ausländer sind noch etwas getrennt. Es wird ein wenig Zeit brauchen, bis man gemeinsam Sachen veranstaltet“, meint Sylvia Buchert.

Allein zwischen 50 und 80 Stammgäste werden täglich im CM begrüßt, darunter auch Familien. „Ich bin dankbar für die acht Ehrenamtlichen, die mit Herzblut dabei sind und hier helfen“, so die Jugendclubleiterin. Auch wenn sie sich für die Zukunft des CM mehr Personal und mehr Geld wünscht, um Angebote ausbauen zu können, ist sie voll des Lobes für Gera: „Ich kenne keine andere Stadt, die so eine große Einrichtung wie unsere betreibt“, sagt Buchert.

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