Abenteuer-Unterricht im Wald bei Hummelshain

Hummelshain  Das Wetter hätte besser nicht sein können. 15 Schulklassen aus acht verschiedenen Schulen des Saale-Holzland-Kreises beteiligten sich am Geländespiel am Rieseneck.

Die Mädchen und Jungen der Martin-Luther-Grundschule Eisenberg stapelten beim Geländespiel verschiedene Holzsorten. Foto: Jens Henning

Foto: zgt

„Nein, es gibt zwar Punkte unterwegs an den einzelnen Stationen. Bei der abschließenden Siegerehrung werden wir aber keine Platzierungen bekanntgeben. Wir wollen, dass alle Schulklassen Spaß haben und sich danach wie kleine Sieger fühlen. Wir wollen, dass sich alle noch sehr lange an den heutigen Vormittag zurückerinnern.“

Für Karolin Born, Sachbearbeiterin für Jagd und Öffentlichkeitsarbeit bei Thüringenforst, war das gestrige Geländespiel am Rieseneck auch eine Premiere. „Ich bin noch nicht so lange beim Forst. Es ist mein erstes Geländespiel. Ich muss aber sagen, dass sich meine Kollegen und auch die anderen Helfer hier sehr viel Mühe gegeben haben. Und dann haben wir natürlich großes Glück mit dem Wetter. Das ist ja fast schon wie gemalt für die Schülerinnen und Schüler. Viel wärmer dürfte es fast nicht sein“, sagte die junge Frau, die eigentlich Fleischerin ist und auf dem zweiten Bildungsweg noch einmal ein Fachschulstudium mit Erfolg abgeschlossen hat.

Dann bewarb sie sich auf die Stelle beim Forst und wurde unter einer großen Zahl von Bewerberinnen ausgewählt. „Ich fühle mich sehr wohl. Die Arbeit gefällt mir. Die Kollegen sind alles sehr nett.“

15 Schulklassen aus acht verschiedenen Schulen des Saale-Holzland-Kreises nutzten in diesem Jahr das Angebot von Thüringenforst und von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Die Schüler kamen aus Crossen, Golmsdorf, Camburg, Eisenberg, Stiebritz, Hermsdorf und Schkölen. Außerdem war eine Kindergartengruppe dabei. Geländespiele gibt es im gesamten Freistaat, alle 24 Forstämter sind aktiv. Im Saale-Holzland-Kreis gab es bisher zwei Orte: am Rieseneck bei Hummelshain und auf einem Gelände bei Wolfersdorf. Insgeheim hatten die Macher mit noch mehr Schulklassen gerechnet. Von bis zu 20 Klassen war da die Rede. Neu war der Start-Modus für das Geländespiel. Wurden im Vorjahr, auch am Rieseneck, die Schulklassen auf den Parcours geschickt, wie sie gerade am Startort ankamen, gab es diesmal eine kurze offizielle Begrüßung aller Teilnehmer durch den Forstamtsleiter Marcus Barfod. Die Rede von Barfod dauerte keine drei Minuten, dann marschierten die ersten Klassen, begleitet jeweils von Waldpaten, zu den Stationen: Holzstamm-Stapeln, Bestimmen von Pilzen oder Zapfen-Zielwerfen.

Auch diesmal hatten die Organisatoren zwei Parallel-Parcours vorbereitet, um die Wartezeiten für die Schüler auf ihrer 2,5 Kilometer langen Runde durch den Wald so gering wie möglich zu halten.

Dass der Tag den Kindern, die alle die vierte Klasse besuchen, etwas bringt, davon ist Karolin Born überzeugt. „Die Mädchen und Jungen haben schon sehr viel Wissen vom Wald, von den Tieren, von der Natur. Mit dem Geländespiel wollen wir die Kinder für die Belange des Waldes sensibilisieren. Wir wollen ihren Tipps geben, wie man sich richtig im Wald bewegt und verhält. Das ist, wenn es richtig nimmt, wie ein Schulunterricht in der Natur“, sagte Born.

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