Stimmung und Ambiente auf Schloss Burgk am Pfingstwochenende märchenhaft

Burgk  Am vergangenen Pfingstwochenende gab es wie in vielen Thüringer Schlössern auch im Schloss Burgk eine Unmenge zu erleben, zu lernen und zu genießen unter dem Motto der Schlössertage: „Aufgeblüht!“.

Viele sehr lebendige weiße „Blümchen“ sind zu Pfingsten vor dem Sophienhaus von Schloss Burgk erblüht. Foto: Renate Klein

Viele sehr lebendige weiße „Blümchen“ sind zu Pfingsten vor dem Sophienhaus von Schloss Burgk erblüht. Foto: Renate Klein

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Wer am Samstagnachmittag eine kleine Anhöhe auf dem Gelände von Schloss Burgk bezwungen hatte, die den Blick auf das Sophienhaus freigibt, dem entschlüpfte ein überraschtes „Oh, ist das aber schön“. Kleine weiß gedeckte Tische, ­geschmückt mit auserlesenen Blumengestecken, luden auf grünem Rasen zum Verweilen ein. Kaffeeduft zog bis unter die uralten Kastanien, und an einem Zeltstand hatte der „Veranstaltungsservice Woitalla“ eine leckere Torten- und Kuchenwelt aufgebaut.

„Wir haben zu diesem Anlass französische Spezialitäten gebacken, aber es gibt auch den traditionellen Bauernkuchen“, sagte Chefin Hella Woitalla. Die Strohhüte ihrer Mitstreiter passten bestens ins Umfeld. Während sich Eltern und Großeltern verwöhnen ließen, kniete Jochen Lehmann, Fachberater Kunst für Gymnasien im Saale-Orla-Kreis, auf der Wiese inmitten einer Kinderschar. Er hatte Schablonen mitgebracht für ein Ornament, das der Deckengestaltung im Sophienhaus nachempfunden war. Eifrig bemühte sich der Nachwuchs aller Altersstufen, Trinkröhrchen in die ­Erde zu stecken und dorthinein verschiedenfarbige selbst gesammelte Blüten. Andere Kinder scharten sich um Künstlerin Heike Stephan. Sie hatte ein Drahtgestell installiert und verwandelte dieses mit den kleinen Gästen mittels bunter Plastik­tüten in einen bunten Busch.

Stimmung und Ambiente waren märchenhaft. Es fehlte nur, dass die Elfen aus den Saalehängen hervorkamen. Sie kamen tatsächlich, allerdings aus dem Sophienhaus. Gekleidet in entzückende Ballettröckchen trippelten die kleinsten Mädchen des Kindergartenalters bis zu den Vorschulkindern über den Rasen. Sie alle besuchen die Oberland-Ballettschule „La Ballerina“ in Göttengrün. Die fantasievollen Kostümchen gaben dem grünen Park durch verschiedene Pastellfarben ein blühendes Outfit.

Kristin Pätz, Leiterin der Ballettschule, schwebte mittendrin. In ihrer blütenweißen zarten Robe wirkte sie wie die Elfenkönigin persönlich, munterte hier auf, gab dort Hilfestellung. Die Tänze waren dem Frühling gewidmet. So erfreuten die Kleinsten mit einem Seerosentanz, Marienkäfer gaben ihr Debüt, und auch Dornröschen wurde graziös umgesetzt. Das Publikum hatte es sich auf umstehenden Bänken und Sitzkissen, die über den Rasen verstreut waren, bequem gemacht. Herzlicher Beifall war den kleinen Elfen gewiss.

Von Kristin Pätz erfuhr man, dass es die Ballettschule in Göttengrün seit September gibt. Vorrangig Mädchen, aber auch Jungen kommen zum Unterricht aus der Region um Schleiz, Hirschberg, Bad Lobenstein, aus Sachsen sowie Bayern. Am Sonntagnachmittag, als der Rasen zum Glück wieder getrocknet war, begeisterten 70 Tänzerinnen und Tänzer im Alter von drei bis 15 Jahren ein umfangreiches Publikum. Die Leiterin der Schule hatte noch zwei Tanzpädagogen mitgebracht, und es gab ein vielseitiges, dem Frühling gewidmetes Programm.

Am Samstag stellte sich im Sophienpark auch das Flötentrio „Flautissimo“ aus Leipzig vor. In der andächtigen Stille des Parkes, die nur vom Vogelgezwitscher unterbrochen wurde, erklangen bekannte Stücke aus Klassik und Barock. Ulrike Wolf, Johanna Baumgärtel und Anne-Kathrin Ludwig brachten wechselnd auf Block-, Travers- und Querflöten auch eigene ­Arrangements von Werken bekannter Komponisten, unter anderen Pierre Certon, Alonso, Jacob von Eyck, J. S. Bach, Emanuel Bach, Tomasi, Hoffmeister, zu Gehör. Die Musikerinnen hatten während ihres Studiums an Hochschulen in Brüssel und Den Hag Freundschaft geschlossen. 2013 hatte Ulrike Wolf die Initiative ergriffen und das Trio gegründet. Zum zweiten Teil des Konzertes zogen die Flötistinnen in den Kleinen Saal des Schlosses um und führten dort durch die Geschichte der Flöten.

Dort gab es anschließend eine Buchlesung, zu der Bettina Preiß vom „Bauhaus Universitätsverlag“ Weimar das Vorwort hielt. Die Autorin Annette Seemann las aus dem zweiten Band der Bücherserie „Der Garten am Haus“, den sie mit Constantin Beyer geschrieben und gestaltet hatte. Eine Diapräsentation unterstützte die Lesung. Die ­Autorin stellte drei Nutzgärten vor, in denen neben Stauden und Gehölzen alles angebaut wurde oder wird, was man im Haushalt braucht. Dazu gehörten Goethes Garten am Ilmpark, ein Garten an einer Villa und ein Bauerngarten. Die Lauschenden bekamen detaillierte Hinweise über Gartengestaltung und Pflanzenanbau.

Drei Gärtner aus der Region hatten auch das Schloss an dem Wochenende, das unter dem Motto „Erblüht“ stand, mit jeweils zu den Räumen passenden Blumenarrangements geschmückt. Dabei kamen Kreativität und Können der Floristen voll zum Ausdruck und wurden von den Gästen sehr bewundert.

Zum Kommentar: An alle hinter den Kulissen