Aus Natursteinen Hermsdorfs Wappen gelegt

Schleifreisen/Hermsdorf/­Jena  Einen neuen Hingucker hat der Zeitzgrund in Schleifreisen seit gestern Mittag: Ein Naturstein-Mosaik ist vor der Bockmühle enthüllt worden.

Chris Lenkewitz (links) und Florian Schmidt haben gemeinsam mit einer weiteren Teilnehmerin aus Kahla das Naturstein-Mosaik angefertigt. Foto: Ute Flamich

Chris Lenkewitz (links) und Florian Schmidt haben gemeinsam mit einer weiteren Teilnehmerin aus Kahla das Naturstein-Mosaik angefertigt. Foto: Ute Flamich

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"Ich habe gerade mal auf meine Visitenkarte geschaut und muss sagen, das Hermsdorfer Stadtwappen ist sehr gut zu erkennen. Weil wir hier auf Schleifreisener Flur sind, könnte man das Wappen von Schleif­reisen noch ergänzen. Das ist ­allerdings sehr viel komplizierter", sagte Gerd Pillau (parteilos), Bürgermeister von Hermsdorf, und schmunzelte.

Pillau gehörte gestern zu dem kleinen Kreis von Personen, die zur Mittagszeit vor der Bockmühle im Zeitzgrund in Schleifreisen zusammenkamen. Dort, direkt am Rad- und Wanderweg vor der Bockmühle, ist ein etwa 2 mal 1,80 Meter großes Naturstein-Mosaik "feierlich an die Gesellschaft, an die Gemeinde und an die, die hier vorbei­kommen" übergeben worden, wie Annett Schädlich, Leiterin der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH, Akademie Jena, zur Begrüßung der Anwesenden sagte.

Drei Jugendliche arbeiteten am Mosaik

Das "Wappen-Mosaik" ist von Teilnehmern der Arbeitsgelegenheit "LandArt – U 25", einem FAW-Projekt, angefertigt worden. Das Projekt sei eine Pilotmaßnahme und zunächst für ein halbes Jahr angelegt. Es habe am 11. April dieses Jahres begonnen und werde am 10. Oktober ­enden, sagte Konrad Grund. Der 28-Jährige aus Jena, der erst kürzlich sein Studium zum staatlich anerkannten Kindheitspädagogen an der Fachhochschule Erfurt abgeschlossen hat, ist als Seminarleiter der Arbeitsgelegenheit eingesetzt worden. Für 25 Stunden in der Woche dreht sich bei ihm alles um "Landkunst", wie der Projektname "LandArt" schon sagt. "Es geht darum, in der Natur und kreativ zu sein und etwas zu verschönern. Das, was wir machen, muss nicht für ewig Bestand ­haben, sondern kann, wie die Natur es auch ist, vergänglich sein", sagte Konrad Grund.

Auch wenn theoretisch fünf Jugendliche für die Arbeit in dem neuen Projekt vorgesehen waren, sind es letztlich drei gewesen, die mitmachten und an dem Mosaik arbeiteten. Einer von ihnen ist der 18-jährige Florian Schmidt aus Hermsdorf. Er hatte die Idee mit dem Hermsdorfer Wappen, einfach, weil er sich mit seiner Heimatstadt verbunden fühle, sagte er. Der junge Mann, der eine Ausbildung als Sozialassistent absolviert und eine Weiterbildung zum Erzieher abgebrochen hat und nun im August in Jena sein Fachabitur im sozialen Bereich nachholen will, erklärte gestern, wie das Mosaik entstanden ist.

Zunächst seien er, der gleichaltrige Chris Lenkewitz aus Sulza und eine junge Teilnehmerin aus Kahla, die anonym bleiben möchte, auf die Suche nach ­passenden Steinen gegangen. Leicht sei diese Aufgabe letztlich nicht gewesen, mussten doch schwarze, rote, grüne und weiße Steine gefunden werden. Da solche auch in hiesiger Gegend in den notwendigen Farben nicht so ohne Weiteres in der Natur zu bekommen sind, mussten die weißen Steine gekauft und die schwarzen und grünen angemalt werden. Das Rot im Wappen sind Fliesen, welche die Projektteilnehmer kleingeschlagen haben.

Vor Ort vor der Bockmühle sei zunächst der Mini-Hügel bearbeitet worden. Das Gras musste weg, ein wenig Erde aufgebracht und die Fläche begradigt werden. Mit Hilfe von Fixpunkten sei das Mosaik schließlich ­innerhalb von zwei Wochen fertiggestellt worden. "Ich bin zu­frieden damit", sagte Florian Schmidt. "Ich hatte Spaß daran und ich habe für mich gemerkt, dass ich es schaffe, etwas fertigzustellen, wenn ich es möchte."

Arbeit mit kleinem Zaun oder mit Pfählen schützen

Viel Lob konnten die drei Jugendlichen für ihre Arbeit einheimsen. Kleine Hinweise gab es aber noch. Steffi Schreib­müller, Eigentümerin der Bockmühle, schlug vor, das Mosaik mit einem kleinen Zaun oder mit ein paar Pfählen zu schützen. "Es ist leider so, dass manche Leute nicht ganz so sorgsam mit dem umgehen, was andere geschaffen haben. Als die Plane noch auf dem Mosaik lag, musste ich beispielsweise schon raussprinten, weil Leute ihre Hunde haben darüberlaufen lassen", sagte sie. Auch könne vor Ort noch ein Hinweis darauf gegeben werden, wer das Mosaik angelegt hat, hieß es. Die Hinweise sind dankend angenommen worden und sollen wohl auch umgesetzt werden.

Das entstandene Mosaik sei ein erstes von weiteren krea­tiven Maßnahmen, die innerhalb der "LandArt – U 25" realisiert werden sollen. "Wir wollen zum Beispiel noch aus Leicht­beton Tierfiguren bauen, die an verschiedenen Stellen, je nachdem wo die Teilnehmer wohnen, platziert werden. Mit Daten versehen, sollen diese Tierfiguren dann Ziel beim Geocaching sein", sagte Grund.

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