Bad Klosterlausnitzer Moorbahn als Modell

Hartmut Gehrt, seit drei Jahren in der Kurgemeinde beheimatet, möchte eine Modellanlage basteln, in der die Moor-Bahn in einer originalgetreuen Landschaft tuckern kann.

Hartmut Gehrt ist ein leidenschaftlicher Modellbauer, der Wert auf Detailtreue legt. Er will eine originalgetreue Modellanlage der Moor-Bahn in Bad Klosterlausnitz im Maßstab 1:87 anfertigen. Foto: Andreas Schott

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Bad Klosterlausnitz. Die Moor-Bahn, die einst bis zur Stilllegung Ende der 1960er-, Anfang der 70er-Jahre in Bad Klosterlausnitz das Moor transportierte, soll wieder aufleben. Hartmut Gehrt, seit drei Jahren in der Kurgemeinde beheimatet, möchte eine Modellanlage basteln, in der die Moor-Bahn in einer originalgetreuen Landschaft tuckern kann.

Dazu hat der 67-Jährige unter anderen in Chroniken gestöbert und sich historisches Bildmaterial über Ortschronist Jens Peter besorgt, das vom Beginn des Baus der Moorbahn 1946/47 sowie vom Betrieb künden. "Natürlich habe ich mich bei Spaziergängen auch vor Ort umgeschaut. Die ehemalige Moor-Bahn-Trasse ist ja vom Forst wieder hergerichtet worden und sieht ganz toll aus", so Hartmut Gehrt.

Aufbauen will er die Modellanlage im Maßstab 1:87 auf einer Grundplatte von zwei Metern Länge und einer Breite von 80 Zentimetern, die mit einer Plexiglas-Vitrine geschützt werden soll. Das Moor-Bahn-Modell soll so gestaltet werden, wie sich die Schmalspurbahn einst über die Moortrasse bis hin zum Moorabstich schlängelte. "Mir ist wichtig, eine nahezu originalgetreue Nachbildung der Landschaft zu bauen, in der sich die Feldbahn zwischen Moorabbau und dem Moorbad bewegte. Dazu gehört auch der detailgetreue Nachbau des alten Moorbades, für das ich mir Lagepläne besorgt habe. Im Grundriss und als Rohfassung habe ich das Gebäude schon gebastelt", erzählt Hartmut Gehrt.

Ohnehin will der 67-Jährige so viel wie möglich selbst kreieren. "Alles, was sich landschaftlich selbst basteln lässt, darunter zum Beispiel auch Bäume, will ich aus Kostengründen selber zusammenfriemeln. Zu kaufen bekommt man heute alles, aber es hat auch seinen Preis", so Hartmut Gehrt.

Und er hat auch Vorstellungen, wann seine Modellanlage fertig sein könnte. "Ich denke, spätestens zu Weihnachten ist die Grundversion erstellt. Wobei künftig Ergänzungen auf der Anlage immer möglich sind."

Der ehemalige Ingenieur für Automatisierungstechnik empfindet Freude und Entspannung zugleich, wenn er am Basteln ist. "Wenn ich eine Bastelei beginne, vertiefe ich mich so hinein, dass ich meistens kein Ende finde. Dann könnte der Tag 25 Stunden haben", schmunzelt er.

Seine Bastelbegeisterung und seine Leidenschaft für das kleinste Detail habe sein Vater in ihm geweckt, als er im frühen Jugendalter war. Hin und wieder gab es längere Pausen, in denen er sich nicht seinem Hobby gewidmet hat, bekennt er. Aber vor drei Jahre habe er wieder mit dem Modellbau begonnen.

Am Freitag, 14. März, um 19.30 Uhr, findet im Heimatmuseum "Altes Sudhaus" eine Informationsveranstaltung rund um die Moor-Bahn statt. Mitnehmen will der Heimatverein die Besucher auf eine Zeitreise in die Geschichte der Schmalspurbahn.

Vorstellen will sich eine neue Vereinssparte "Freunde der Moor-Bahn", die sich innerhalb des Heimatvereins Ende November gegründet hat. Sie will es sich zur Aufgabe machen, die ehemalige Kleinbahn als touristische Attraktion oder auch als technisches Denkmal für den Kurort zu entwickeln. Wer Interesse hat, in der Gruppe mitzuarbeiten, sei herzlich willkommen, lädt Helmut Bachem ein. Und weil die Ideen, die jetzt schon geboren seien, auch mit finanziellen Aufwendungen verbunden sind, seien die Moorbahnfreunde auch über Sponsoren dankbar, die sich für das Projekt begeistern können.

Einblick wolle man auch in einen geplanten Moor-Wanderweg an der alten Gleistrasse gewähren. Entlang des Weges sollen Hinweistafeln aufgestellt werden, die Auskunft über das Moor und die Moor-Bahn geben sollen.

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