Bornfege im Gleistal: Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Golmsdorf  Tanzend durchs Gleistal: Der Bornfegeverein von Golmsdorf erlebt gerade eine kräftige Verjüngungskur.

Die Golmsdorfer zeigen Gesicht: An den Ortszufahrten von Löberschütz und Kunitz kommend, begrüßen die amtierenden Bornmeister der Dörfer – in Beutnitz ist es Ulf Quasnica – mit ihren Bornjungfern die Einheimischen und Gäste. Unübersehbar auch der Hinweis auf die nächste Bornfege im Mai, übrigens die 315., wie Sven Michaelis stolz verkündet.

Die Golmsdorfer zeigen Gesicht: An den Ortszufahrten von Löberschütz und Kunitz kommend, begrüßen die amtierenden Bornmeister der Dörfer – in Beutnitz ist es Ulf Quasnica – mit ihren Bornjungfern die Einheimischen und Gäste. Unübersehbar auch der Hinweis auf die nächste Bornfege im Mai, übrigens die 315., wie Sven Michaelis stolz verkündet.

Foto: Angelika Schimmel

Von Chören, Sportvereinen, Feuerwehren und selbst Faschingsvereinen auf dem Land sind heutzutage oft Klagen über fehlenden Nachwuchs zu hören. Auch in Vereinen, die sich der Heimatgeschichte verschrieben haben, sind die Senioren in der Überzahl. Doch Sven Michaelis, Chef des Golmsdorfer Bornfegevereins, hat diese Sorgen nicht. Sein Verein, der eine mehr als 300 Jahre alte Tradition pflegt, macht gerade eine richtige Verjüngungskur durch.

„Bei unserer Jahreshauptversammlung haben gleich acht junge Leute um Aufnahme in den Verein gebeten, damit sind wir jetzt gut 100 Mitglieder“, berichtet Michaelis stolz. Damit setze sich ein Trend fort, der schon ein, zwei Jahre anhält. „Das Schöne ist, dass es oft gar keine Kinder aus alteingesessenen Golmsdorfer Familien sind, die im Verein mitmachen wollen, sondern solche von neu zugezogenen“, sagt er. Für ihn sei das ein guter Beweis dafür, dass die in der jüngeren Vergangenheit Zugezogenen und jungen Familien in Golmsdorf und den anderen Orten im Gleistal heimisch geworden sind. „Es macht Spaß, mit den jungen Leuten zu arbeiten, sie haben Ideen und Elan. Sie wollen nicht nur feiern – was junge Leute nun mal gern tun –, sondern sie helfen tatkräftig mit, dass sich andere bei unserem großen Bornfegefest gut amüsieren können.“

Und dafür braucht der Verein auch in diesem Jahr wieder viele Ideen und fleißige Hände. Wie jedes Jahr, so wird im Gleistal auch 2018 am Wochenende nach Pfingsten Bornfege gefeiert. Vom 25. bis 27. Mai wird das ganze Dorf auf den Beinen sein und werden viele Gäste aus der Nachbarschaft kommen, um mitzufeiern.

Das Fest geht auf das Jahr 1703 zurück, seitdem ist der Brauch verbürgt, am ersten Wochenende nach Pfingsten (Trinitatis) alle öffentlichen Brunnen einer Generalreinigung zu unterziehen. Von der Reinheit der Dorfbrunnen und Quellen hing nicht nur die Gesundheit der Dörfler ab, sondern auch deren wirtschaftliches Wohlergehen, denn viele verdienten damals als Winzer mit Saalewein ihr täglich Brot. Für das Brunnenputzen sind heute wie damals Bornmeister zuständig, die jedes Jahr neu gewählt werden.

Der Golmsdorfer Bornmeister wird mit dem Gefolge seiner Bornjungfern am Pfingstwochenende in sein Amt eingeführt, der Bornmeister im Ortsteil Beutnitz wird, wie es dort traditionell üblich ist, am Festwochenende bei der Verkostung hauseigener Weine ermittelt. Die Konkurrenz dabei ist groß, denn die Winzerei wird von immer mehr Gleistalern heute hobbymäßig betrieben.

„In Golmsdorf bewerben sich in diesem Jahr drei Männer um den Posten, der Rat der Bornmeister wird bald den am besten geeigneten Kandidaten auswählen“, erzählt Michaelis. Sein Name bleibt jedoch bis Pfingsten geheim.

Kein Geheimnis macht Michaelis indes um das Motto des großen Bornfege-Umzuges, der am 27. Mai der Höhepunkt des Festes werden wird. „Es gab sechs Vorschläge „Das Gleistal digital“ war dabei und auch der futuristische Vorschlag „Bornfege in 100 Jahren“. Doch die Mehrheit der Mitglieder stimmte für „Die Bornfege tanzt durchs Gleistal“. Ob die Vereine, Familien und Gäste aus der Nachbarschaft, die sich mit Festwagen und Bildern am Umzug beteiligen, im Walzerschritt, nach Bossa-Nova-Rhythmen oder als Breakdancer nach moderner Musik durchs Dorf tanzen, das wird man am 27. Mai erleben können.

Bis dahin haben Sven Michaelis und sein wiedergewählter Vereinsvorstand mit allen Mitgliedern noch viel zu tun.

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