Brehm-Haus in Renthendorf bleibt eine Großbaustelle

Renthendorf  Weitere 210 000 Euro stehen dank der Kofinanzierung durch die Reemtsma-Stiftung für den Ausbau der Gedenkstätte in Renthendorf zur Verfügung. So sollen die Elektrik installiert und eine Heizungsanlage eingebaut werden.

Ein Befund der Restauratoren, der Rückschlüsse zulässt, wie die Farbgestaltung der Zimmer zu Brehms Zeiten ausgesehen hat. Foto: Frank Kalla

Ein Befund der Restauratoren, der Rückschlüsse zulässt, wie die Farbgestaltung der Zimmer zu Brehms Zeiten ausgesehen hat. Foto: Frank Kalla

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„Mit dem Geld aus der Dorferneuerung und der Stiftung kommen wir einen großen Schritt weiter“, freut sich Gedenkstättenleiter Jochen Süß. In dieser Woche hätten sich Vertreter des Thüringer Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie, der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises, Restauratoren und Architekten in Renthendorf über die Reihenfolge der weiteren Arbeiten verständigt. „Alles muss ja irgendwie stimmig sein, wenn man das Projekt zu einem guten Ende führen will. Wenn alles gut läuft, werden die Gewerke zur Jahresmitte die Elek­trik verlegen und das Heizungssystem einbauen.“

Es werden durchweg komplizierte Arbeiten sein, die zu erledigen sind. Um den denkmalschützerischen Aspekten Rechnung zu tragen, werden elektrische Leitungen oder Heizungsanlagen in dem Gemäuer des Brehm-Hauses nicht sichtbar sein. „Hier werden auch keine Schlitze für Elektrokabel in die historische Bausubstanz gefräst“, versichert Süß. Wo Elektrik verlegt werden muss, soll dies in den Decken- oder Fußbodenbereichen realisiert werden, die Beheizung der Wohnräume soll über eine Fußbodenheizung in der Küche sowie über Sockelheizungen sichergestellt werden. „Wir streben in der kalten Jahreszeit eine Raumtemperatur von 12 Grad Celsius an, insbesondere um die in der künftigen Gedenkstätte ausgestellten Exponate zu schützen“, erklärt Süß. Die komplette elektrische Anlage mit ihren Schalt- und Verteilerkästen sowie die Heizungsanlage würden in den Kellerräumen verschwinden. Dort sollen, wenn möglich in diesem Jahr auch die sanitären Anlagen für Besucher eingebaut werden. „Der Kellerbereich sollte schon in diesem Jahr fertig werden“, blickt Süß auf den ambitionierten Zeitplan, den man sich gesetzt hat. Ist es doch erklärtes Ziel, dass das praktisch generalüberholte Brehm-Haus im Jahr 2018 wieder für die Besucher zugänglich sein soll.

Nachdem die Restauratoren akribisch in jedem Zimmer wertvolle Fragmente der ursprünglichen Bemalung der Wände zu Zeiten des Tierforschers Alfred Brehm freigelegt haben, sollen die Zimmer ihre ursprüngliche Form wieder erhalten. „Es waren keine lauten Farben, die damals zum Einsatz kamen.“ Sichergestellt werden konnten auch Reste von Deckenrosetten und von einem Fries. In der Küche stellte man zudem fest, dass die Wände im Bereich des alten Herdes gefliest waren. „In der restaurierten Küche können wir dann auch zwei Kochbücher aus dem Besitz der Brehms zeigen“, freut sich Süß im Vorfeld.

Erste Überlegungen gibt es auch, in welcher Form beispielsweise die zahlreichen Stücke, die der Tierforscher und Schriftsteller von seinen Forschungsreisen mitgebracht hat, im Brehm-Haus gezeigt werden sollen. „Unser Ziel ist der Erwerb von Ganzglasvitrinen, in denen winzige LED-Spots die Exponate anleuchten.“

Licht in die Räume bringen sollen auch mehrere historische Lampen aus dem Fundus des Brehmschen Nachlasses. „Da arbeiten wir an einer technischen Lösung.“

Froh ist Süß, dass die Gedenkstätte mit Landeskonservator Holger Reinhardt einen verlässlichen Partner gefunden hat. „Dem Landeskonservator gebührt unser größter Dank,“

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