Chorknaben begeistert vom Frankreich-Gastspiel: Uraufführung mit französischem Orchester gelungen

Jena  Knabenchor der Jenaer Philharmonie war in Frankreich zu zwei Gastspielen – Jungs sind begeistert – Noch sechs Konzerte in diesem Jahr

Der Knabenchor der Jenaer Philharmonie bei seinem Konzert in Amiens zusammen mit dem Orchestre de Picardie Foto: Jenaer Philharmonie

Der Knabenchor der Jenaer Philharmonie bei seinem Konzert in Amiens zusammen mit dem Orchestre de Picardie Foto: Jenaer Philharmonie

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"Es ist einfach super, gemeinsam mit einem großen Orchester aufzutreten", erzählt der zehnjährige David Gramsch. Sein zwei Jahre älterer Mitsänger Marian Smesny schwärmt von der Begegnung mit bedeutenden Musikern und Komponisten wie etwa dem Dirigenten des Orchesters der Picardie, dem Holländer Arie van Beek, und dem englischen Komponisten Benjamin Ellin.

Die beiden Jungs vom Knabenchor der Jenaer Philharmonie sind noch total Feuer und Flamme, wenn sie vom vorigen Wochenende erzählen. Da sind sie mit dem kompletten Ensemble – also insgesamt 58 Sänger im Alter von 9 bis Mitte 20 Jahre – in Frankreich aufgetreten. Und das gleich zwei Mal: am Freitag im Theater von Amiens und einen Tag später in der Kulturkirche von Beauvais.

Freilich seien die Auftritte nicht so einfach gewesen, berichten die beiden Jungs. Schließlich mussten Texte in Französisch, Englisch und Deutsch gesungen werden. Und am Anfang habe es noch kleine Abstimmungsprobleme mit dem Dirigenten gegeben. Doch dann habe alles bestens geklappt. Man habe sich gut Gehör verschafft und sei keinesfalls vom Orchester übertönt worden, was auch Chordirektorin Berit Walther stolz bestätigt. Sie zeigte sich sehr zufrieden mit ihrem Knabenchor.

In Erinnerung an die Schlacht vor 100 Jahren

Gemeinsam mit dem Orchestre de Picardie übernahmen die jungen Jenaer Sänger die Uraufführung des Chorwerks "One before Zero" von Benjamin Ellin, das er zum Gedenken an die über eine Million Opfer der Schlacht an der Somme komponiert hatte, ein Ereignis, das vor 100 Jahren an der Front des 1. Weltkriegs unweit der nordfranzösischen Stadt Amiens stattgefunden hatte.

Möglich geworden war die Gastspielreise durch das seit Jahren erfolgreiche Mitwirken der Jenaer Philharmonie im europäischen Orchester-Netzwerk "One".

Der Jenaer Knabenchor hatte sich auf seine Tour nach Frankreich akribisch vorbereitet. So waren die Jungs im Oktober zu einem Chorlager unweit von Kiel an der Ostsee zusammengekommen und hatten noch einmal zielgerichtet geübt, nachdem sie im August schon mit den Proben begonnen hatten.

Die Texte, die man lernen musste, so erzählen David und Marian, hätten es wirklich in sich gehabt, beschrieben sie doch so manche Gräuel des Kriegsgeschehens. Sowohl Propagandatexte aus jener Zeit als auch bewegende und erschreckende Passagen aus Soldatenbriefen seien in den Texten des Gesangs aufgegriffen worden. Was die Jungen ebenfalls beeindruckt hatte, das waren die mitunter gewaltigen Töne, die von den Schlagwerken in dem Chorwerk zu hören waren.

Zu Hause konnten die Jungs jedenfalls allerhand darüber erzählen, was sie erlebt hatten. Denn auch von Amiens haben sie ein wenig sehen können, besuchten die Kathedrale und konnten sich ein Bild von der Stadt machen. Sie eroberten sogar für ein paar Minuten die Kathedrale und sangen dort kurzerhand A cappella zwei geistliche Lieder, wofür es von überraschten Kirchbesuchern Beifall gab. Doch nun proben die Knaben bereits wieder intensiv. Schließlich stehen noch sechs Konzerte – vor allem weihnachtliche – bis Jahresendean. Und im nächsten Jahr könnte es vielleicht mit einer Reise ins estnische Tallinn klappen.

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