Das Rittergut Selka hat einfach Pfiff

Rittergüter im Altenburger Land und ihr Schicksal: Die Haustürklinke von Familie Eberhardt wird niemals kalt. Alte und neue Freunde, Wandergruppen und Geschichtsinteressierte machen bei ihnen im Rittergut Selka gern Station.

Das Rittergut Selka heute. Foto: Jana Borath

Das Rittergut Selka heute. Foto: Jana Borath

Foto: zgt

Selka. "Flausen hatten mein Mann und ich schon immer im Kopf", erzählt Petra Eberhardt. Beispielsweise die, in einem alten Haus zu leben, das viele Geschichten erzählen kann. Weshalb sie und ihr Mann Heiko 2006 nicht lange überlegten, sich das damals zum Verkauf stehende Rittergut in Selka wenigstens einmal anzuschauen. Ermuntert speziell zu diesem Ausflug in den Schmöllner Ortsteil wurden die Eberhardts damals von ihren Freunden dort: den Bockners.

Inzwischen sind die ihre direkten Nachbarn. Denn Petra und Heiko Eberhardt kamen nach Selka, nahmen das Rittergut in Augenschein – und verliebten sich stehenden Fußes in seine geschichtsträchtigen Mauern. Und es war schnell abgemachte Sache, dass sie es kaufen würden. "Denn das Haus hat einfach Pfiff", sagt Petra Eberhardt. 2007 zogen sie und ihr Mann ein. "Das war so ziemlich ins Blaue hinein", erinnert sich Petra Eberhardt noch heute. "Eigentlich wussten wir gar nicht, was da auf uns zukommt." Und natürlich gab es nicht wenige, die das Ehepaar, das damals in einem fertigen Eigenheim in Sachsen-Anhalt lebte, für verrückt erklärte ob dieses Neustarts in einem alten Rittergut im ostthüringischen Selka. "Ver-rückt sind wir wirklich ein wenig", muss Petra Eberhardt eingestehen.

Sie rücken eben ein wenig aus der Reihe mit ihrer Liebe zu Altem, das sie modern Glattem in jedem Falle und immer vorziehen. Ihr Rittergut ist nur ein Beispiel dafür. Wenn auch das größte. Und hier mussten die Eberhardts ordentlich Hand anlegen. Später eingezogene Wände und Gemauertes bauten sie zunächst zurück, um die eigentliche Schönheit, das Besondere, das Ursprüngliche des Rittergutes wieder zum Vorschein zu bringen. Erst danach gingen die Eberhardts daran, sich ihr Haus so einzurichten, wie sie es mögen. Immer mit Bedacht und immer mit Rücksicht, immer mit einem Blick in die historischen Baupläne des Hauses. "Natürlich ist das eine Lebensaufgabe", sagt Petra Eberhardt und lässt ihre Blicke durch die großzügige Wohnküche gleiten, die inzwischen fertig geworden ist. "Aber eine schöne", fügt sie hinzu.

Inzwischen fühlen sie und ihr Mann sich so zu Hause in ihrem Rittergut, dass sie gar nicht mehr verreisen mögen für längere Zeit. "Und früher sind wir wirklich viel unterwegs gewesen und kamen viel herum", erzählt die Neu-Selkaerin.

Stattdessen kommt jetzt oftmals die Welt direkt ins Haus der Eberhardts oder wenigstens in den dazugehörigen Park. Denn das Rittergut und sein Anwesen zieht bis heute zahlreiche Neugierige, Wissensdurstige, Geschichtsinteressierte oder Wandergruppen an. Manch einer klingelt dann bei den Eberhardts, möchte sie, das Rittergut und seine Geschichte näher kennenlernen. Und wenn sie darum gebeten werden, kommen die Rittergutbewohner diesen Wünschen gerne nach. Nicht zuletzt sind da noch die vielen Freunde der Familie. Alte und neu hinzugewonnene. "Bei uns wird die Haustürklinke wirklich nicht kalt", fasst Petra Eberhardt zusammen. Und ab Sommer dieses Jahres erst recht nicht mehr. Die Tochter heiratet und zieht danach mit aufs Rittergut. In die obere Etage. Geplant ist außerdem, dass auch noch Petra Eberhardts Schwester zu ihnen nach Selka zieht. "Dann ist wirklich viel Leben drin in unserem Haus", freut sich Petra Eberhardt schon jetzt.

Erinnerungen aus Leser-Alben gesucht

Dem Schicksal der Rittergüter des Altenburger Landes ist die OTZ-Schmöllner Nachrichten auf der Spur. Das Museum Burg Posterstein unterstützt das umfangreiche Vorhaben.

Doch mit der Darstellung von Gestern und Heute verbindet sich auch die Hoffnung auf weiteres Material.

Wenn Sie, liebe Leser, also noch Fotografien aus früherer Zeit haben, die die Rittergüter in Groß- oder Kleinformat zeigen, aus der Nähe aufgenommen oder in der Ferne zu sehen, dann rufen Sie an, Telefon (03447) 52 58 55 oder senden eine E-Mail: schmoelln@OTZ.de. Kontakt zum Museum: Telefon (034496) 22 595; E-Mail: info@burg-posterstein.de.

Wir freuen uns auf Ihre Hinweise und fotografischen Erinnerungen. Und wir würden uns freuen, wenn die Geschichte der Rittergüter fortgeschrieben würde mit noch schlummernden bemerkenswerten Geschichten. Ihre OTZ-Redaktion Schmölln

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