Deutsche Bahn will giftigen Riesen-Bärenklau bekämpfen

Die giftige Pflanze am Bahndamm in der Weststraße in Schmölln wächst wieder sehr üppig. Doch die Schmöllner Stadtverwaltung sieht keinen Handlungsbedarf. die Umweltbehörde ist nicht zuständig. Doch die Deutsche Bahn will das Problem umgehend lösen.

Sabine Sommer zeigt auf den Riesenbärenklau in der Schmöllner Weststraße.

Sabine Sommer zeigt auf den Riesenbärenklau in der Schmöllner Weststraße.

Foto: zgt

Schmölln. Riesen-Bärenklau und kein Ende. Vorm Haus von Sabine Sommerer in der Schmöllner Weststraße wächst die Problempflanze erneut. "Diesmal sogar noch üppiger als im vergangenen Jahr", sagt sie. Bereits im Sommer 2011 hatte die Schmöllnerin Alarm geschlagen, weil ihr die Pflanze gesundheitliche Beschwerden bereitete. Atemnot, Schmerzen im Hals und im Oberkörper. Inzwischen bestätigten ihr zwei Ärzte, dass die Pflanze der Auslöser sein könnte. "Ich bin eben ein allergischer Mensch", so Sabine Sommerer.

Zwar beseitigte die Deutsche Bahn AG im vergangenen Jahr die giftige Pflanze, nachdem OTZ-Schmöllner Nachrichten deshalb nachgehakt hatte. Doch erweist sich der Riesen-Bärenklau am innerstädtischen Bahndamm in der Weststraße als äußerst widerstandsfähig.

Zum Leidwesen von Sabine Sommerer. Die Stadtverwaltung Schmölln, die um dieses Problem bereits im vergangenen Jahr wusste und keinen Handlungsbedarf sah, erkennt auch aktuell keinen Anlass, Abhilfe zu schaffen. "Die Pflanze wächst nicht auf städtischem Gebiet, sondern am Bahndamm. Damit sind wir nicht zuständig, sondern die Deutsche Bahn. Das ist ja quasi wie ein Privatgrundstück", erklärt Bauamtsleiter Bernd Schneider auf Anfrage von OTZ-Schmöllner Nachrichten. "Wir können da also gar nichts machen." Wenn Gefahr für die Gesundheit von Anwohnern ausgehe von dieser Pflanze, sei ohnehin am ehesten die Umweltbehörde des Landratsamtes zuständig für das Problem.

Die zuständige Fachdienstleiterin Birgit Seiler kann über diese Auffassung allerdings nur verwundert den Kopf schütteln. "Riesen-Bärenklau ist keine schützenswerte Pflanze. Sie darf entfernt werden, ohne dass das beantragt werden muss", erläutert sie zunächst. "Und wenn es um Immissionsschutz geht, dann sind wir lediglich für bauliche Dinge verantwortlich. Eine Pflanze ist jedoch keine bauliche Anlage", ergänzt Birgit Seiler. Sie verstehe offengestanden nicht, weshalb es für die Schmöllner Stadtverwaltung so schwierig sei, zum Telefonhörer zu greifen und die Deutsche Bahn über den Riesen-Bärenklau in der Weststraße zu informieren. "An wen sollen sich denn die Bürger sonst wenden mit Sorgen dieser Art, wenn nicht an ihre Stadtverwaltung", wundert sich die Fachdienstleiterin.

Für OTZ-Schmöllner Nachrichten war es jedoch keineswegs schwierig, die Deutsche Bahn AG über die erneut üppig wachsende Problempflanze im innerstädtischen Gebiet von Schmölln zu informieren. Und erhielt vom Unternehmen schnelle Antwort: "Nach Rücksprache mit unserem Verantwortungsbereich können wir Ihnen bestätigen, dass der Riesen-Bärenklau umgehend beseitigt wird."

Doch auch dabei sollte man Vorsicht walten lassen. Mike Jessat, Chef des Naturkundemuseums Mauritianum in Altenburg rät: "Am besten ist der Bärenklau bei kühlem, nassen Wetter mit gummierten Handschuhen zu entsorgen. Auch Schutzkleidung und Schutzbrille sollten getragen werden.