Die Reformation in der Kuchenhauptstadt Weida

Weida  In Weida, wo ab heute der Kuchenmarkt stattfindet, ist eine Broschüre zum 500. Jahrestag der Erneuerung erschienen

Von links: Die Autoren Jürgen Müller, Erkan-Joachim Müller, Gudrun Häßner in Vertretung für ihren Mann Kurt Häßner, Lutz Scherf und Peter Bussemer sind stolz auf die druckfrische Publikation über „Die Reformation in Weida“.

Von links: Die Autoren Jürgen Müller, Erkan-Joachim Müller, Gudrun Häßner in Vertretung für ihren Mann Kurt Häßner, Lutz Scherf und Peter Bussemer sind stolz auf die druckfrische Publikation über „Die Reformation in Weida“.

Foto: Peter Michaelis

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Dort, wo von heute an drei Tage lang der 24. Weidsche Kuchenmarkt dem süßen Backwerk huldigt, haben die Stadt und eine Hand voll Autoren eine Publikation auf den Markt ­gebracht, die sich sehen lassen kann. Mit dem erstmaligen ­Verkauf zum Kuchenmarkt soll die Broschüre „Die Reformation in Weida – Eine Erinnerung an den 500. Jahrestag der E­rneuerung“ durch viele Hände gehen.

Seit vielen Jahren hat es keine Veröffentlichung in Weida mehr gegeben, sagt Bettina Gunkel aus dem Hauptamt der Stadtverwaltung. Umso größer sei die Freude über das aufwendig recherchierte und ansprechend gestaltete Heft. „Es gab in den letzten Jahren zahlreiche verschieden wissenschaftliche Arbeiten und akribisch vorbereitete Vorträge, die man schon längst hätte dokumentieren müssen“, sagt Gunkel und hofft wie Bürgermeister Werner Beyer (parteilos) auf eine große Resonanz von Weidaern und Touristen auf das in 1000er Auflage gedrucktem Werk. So solle Weida und was hier getan wird, in die Welt getragen werden, wünschen sie sich.

Weil unklar ist, ob Luther höchstpersönlich jemals Weida betreten hat, haben die Autoren die Zeit der Reformation, also eine Zeit des Umbruchs und der Neuanfänge, ins Visier genommen. „Wir haben keinen tatsächlichen Beleg von Luthers Anwesenheit in Weida entdeckt. Können aber anhand seiner Reisepläne davon ausgehen, dass er zumindest einmal durch die Stadt gekommen ist“, sagt Erkan-Joachim Müller, der vor allem zur Geschichte der Weidaer Vögte mit Expertise glänzen kann.

Neben ihm gehört Peter Bussemer zu den Autoren. Der emeritierte Professor für Physik und Mathematik interpretiert die Reformationszeit als „Beschleuniger“ zahlreicher Erfindungen. Entsprechend hat er in seinem Text versucht, die Idee der Reformation an die aktuelle Entwicklung der Osterburg mit seiner Vision vom Wissensschloss zu koppeln.

Auch Jürgen Müller, Professor der Wirtschaftsinformatik an der Dualen Hochschule Gera-Eisenach, nimmt das Wissensschloss zum Aufhänger. Ebenso wie die Reformation die Bildung von der Kirche angekoppelt ­habe, wolle die Stadt Weida nun die Bildung der Bürger mit dem Wissensschloss als eigene ­Aufgabe betrachten. Auch die Publikation selbst trage zur ­Bildung bei, sagt er und steht für weitere Broschüren vielleicht in jährlicher Folge gern zur ­­Ver­fügung. Themen gäbe es in Weida genug, so seine ­Ansicht.

Bauforscher Lutz Scherf ­widmet dem Reformations-Baumeister Nikolaus Gromann ein interessantes Kapitel. „Es war eine sehr sportliche Aufgabe, in kurzer Zeit diese Broschüre zusammen zu tragen“, fand er.

Weitere Kapitel steuerten Stefan Michel, Privatdozent für ­Kirchengeschichte an der Universität Leipzig, und Kurt Häßner, Ehrenbürger der Stadt Weida, bei.

Die Broschüre ist in der ­­Weida-Information, auf der Osterburg und bei städtischen Veranstaltungen zum Preis von 4,80 Euro zu bekommen, ebenso eine neue Postkarte mit Luther-Antlitz und dem Slogan „Ich war NIE hier!“

24. Weidscher Kuchenmarkt vom 1. bis 3. September

Freitag: 18 Uhr Konzert Polizeimusikkorps Thüringen, 20 Uhr Fackelumzug, danach Livemusik asurdi magistri und 21 Uhr Lights of the Night

Samstag: 13 Uhr Posaunenchor Weida, 14 Uhr Einmarsch Kuchenfrauen, Schützen, Neugernsdorfer Schalmeien, Festkuchenanschnitt; 15 Uhr Die kleinsten Weidschen Bäcker, 15.30 Uhr Kindertanzgruppen ADTV Tanzschule Katja Paunack, 16 Uhr Der Bub vom Elstertal, ab 19 Uhr Livemusik mit Be happy

Sonntag: 11 Uhr Frühschoppen, 13 Uhr Musikschule Fröhlich, 14 Uhr Sweet Town-Line-Dancer, 16 Uhr Einmarsch der ­Kuchenfrauen, Präsen­tation Kuchenfrau 2017 und Bäckernachwuchs, 17 Uhr Orgelmusik in Stadtkirche St. Marien, bis 18 Uhr Livemusik mit Collegium Brass

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