Ein Dorf feiert seinen Bürgermeister in Posterstein

Seit 20 Jahren leitet Stefan Jakubek die Geschicke der Gemeinde Posterstein

Posterstein. Mit einer Überraschungsparty mit rund hundert Gästen feierten die Postersteiner am Mittwoch ihren Bürgermeister Stefan Jakubek und dessen 20-jähriges Dienstjubiläum. Am 1. August 1992 übernahm Jakubek mit 31 Jahren als damals jüngster Bürgermeister der Region das Amt in der Gemeinde und hat deren Entwicklung entscheidend mitgeprägt.

Nur eine Stunde vorher erfuhr auch die Hauptperson von der Feier in der Postersteiner "Neuen Scheune". Gratulanten aus Posterstein und den Nachbargemeinden, aus Vereinen, Institutionen und Firmen – kurz: alle, mit denen Jakubek im Laufe der Jahre zu tun hatte – standen an diesem Abend Schlange.

In seiner bisherigen Amtszeit gab es für Jakubek viel zu tun. 1991 war zwar das Museum Burg Posterstein nach langjähriger Sanierung wieder eröffnet worden, aber sonst lag doch einiges im Argen: Straßen und Brücken desolat, das kreiseigene Kinderheim und die Gaststätte geschlossen, Bauplätze Mangelware. Die Gemeinde setzte fortan auf Tourismus, hat man doch mit Burg und Burgkirche eine einmalige Attraktion. Jakubek versorgte dem Ort eine Rundum-Erneuerungskur und überzeugte die eigenen Bürger und Fördermittelstellen von den notwendigen Veränderungen. Die Resultate können sich sehen lassen: Posterstein gehört zu den schönsten und aktivsten Gemeinden Thüringens. 2006 erhielt man den europäischen Dorferneuerungspreis. Die Einwohnerzahl stieg um etwa 40 Prozent, den gemeindeeigenen Kindergarten besuchen 23 Kinder, von demografischem Wandel keine Spur.

Touristen strömen in den Ort mit dem Auto, auf dem Rad oder zu Fuß. Beim Postersteiner Seifenkistenrennen agiert der Bürgermeister mit an vorderster Front. Seit 2009 gibt es mit der "Neuen Scheune" einen Veranstaltungsort, in dem die Postersteiner Jakubek nun ehrten und das mitnichten in der Hoffnung, er möge bald aufs Altenteil ziehen.

Vorhaben gibt es noch einige: Das marode Herrenhaus braucht dringend eine Nutzung und der Landkreis muss davon überzeugt werden, dass die Kreisstraße nach Stolzenberg unbedingt repariert werden muss. Die Ideen gehen ihm nicht aus und die Unterstützung der Bürger ist Jakubek sicher. In seiner spontanen Rede verriet der überraschte Bürgermeister einen seiner größten Wünsche: "Ich möchte gern wissen, wie es in hundert Jahren in Posterstein weitergegangen ist."

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