Ein Jahr nach Schweden: Alexandra aus Stadtroda erfüllt sich einen Traum

Stadtroda  Die sechzehnjährige Alexandra Krüger hat ihre zehnte Klasse an der Regelschule Stadtroda mit einem Notendurchschnitt von 1,4 abgeschlossen und geht als Austauschschülerin für ein Jahr nach Schweden.

Alexandra Krüger (2. von links) , hier mit ihrer Mutti Susann Krüger, ihrer zehnjährigen Schwester Svenja und ihrer Oma Heidrun Dumke (von links). Foto: Andreas Schott

Alexandra Krüger (2. von links) , hier mit ihrer Mutti Susann Krüger, ihrer zehnjährigen Schwester Svenja und ihrer Oma Heidrun Dumke (von links). Foto: Andreas Schott

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Für die 16-jährige Alexandra Krüger aus Stadtroda geht ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Am 12. August fliegt sie von Dresden nach München und von dort weiter nach Stockholm, um ein Jahr als Austauschschülerin in der schwedischen Stadt Sollentuna zu verbringen.

Die Freude darauf ist Alexandra, die ihre zehnte Klasse mit einem Notendurchschnitt von 1,4 meisterte (nur die drei im Fach Sport hat den Schnitt kräftig gedrückt), förmlich ins Gesicht geschrieben. Sie stelle sich gern dieser Herausforderung, um sich auszuprobieren und auch an Grenzen zu gehen, fasst sie freudestrahlend zusammen. Und sie wolle rasch die schwedische Sprache lernen, um den Unterricht verfolgen und sich mit den Menschen verständigen zu können. „Das ist am Anfang die wichtigste Aufgabe“, weiß Alexandra, die bereits die englische Sprache beherrscht.

Schon seit der siebten, achten Klasse habe sie den Wunsch verspürt, mal ein Jahr als Austauschschülerin im Ausland verbringen zu können. Dies habe sich über die Jahre verfestigt, auch wenn die Eltern es anfangs eher als Träumerei gesehen haben. Doch Alexandra kümmerte sich um die Verwirklichung ihres Zieles. Sie recherchierte im Internet nach Organisatoren, die Schüleraustausche anboten. Letztendlich entschied sie sich für zwei Organisationen, die sie favorisierte.

Schon im April 2014 beworben

Im April 2014 bewarb sie sich schließlich bei der Youth For Understanding (YFU), eine weltweit agierende gemeinnützige Austauschorganisation, deren Programme auf der Arbeit Ehrenamtlicher basiert. Die Organisation unterhält ein Netzwerk von mehr als 50 gemeinnützigen Austauschorganisationen weltweit. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf einjährigen Gastfamilien- und Schulaufenthalten für Schüler im Alter von 15 bis 18 Jahren. Die Gasteltern erhalten kein Geld für die Aufnahme von Gastschülern, das sei ihr wichtig gewesen, sagt Alexandra Krüger.

Im Juni vergangenen Jahres wurde sie zu einer ersten Gesprächsrunde eingeladen. Mehrere Bewerber mussten sich einer Kommission vorstellen, um ihre Eignung unter Beweis zu stellen. Im Anschluss gab es Einzelgespräche, erinnert sich Alexandra an das langwierige Prozedere.

Im März dieses Jahres erhielt die 16-Jährige die Nachricht, dass sie den Zuschlag erhalte. Riesengroß sei ihre Freude gewesen, die sie gemeinsam mit ihren Eltern Susann und Thomas, ihrer zehnjährigen Schwester Svenja und ihrer Omi Heidrun Dumke teilen durfte.

Überhaupt pflegt die Familie ein harmonisches und vor allem herzliches Miteinander. „Für uns ist Familie ganz wichtig. Es ist sozusagen ein Wohlfühlort, an dem wir gemeinsam Freude haben und entspannen“, so Susann Krüger. Nicht ganz leicht werde ihr das Trennungsjahr von ihrer großen Tochter fallen, aber sie sei ja nicht aus der Welt. „Ein Kleeblatt in der Familie wird fehlen. Aber wenn Alexandra glücklich ist, sind wir es auch. Und außerdem habe ich ja noch meine kleine Tochter Svenja“, tröstet sich ihre Mutti.

Ähnlich sieht es Alexandras Oma Heidrun. Sie ist begeistert von ihrer Enkelin und ihrem Vorhaben, auch wenn sie Alexandra gleichfalls ein Jahr lang vermissen werde. „Aber ich freue mich wahnsinnig für sie“, gesteht sie.

Wiedersehen erst im Juli nächsten Jahres

Für Alexandra beginnt jetzt die letzte Phase ihrer Vorbereitung. Schon jetzt weiß sie, dass sie ihre Familie erst im Juli nächsten Jahres wiedersehen werde. „Kurzurlaube oder Besuche der Eltern wird es in dieser Zeit nicht geben“, weiß die 16-Jährige. Das werde von der Austausch-Organisation so vorgeschrieben, um damit einem Abbruch des Austauschjahres vorzubeugen.

Kontakt habe sie auch schon mit ihren künftigen Gasteltern gehabt. „Sie sind in dem Alter meiner Eltern und ich treffe dort auf eine Gastschwester, die 15 Jahre alt ist. Zur Familie gehört noch ein 17-jähriger Sohn, der aber zeitgleich ein Austauschjahr in Deutschland verbringt. Deshalb ist auch ein Zimmer frei“, schmunzelt Alexandra.

Nach ihrem Flug nach Schweden werde sie noch drei Tage in einem Camp verbringen, bevor sie am 15. August von ihren Gasteltern abgeholt werde.

Bereits am 17. August beginne die Schule, die einem Gymnasium in Deutschland gleich kommt. Über die Bildungseinrichtung habe sie heraus gefunden, dass der Umgang zwischen Lehrern und Schülern antiautoritär sei. Man spreche sich sogar mit du an. Eine Unterrichtsstunde dauere 75 Minuten und der Schultag beginne um 8 Uhr und ende in der Regel am Nachmittag. Zudem sei der technische Ausstattungsgrad der Schule hoch. Ohnehin stelle die Schule jedem Schüler unter anderem einen Laptop als Arbeitsmittel für die Schulaufgaben zur Verfügung, hat Alexandra recherchiert.

In der Zeit ihres Schweden-Aufenthaltes werde sie größtenteils über einen Blog über sich informieren und mit der Familie und Freunden in Kontakt bleiben. Finden kann man den Blog im Internet unter: www.auslandsjahrschweden.blogspot.de .

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