Faltdidaktik am Wochenende in Oberweißbach: Papierfalten zwischen Kunst und Hobby

Oberweißbach  Die Kunst des Papierfaltens stand am vergangenen ­Wochenende im Fokus der 1.Tagung zur Faltdidaktik in der Fröbel-Faltstraße. Austragungsort war die Staatliche ­Regelschule „Friedrich Fröbel“.

Falten in Perfektion: Eine Armee von Reitern, entstanden bei der Fachtagung zur Faltdidaktik am Wochenende in der Fröbelstadt Oberweißbach. Gut zwei Dutzend Teilnehmer aus drei Ländern wurden dazu von den Organisatoren begrüßt. Foto: Norbert Kleinteich

Falten in Perfektion: Eine Armee von Reitern, entstanden bei der Fachtagung zur Faltdidaktik am Wochenende in der Fröbelstadt Oberweißbach. Gut zwei Dutzend Teilnehmer aus drei Ländern wurden dazu von den Organisatoren begrüßt. Foto: Norbert Kleinteich

Foto: zgt

Oberweißbachs Bürgermeister Bernhard Schmidt (SPD) machte stolz, dass seine Stadt für diese Premiere ausgewählt wurde, tat er bei der Eröffnung kund.

Warum ausgerechnet Oberweißbach? Schuld sind Fröbels Handarbeiten. Darum kam Joan Sallas ins Fröbelhaus und traf da auf Katharina Eichhorn, die Tourismuschefin in der Fröbelstadt. Damit kam der Stein ins Rollen – eine Tagung zum Papierfalten, auch als Origami (japanisch) bekannt. Der gebürtige Katalane ist Wahlthüringer, hat sein Zuhause in Weimar gefunden und ist der bekannteste Serviettenfaltmeister der Welt.

Am Wochenende war er die Nummer eins im Tagungsprogramm, das an zwei Tagen einen Workshop vom Abc der Faltlehrer über das Herstellen von Papier aus dem Garten Fröbels bis zur Praxisstunde Falten reichte. Neben Sallas kamen zehn bekannte Origami-Dozenten aus Spanien, England, den Niederlanden und Deutschland, um den 28 Teilnehmern der Tagung Wissen zu vermitteln. Teilnehmer waren nicht nur Lehrer und Erzieher, sondern auch Studenten, Schüler der Regelschule und Faltinteressierte, unter anderem aus Korea und Japan.

„Ziel ist es, die Tagung als Fort- und Weiterbildung für Lehrer und Erzieher anzuerkennen“, sagte Katrin Zwolinski vom Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (Thillm). Daneben soll der Workshop den fachlichen und persönlichen Erfahrungsaustausch der Tagungsteilnehmer ermöglichen. „Jeder von ihnen wird nach dem Wochenende wissen, wie er oder sie in verschiedenen Unterrichtssituationen die eigenen Ideen, Lösungen und Tipps finden und umsetzen kann“, schickte Helena Reingen vom Fröbel-Kreis voraus.

Wie es Joan Sallas in einer seiner Stunden vermittelte, hat das Falten eine Jahrhundertgeschichte zu bieten, denn es hat sich von Generation zu Generation weiterentwickelt, ob als Hobby- oder Freizeittätigkeit, für künstlerisch Begabte oder Erzieher. Es dient beispielsweise zur Entwicklung der Feinmotorik, des Erinnerungsvermögens, der Raum-Lage-Orientierung genauso wie der Phantasie und Kreativität, der Gehirn-Auge-Hand-Koordination sowie dem sprachlichen und geometrischen Verständnis.

Sallas untermauerte seine Kenntnisse über die Geschichte des Origami aus dem Buch von Matthias Jäger aus dem Jahr 1629, eines von vier in der Welt existierenden Exemplaren und das einzige in Deutschland.

Tagungen zum Thema „Didaktik des Papierfaltens“ finden seit 2006 jeweils im Herbst in Freiburg im Breisgau statt. Bis heute organisierte man diese erfolgreich über den ganzen Erdball, so in Argentinien, England, Italien und Katalonien. Neuauflagen der in Oberweißbach stattgefundenen Tagung sind jährlich einmal in den Orten an der Fröbel-Faltstraße geplant, 2017 in Keilhau. Bad Blankenburg, Oberweißbach, Bad Liebenstein und Weimar.

Die Tagungsteilnehmer erlebten eine vorbildliche Organisation von den Gastgebern. Beginnend von den Hinweisen für die Wegführung in der Stadt, die Vorbereitungen für die Versorgung und die Unterbringung der Dozenten und Teilnehmer gilt der Dank der Schule, dem Fröbelverein, einer örtlichen Tagespflege und den Dozenten für ihr Kommen.

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