Forderung: Pfarrstelle erhalten

Die Kirchgemeinde in Frauenprießnitz will kein leeres Pfarrhaus. Es werden Nachteile nicht nur für religiöses Leben der Gemeinde befürchtet. Die geplante Kirchenreform stößt an der Basis nicht auf Gegenliebe.

Unmut regt sich in der Kirchgemeinde Frauenprießnitz gegen die geplante Kirchenstrukturreform, die eine Zusammenlegung mit der Kirchgemeinde Casekirchen in Sachsen-Anhalt mit bis zu 1000 Gemeindegliedern vorsieht. Foto: Angelika Schimmel

Unmut regt sich in der Kirchgemeinde Frauenprießnitz gegen die geplante Kirchenstrukturreform, die eine Zusammenlegung mit der Kirchgemeinde Casekirchen in Sachsen-Anhalt mit bis zu 1000 Gemeindegliedern vorsieht. Foto: Angelika Schimmel

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Frauenprießnitz. Die Streichung der Pfarrstelle in ihrer Gemeinde wollen die Mitglieder der Kirchgemeinde Frauenprießnitz nicht hinnehmen.

"Wir sperren uns nicht grundsätzlich gegen die Reform, die eine Zusammenlegung von Kirchgemeinden vorsieht", sagte Carla Meierl vom Gemeindevorstand. Dem Zusammenschluss der Kirchgemeinde Frauenprießnitz mit der von Casekirchen (Sachsen-Anhalt) stimme man "zähneknirschend" zu, auch wenn dann mehr als 20 Dörfer dazu gehören. Über die Besetzung der Pfarrstelle jedoch werde man mit der Kirchenverwaltung noch verhandeln.

Bei der letzten Kirchenreform sind die Gemeinden von Mertendorf, Poppendorf und Molau-Sieglitz zu Frauenprießnitz gekommen, inzwischen haben wir uns zusammengerauft und jetzt identifizieren sich die Christen dort auch mit Frauenprießnitz, räumte sie ein. Ob das nach dem neuerlichen Zusammenschluss auch so möglich werde, sei zu bezweifeln. Denn zwischen den Dörfern und Kirchen seien viel mehr Kilometer zurückzulegen und die Zahl von 1000 Gemeindegliedern sei eigentlich viel zu groß für einen Pfarrer oder eine Pfarrerin.

Unverständlich sei den Frauenprießnitzern zudem die Präverenz der Kirchenverwaltung für die Pfarrstelle in Casekirchen. "Dort gibt es lediglich 67 Kirchenmitglieder, in Frauenprießnitz dagegen 449", sagte Carla Meierl. Allein dieser Vergleich müsste Argument genug sein, die Pfarrstelle in Frauenprießnitz zu erhalten.

Argumentationshilfe bekommt der Kirchgemeinderat auch von Bürgermeister Jürgen Hofmann.

"In Frauenprießnitz leben immerhin 1000 Menschen, Seelsorgearbeit, die die Pfarrerin, die im übrigen seit 30 Jahren hier Dienst tut, leiste sie auch bei Nichtchristen", sagte er. Dafür habe sie sich deren Anerkennung erworben. Hoffmann ist aber generell überzeugt, dass auch ein neuer Pfarrer, sollte er nach Frauenprießnitz versetzt werden, hier gut aufgenommen würde.

Wenn das Pfarrhaus leer steht, werde auch die Kirche früher oder später leer sein, sind die Frauenprießnitzer überzeugt. Weil die Frauenprießnitzer Kirche auch kultureller Mittelpunkt der Gemeinde ist, werde darunter das Leben der religiösen Gemeinde genauso wie das der gesellschaftlichen Gemeinde leiden, befürchten sie. So organisiert eine kleine Gruppe engagierter Kirchenmitglieder und Musikfreunde seit fast drei Jahrzehnten den Frauenprießnitzer Konzertsommer. Nicht nur die Kirchenmitglieder, das halbe Dorf sei bei der Vorbereitung der sommerlichen Konzertabende, die Publikum aus der ganzen Region anziehen, und bei der Bewirtung der Gäste im Pfarrgarten aktiv.

Deshalb hat der Kirchengemeinderat seine Meinung und Argumente in einem Brief an den Strukturausschuss des Kirchenkreises Eisenberg gesandt. Ein zuvor geführtes Gespräch mit Superintendent Arnd Kuschmierz habe kaum Bewegung gebracht. "Unsere Mitglieder sind verärgert, dass in dieser Sache von oben herab entschieden wird und Basisideen nicht gefragt sind", stellte Carla Meierl klar.

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