Gebührender Rahmen für Erinnerung in Mertendorf

Gemeinde und Heimatfreunde wollen das Kriegerdenkmal sanieren. Dafür wurde nun eine Spendenaktion gestartet.

Das Kriegerdenkmal in Mertendorf soll saniert werden. Frank Treffer vom Ortsverein erklärt die Details. Foto: Oliver Will

Das Kriegerdenkmal in Mertendorf soll saniert werden. Frank Treffer vom Ortsverein erklärt die Details. Foto: Oliver Will

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Mertendorf. Die Gemeinde Mertendorf und die Heimatfreunde haben sich ein anspruchsvolles Projekt vorgenommen: Das Kriegerdenkmal an der Kirche des Rundlings­dorfes soll saniert werden.

"Hier in der Ortsmitte spielt sich alles ab", sagt Frank Treffer vom Verein. "Hier ist der Spielplatz, hier steht der Maibaum." Doch am Kriegerdenkmal, das sich in einer Art Nische der Ziegelmauer um das Gotteshaus ­befindet, hat die Zeit ihre Spuren hinterlassen. Sein Sockel ist marode, der Stein selbst ­bröckelt, seine Inschrift ist kaum mehr zu lesen.

Der Erzählung nach stammt der Stein aus der Gemarkung Mertendorf und wurde Ende der vierziger, Anfang der fünfziger Jahre zwischen dem "Kirchweg" und dem "Saukoben" auf einem Feld gefunden. Anschließend erfolgte die Bearbeitung des Steines durch einen nicht namentlich bekannten Steinmetz. "Er fertigte das Kriegerdenkmal und hielt darauf die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges namentlich fest", so Treffer. Anlässlich der vielen Aktivitäten im Ort zur 760-Jahrfeier vor zwei Jahren war auch das Kriegerdenkmal schon einmal ein wenig verschönert worden. "Damals setzten wir eine Plexiglasplatte vor den Stein", erzählt Treffer. Darauf wurden auch die Namen der Inschrift aufgedruckt. Ihr zufolge ließen im Ersten Weltkrieg die Mertendorfer Willi Claus und Walter Claus ihr Leben. Im Zweiten Weltkrieg fielen aus dem Ort Ullrich Seibicke, Max Börner, Martin Hendreich, Willi Bürger, Rolf Bürger, Kurt Neitzel und Rudi Holzer

Nun soll endlich eine lang­fristige Lösung für das Denkmal gefunden werden, in den kommenden Wochen die Restauration beginnen. "Nach längerer Planungs- und Angebotsphase wollen wir nun auch alle interessierten Bürger mit ins Boot holen", betont Treffer. Die größte Herausforderung sei die Beschaffung der nötigen Finanzen. "Denn da ein neues Denkmal auch eine würdige Umgebung braucht, soll auch der umliegende Bereich saniert werden."

Für ein derart umfangreiches Projekt reichen die Mittel von ­Gemeinde und Verein sowie die zugesagten Unterstützungen von einzelnen Firmen und Privatleuten nicht aus. "Daher bitten wir alle Einwohner, sich ebenfalls mit einer Spende an der Finanzierung zu beteiligen", sagt Treffer. Bis zum 30. Juni laufe die Aktion. "Je mehr zusammenkommt, umso schöner kann das Denkmal werden."

Vor allem ist geplant, den Sockel des Kriegerdenkmals abzutragen und völlig neu aufzubauen. Der Gedenkstein selbst soll abgeschliffen und neu beschriftet werden. "Das will Steinmetz Thomas Haase übernehmen, der uns sehr unterstützt", sagt Treffer. Bei der Erneuerung könnten auch Namen noch nicht erwähnter Mertendorfer aufgenommen werden. Auch die Umrandung soll ein neues Erscheinungsbild erhalten.

"Wir hoffen nun auf breite Unterstützung der Spendenaktion", sagt Treffer. Sollte gar ein Überschuss entstehen, werde dieser in Blumenschmuck und nachträgliche Pflege investiert. "Und bei den Arbeiten packen sicher alle mit an."

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