Geld für sämtliche Fenster und Uralt-Elektrik im Brehm-Haus

Elektrische Anlage wird ebenfalls erneuert. Freistaat Thüringen 75 Prozent der veranschlagten 67 000 Euro Investitionskosten übernehmen.

Dr. Jochen Süß, der Leiter der Brehm-Gedenkstätte in Renthendorf zeigt marode Fenster und elektrische Anlagen in dem Wohnhaus der Brehms. Für 67000 Euro will der Brehm-Zweckverband jetzt die Fenster und die Elektrik erneuern lassen.

Dr. Jochen Süß, der Leiter der Brehm-Gedenkstätte in Renthendorf zeigt marode Fenster und elektrische Anlagen in dem Wohnhaus der Brehms. Für 67000 Euro will der Brehm-Zweckverband jetzt die Fenster und die Elektrik erneuern lassen.

Foto: zgt

Renthendorf. Der Zweckverband "Brehm-Gedenkstätte Renthendorf" kann bei der geplanten Sanierung des maroden Wohnhauses der Brehms in Renthendorf erstmals Nägel mit Köpfen machen: Wie Geschäftsführer Dr. Jochen Süß gestern mitteilte, werde man in diesem Jahr sämtliche Fenster sowie die stellenweise uralte elektrische Anlage in dem Haus komplett erneuern.

Möglich wird dies, nachdem die Regionale Aktionsgruppe (RAG) Saale-Holzland e.V. einer Förderung der Brehm-Stätte stattgab. Demnach wird der Freistaat Thüringen 75 Prozent der veranschlagten 67 000 Euro Investitionskosten übernehmen, die restlichen 25 Prozent trägt der Zweckverband als Träger der Einrichtung. Die Förderzusage erfolgte erst vor wenigen Tagen.

Laut Süß werde sich bereits am 6. März eine Arbeitsgruppe treffen, um das weitere Vorgehen zu beraten. Unter anderem hat der Denkmalschutz ein gewichtiges Mitspracherecht, wie das denkmalgeschützte Objekt saniert werden soll. Süß selbst will nun in den Unterlagen des Archives altes Fotomaterial heraussuchen, anhand dessen Rückschlüsse auf den damaligen Zustand des Gebäudes gezogen werden können.

Die Sanierung des Brehm-Hauses ist seit Jahren überfällig. Neben den undichten Fenstern stellt auch die alte Elektrik eine Gefahrenquelle dar. Teilweise liegen die elektrischen Leitungen auf den Holzbalken auf, die Kerntechnik stammt noch aus den 1970er Jahren. "Das Haus ist baulich schwer krank", erklärte Süß. "Hier hilft keine Kosmetik mehr, hier muss von Grund auf etwas passieren", verwies er auf morsches Gebälk, Risse in den Wänden und bröckelnde Backsteine, die nie verputzt waren. "Die Brehms waren nicht arm, aber lebten in bescheidenen Verhältnissen. Dies spiegelt sich in der Bauweise des Hauses wider."

Damit der Zweckverband überhaupt weiß, wie hoch sich die Kosten einer umfassenden Sanierung belaufen werden und welche Maßnahmen durchgeführt werden müssen, nimmt derzeit eine renommierte und in der Sanierung von Denkmalgebäuden erfahrene Firma ein sogenanntes Aufmaß vor. "Darunter ist zu verstehen, dass die Gedenkstätte vom Keller bis zur Dachspitze erfasst und alle baulichen Mängel und Schäden dokumentiert werden", erklärte Süß. Im Mai oder Juni soll die Bestandsaufnahme fertig sein. Danach steht der eigentliche Kraftakt an: Geld bei Stiftungen für die Rettung der Gedenkstätte zu erhalten.

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