Gute Nachbarn bester Garant: Polizei klärt auf zu Einbrüchen im Saale-Holzland

Verstärkt setzt die Polizei im Saale-Holzland-Kreis in diesen Wochen auf Aufklärung, informiert, wie sich Eigenheimbesitzer vor ungebetenen Gästen schützen können. Gute Nachbarschaft ist dabei immer noch der beste Garant, dass Langfinger einen Bogen um Ortschaften machen.

Polizeiobermeister Ronny Möller bei der Spurensicherung nach einem Einbruch.  Foto: Frank Kalla

Polizeiobermeister Ronny Möller bei der Spurensicherung nach einem Einbruch. Foto: Frank Kalla

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Stadtroda. Meist war noch nicht einmal das Splittern von Glas zu hören: Innerhalb weniger Minuten war zudem alles vorbei. Mit Bargeld, Schmuck und anderen Wertgegenständen beladen machten sich im vergangenen Jahr beispielsweise Einbrecher in Zöllnitz oder Großlöbichau unerkannt aus dem Staub. In 52 Häuser und Wohnungen stiegen allein im vergangenen Jahr Einbrecher im Saale-Holzland ein.

Zwar ereigneten sich die Einbruchserien in Zöllnitz und Großlöbichau außerhalb der Urlaubszeit, jedoch geht Peter Oertel, Chef der Polizeiinspektion Stadtroda, davon aus, dass sich in den kommenden Wochen wieder verstärkt ungebetene Gäste auch im Saale-Holzland-Kreis tummeln werden. "Die Urlaubszeit ruft Einbrecher in aller Regel immer auf den Plan", schätzt der Erste Hauptkommissar ein. Auch aus diesem Grund ist das Informationsfahrzeug der Polizeilichen Beratungsstelle in diesen Wochen wieder verstärkt im Landkreis unterwegs. "Am 19. Juli werden wir in Kahla unterwegs sein", sagte Nadine Stenzel, Leiterin Prävention.

Meist haben es die Täter auf sogenannte Neusiedlungen abgesehen. "Zwar kennt man sich hier über die Jahre auch, aber ein so nachbarschaftliches Verhältnis wie in einem gewachsenen Dorf gibt es nicht. Fremde fallen in den Neusiedlungen nicht so auf, sie können oft unbemerkt ein Objekt ausspähen", erklärt Oertel. Hinzu komme, dass viele Hauseigentümer das Thema Einbruch zu unbedarft betrachten würden. "Etliche Betroffene wollten es gar nicht glauben, als sie die böse Überraschung bemerkten. Meist heißt es: Einbrecher? Aber doch nicht bei mir", sagt Oertel. Dabei könne es nahezu jeden treffen, insbesondere jedoch Hausbesitzer oder Mieter, die an den Randlagen der Siedlungen wohnen würden. "Sackgassen oder Ortslagen, wo man schwer die Flucht ergreifen kann, mögen Langfinger nicht."

Doch wie schützt man sich am besten gegen Einbrecher? "Der beste Schutz ist eine gute Nachbarschaft. Wo die Nachbarschaft funktioniert, da wird es dem Einbrecher schwer gemacht", sagt der Hauptkommissar. Dass es kaum zu Einbrüchen in Dörfern komme, sei kein Zufall: "Da kennt jeder den anderen, Fremde fallen auf." Wachsame Nachbarn: Schon das regelmäßige Leeren des Briefkastens, das Gießen der Blumenrabatten oder andere Tätigkeiten beim Nachbarn signalisieren, dass das Haus der Urlauber ständig bewacht werde. Wer dann noch technisch aufrüste, sei weitgehend auf der sicheren Seite. "Bewegungsmelder im hinteren Bereich des Hauses sind sehr nützlich. Diebe hassen helles Licht", sagt Stenzel. Terrassentüren oder andere dem Sichtbereich abgewandte Türen oder Fenster sollten mit verschließbaren Griffen versehen sein, die zudem über eine Pilzkopfverriegelung verfügen sollten. "Da ist ein Aufhebeln sehr schwer möglich." Für Einbrecher seien solche Verriegelungen ein Graus. "Denen geht es ja schließlich um eines: Schnell rein ins Objekt, Wertsachen finden und schnell wieder raus aus dem Haus", erklärt Oertel. In aller Regel würden auch keine großen Gegenstände gestohlen. "Über die Größe eines Laptops geht es in aller Regel nicht hinaus." Auch die Herangehensweise der Einbrecher habe sich geändert. "Statt mit dem Auto zu flüchten, verschwinden viele zu Fuß erstmal im nächsten Waldstück."

Dennoch sei es ratsam, in den Orten die Augen offenzuhalten. "Wenn da ein Auto mit fremden Kennzeichen herumsteht, sollte man schon misstrauisch werden und die Polizei informieren", sagt Oertel.

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