Härtefall für Wohnmobilisten in Neustadt: Erstes Treffen im Schnee

Das Herbst- und Saisonabschlusstreffen der Wohnmobilfreunde findet das erste Mal im Schnee statt. Gäste aus ganz Deutschland und Österreich lassen es sich auf der Heinrichs-Ruhe bei Neustadt dennoch gut gehen.

Dieter Much aus Ostholstein im hohen Norden ist sich selbst aufs Dach gestiegen und kehrt gut gelaunt den Schnee ab. Viele Wohnmobile sind nur über die Sommermonate und bis 31. Oktober angemeldet, deshalb muss ein Abcampen in geselliger Gemeinschaft sein. Die Pößnecker Rita und Wolfgang Heintz hatten das Herbsttreffen am Wochenende zum zweiten Mal auf der Heinrichs-Ruhe bei Neustadt organisiert.  Foto: Hartmut Bergner

Dieter Much aus Ostholstein im hohen Norden ist sich selbst aufs Dach gestiegen und kehrt gut gelaunt den Schnee ab. Viele Wohnmobile sind nur über die Sommermonate und bis 31. Oktober angemeldet, deshalb muss ein Abcampen in geselliger Gemeinschaft sein. Die Pößnecker Rita und Wolfgang Heintz hatten das Herbsttreffen am Wochenende zum zweiten Mal auf der Heinrichs-Ruhe bei Neustadt organisiert. Foto: Hartmut Bergner

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Neustadt. "Das ist heute ein Härtefall und bislang einmalig", sagt Wolfgang Heintz. Mit weißer Haube standen die 25 Wohnmobile aus ganz Deutschland und aus Österreich am Sonnabend auf dem eingeschneiten Stellplatz an der Heinrichs-Ruhe bei Neustadt. Ein Herbst- und Saisonabschlusstreffen im Schnee hatten die Wohnmobilfreunde noch nie. Ihre Laune ließen sie sich davon aber nicht verderben und so warteten sie am Nachmittag gespannt auf den Kettensägenkünstler Jochen Groß aus Lausnitz, den frostige Temperaturen und Schneefall ebenfalls nicht abhielten, sein Können im Schnellschnitzen zu zeigen.

Nach der Premiere im vergangenen Jahr trafen sich die Wohnmobilfreunde am Wochenende zum zweiten Mal auf der Heinrichs-Ruhe, um im gemütlichen Beisammensein die zu Ende gehende Wohnmobilsaison 2012 Revue passieren zu lassen und auszuwerten. Eigentlich sollte das Treffen an der Shedhalle in Pößneck stattfinden und dort sogar zu einer wiederkehrenden Veranstaltung werden, berichtet Wolfgang Heintz, der in Pößneck zu Hause ist und diese Treffen privat organisiert. Nicht nur für dieses Abschlusstreffen, sondern ganzjährig sollte an der Shedhalle eine der Parkplatzflächen als Stellplatz für Wohnmobile ausgewiesen werden, so die Idee des engagierten Wohnmobilfreundes, der ungezählten Gleichgesinnten in zehn Thüringen-Touren seine Heimat vorstellte und schmackhaft machte. "Die Wohnmobilisten könnten vom Stellplatz an der Shedhalle in die Stadt gehen, dort in Gaststätten einkehren, durch die Stadt bummeln, Souvenirs kaufen und vor der Weiterfahrt noch tanken und einkaufen", weiß er aus Erfahrung um die Gepflogenheiten dieser Touristengruppe. Doch nach ersten Gesprächen mit dem Bürgermeister der Stadt Pößneck sei die Idee kein Thema mehr gewesen und im Sande verlaufen, bedauert Heintz.

Die Stadt Pößneck sei nach wie vor an einem solchen Stellplatz interessiert, habe das Vorhaben aber baulich bislang nicht umsetzen können, informierte auf Anfrage Julia Dünkel, Fachbereichsleiterin Kultur und Finanzen in der Pößnecker Stadtverwaltung. Zudem sei eine andere Stellfläche, wie der Lutschgenpark, nicht angefragt worden.

Wolfgang Heintz fand in Mike Hempel, Inhaber der Gaststätte und Pension Heinrichs-Ruhe bei Neustadt, einen Mitstreiter. Vor vier Jahren hatte der Pößnecker den Stellplatz an dessen Gaststätte eingeweiht. Für das kommende Jahr ist nicht nur geplant, im April zum zweiten Mal den Saisonauftakt hier zu feiern, sondern unter dem Motto "Lernt Thüringen kennen – Wir helfen euch dabei" den Wohnmobilfreunden den Stellplatz in Neustadt auch als Anlauf- und Ausgangspunkt für Ausflüge nahe zu legen. Schließlich wird es ab 2013 die Thüringen-Touren von Rita und Wolfgang Heintz nicht mehr geben. Stattdessen sind die Thüringen-Fans eingeladen, sich selbst auf Erkundungstour zu begeben. "Ich biete den Wohnmobilfreunden den Stellplatz gebührenfrei an und werde sie auf Wunsch mit Informationsmaterial versorgen", sagte Mike Hempel. Erfahrungen mit den Wünschen der Wohnmobilisten hat er bereits sammeln können, machen doch seit der Stellplatz-Einweihung immer wieder Camper bei ihm Station. "Die meisten bleiben zwei bis vier Tage. Es gibt aber auch Dauergäste, die acht bis zehn Wochen hier stehen", berichtet der Gastronom.

Die 50 Teilnehmer des Saisonabschlusstreffens erlebten in Neustadt ein abwechslungsreiches Wochenende. Und Kettensägenkünstler Jochen Groß schnitzte ihnen ein kleines Wohnmobil, das als Spendenbox für den Erhalt des Stellplatzes in Neustadt dienen soll.

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